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Indien sieht USDT-Prämie nach Razzia bei Krypto-Firmen steigen

Nach Razzien der Enforcement Directorate in Bengaluru ist die USDT-Liquidität in Indien unter Druck geraten, während RBI und ein Parlamentsausschuss über die Stablecoin-Politik beraten.

Indien sieht USDT-Prämie nach Razzia bei Krypto-Firmen steigen

Wichtigste Erkenntnisse

  • Indiens USDT-Prämie ist auf über 8,5 % gestiegen, nachdem Razzien bei Krypto-Remittance-Unternehmen das Angebot an Stablecoins beeinträchtigt hatten.
  • Die Enforcement Directorate durchsuchte sechs Standorte in Bengaluru und nahm fünf Krypto-Zahlungsfirmen ins Visier, denen mutmaßlich nicht autorisierte grenzüberschreitende Transfers vorgeworfen werden.
  • Die Prämie weitete sich weiter aus, weil sich Market Maker und Liquiditätsanbieter zurückzogen, während Indiens Krypto-Regulierung erneut stärker in den Fokus rückt.

Indiens USDT-Prämie ist auf mehr als 8,5 % gestiegen und liegt damit klar über der üblichen Spanne. Auslöser waren Razzien der Enforcement Directorate gegen Krypto-Remittance-Unternehmen, die das Angebot an Stablecoins belastet haben. Auf lokalen Plattformen wurde Tethers USDT am Wochenende zu 102,88 indischen Rupien gehandelt. Der interbankliche USD-INR-Schlusskurs lag bei 94,65 Rupien.

Razzia trifft das Angebot

Laut The Economic Times zog die Prämie weiter an, nachdem die ED am 17. Juni im Rahmen des Foreign Exchange Management Act an sechs Standorten in Bengaluru Durchsuchungen durchgeführt hatte. Im Fokus standen fünf Krypto-Zahlungsfirmen, die nach Angaben der Behörden mehr als 2.500 Crore Rupien, also rund $265 Millionen (€232 Millionen), an nicht autorisierten grenzüberschreitenden Transfers über virtual digital assets ermöglicht haben sollen.

Das Vorgehen soll dabei relativ simpel gewesen sein: Rupien wurden auf Firmenkonten eingezahlt, anschließend in Stablecoins umgewandelt, über die Grenze transferiert und danach auf indischen Exchanges verkauft. Auf diese Weise sollen Nutzer die Dokumentations- und Genehmigungsanforderungen der regulären Remittance-Kanäle umgangen haben. Die ED erklärte zudem, dass auch Nichtansässige USDT als Ersatz für Banküberweisungen genutzt hätten.

Warum die Prämie steigt

Normalerweise liegt der Spread zwischen USDT und dem Dollar bei etwa 3 % bis 4 %. Durch die jüngste Störung hat sich diese Differenz jedoch deutlich ausgeweitet. Laut der ED-Erklärung zogen sich Market Maker und Liquiditätsanbieter auch aus Käufen von USDT im Ausland zurück, was den Druck auf die heimische Liquidität zusätzlich erhöht haben dürfte.

Das passt zu einem breiteren Muster im indischen Markt, wo Krypto-Trader häufig höhere Aufschläge zahlen als an den globalen Märkten. Gründe dafür sind unter anderem Kapitalverkehrskontrollen, Bankbeschränkungen und zusätzliche Compliance-Kosten. Für europäische Leser zeigt das, wie schnell sich Stablecoin-Preise lokal vom Dollar lösen können, wenn die Off-Ramp-Infrastruktur unter Aufsicht gerät. Die Bank for International Settlements hatte zuletzt außerdem darauf hingewiesen, dass Stablecoins in Schwellenländern die Dollarisierung beschleunigen können, weil sie sich nicht wie klassisches Geld verhalten, sondern Preisabweichungen und Abwicklungsfriktionen mitbringen.

Regulierung bleibt zentral

Auch der Zeitpunkt der Aktion ist bemerkenswert. Am 2. Juli trifft sich der Parliamentary Standing Committee on Finance mit der Reserve Bank of India und dem Institute of Chartered Accountants of India, um über Indiens Politik zu virtual digital assets zu sprechen. Die RBI verfolgt bei Krypto seit Längerem einen vorsichtigen Kurs, während der Zentralbankchef öffentlich vor Risiken rund um Stablecoins und Kryptowährungen gewarnt hat.

Auch international bleibt das Thema unter Beobachtung. In einem Bericht aus März 2026 ordnete die Financial Action Task Force 84 % der $154 Milliarden (€135 Milliarden) an illegalen virtual asset-Transaktionen im Jahr 2025 Stablecoins zu. Für Indien stellt sich damit nicht nur die Frage nach der Marktgröße, sondern vor allem danach, wie sich die Regeln für Zahlungen, Exchanges und Compliance in den kommenden Monaten entwickeln könnten.


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