Mirae Asset wird größter Anteilseigner von Korbit
Mirae Asset Consulting hat die Zustimmung der Korea Fair Trade Commission erhalten und hält nun 97,15 % an Korbit. Der Deal steht für den wachsenden Einfluss traditioneller Finanzgruppen im südkoreanischen Krypto- und Tokenisierungsmarkt.

Wichtigste Erkenntnisse
- Mirae Asset Consulting, eine Tochter der Mirae Asset Group, ist bei Korbit zum größten Anteilseigner geworden.
- Für Nutzer bleibt die Börse vorerst unverändert; Login, Handel, Einzahlungen und Auszahlungen laufen weiter.
- Die südkoreanische Aufsicht hat die Übernahme genehmigt und damit den ersten Kauf einer Virtual-Asset-Börse durch eine Finanzgruppe im Land ermöglicht.
Korbit, die erste in Südkorea gegründete Krypto exchange, gehört nun zur Mirae Asset Group. An der rechtlichen Struktur der Plattform ändert sich dadurch nichts, für die traditionsreiche Finanzgruppe bedeutet der Schritt aber einen deutlich stärkeren Zugang zum heimischen Kryptomarkt.
Neuer Eigentümer, gleiche Börse
Übernommen hat die Beteiligung Mirae Asset Consulting, eine Tochter der Mirae Asset Group. Wie das Unternehmen mitteilte, wurden die Anteile an Korbit über die vorgeschriebene Aufsichtsmitteilung erworben. Damit ist Mirae Asset Consulting nun größter Anteilseigner. Korbit erklärte, dass Korbit Co., Ltd. weiterhin als Betreiber der Börse bestehen bleibt.
Für Nutzer dürfte sich kurzfristig nichts ändern. Nach Angaben von Korbit bleiben Login, Handel sowie Ein- und Auszahlungen ohne Unterbrechung verfügbar. Auch die Trennung zwischen Nutzereinlagen und Krypto einerseits und den Unternehmensaktiva andererseits bleibt laut Börse im Einklang mit dem südkoreanischen Gesetz zum Schutz von Nutzern virtueller Assets bestehen. Die Verarbeitung personenbezogener Daten soll ebenfalls unverändert bleiben.
Bedeutung für den Markt
Mirae Asset Consulting soll inzwischen 97,15 Prozent an Korbit halten. Nach früheren Angaben ging es dabei um weitere 1.589.859 Aktien im Wert von 7,89 Milliarden Won, wodurch der Anteil noch einmal ausgebaut wurde. Die Korea Fair Trade Commission hat die Übernahme genehmigt und sie als ersten Fall bezeichnet, in dem eine Tochtergesellschaft einer Finanzgruppe eine Virtual-Asset-Börse in Südkorea übernimmt.
Der Schritt passt zu einem breiteren Trend, bei dem klassische Finanzhäuser bestehende Krypto-Unternehmen übernehmen, statt selbst eine neue Börse aufzubauen. In Südkorea ist das besonders relevant, weil die Handelsvolumina im Retail-Bereich dort häufig mit denen an den Aktienmärkten vergleichbar sind. Für europäische Leser zeigt der Deal, dass regulierte Krypto-Plattformen zunehmend zu strategischen Zielen großer Finanzgruppen werden. Das fügt sich auch in den allgemeinen Wandel ein, bei dem große Handelsplattformen ihr Angebot erweitern; Krypto-Börsen erweitern ihr Angebot um Aktien und Rohstoffe, um Nutzer und Kapital im eigenen Ökosystem zu halten.
Mirae schaut über Korbit hinaus
Auch über Korbit hinaus richtet die Gruppe ihren Fokus zuletzt stärker auf digitale Assets. So arbeitet Mirae Asset Group mit dem US-Unternehmen Ondo Finance an tokenisierten Exchange Traded Funds. Das deutet darauf hin, dass sich das Interesse der Gruppe nicht auf eine einzelne Börse beschränkt, sondern auch neue Produkte rund um Tokenisierung und Anlageinstrumente umfasst.