Finst

Japan und Südkorea öffnen inmitten von Börsenstress die Tür für Krypto

Während Kospi und Nikkei unter Druck stehen, verankern Japan und Südkorea digitale Assets noch stärker in ihrem Kapitalmarkt. In Japan rücken Spot-ETFs und strengere Regeln in den Fokus, Südkorea erkennt Krypto als Staatsvermögen an.

Japan und Südkorea öffnen inmitten von Börsenstress die Tür für Krypto

Wichtigste Erkenntnisse

  • Der Kospi hat seit seinem jüngsten Hoch mehr als 20 Prozent verloren und befindet sich damit nach einer stark von Leverage getriebenen Rally in einem technischen Bear Market.
  • Japan hat Reformen beschlossen, die Krypto rechtlich näher an Finanzprodukte wie Aktien und Anleihen heranrücken, inklusive strengerer Regeln und eines möglichen Pauschalsatzes von 20 Prozent ab 2028.
  • Südkorea stuft digitale Assets inzwischen als Teil des Staatsvermögens ein, während beide Länder Krypto weiter in ihr reguliertes Finanzsystem einbinden.

Die Aktienmärkte in Japan und Südkorea stehen unter Druck, doch ausgerechnet dort gewinnt Krypto weiter an Bedeutung im Finanzsystem. Während der Kospi in einen technischen Bear Market gerutscht ist und auch der Nikkei erneut nachgegeben hat, gehen beide Länder parallel Schritte, um digitale Assets rechtlich stärker zu verankern. Für den Krypto-Markt ist das eine bemerkenswerte Mischung aus Börsenstress und wachsendem Zugang zu Tokens und Anlageprodukten.

Kospi dreht stark ins Minus

Vom jüngsten Hoch aus hat der Kospi inzwischen mehr als 20 Prozent eingebüßt und erfüllt damit die gängige Definition eines technischen Bear Markets. Zuvor hatte der Index eine außergewöhnliche Rally hingelegt und lag Anfang dieses Jahres noch 116 Prozent über dem Stand zu Beginn von 2026. Verstärkt wurde die Bewegung durch Leverage: Anfang Juli belief sich der offene Wert von Hebelpositionen auf 29,2 Billionen Won, umgerechnet rund 19,7 $ Milliarden (17,2 € Milliarden).

Besonders Privatanleger griffen massenhaft zu Single-Stock ETFs rund um Samsung Electronics und SK Hynix, offenbar in der Hoffnung, über geliehenes Geld vom KI-Hype zu profitieren. Der abrupte Richtungswechsel macht deutlich, wie eng die Rally aufgestellt war. Südkoreas Finanzminister Koo Yun-cheol hatte bereits zuvor auf die hohe Konzentration in Chipaktien hingewiesen, die die Schwankungen zusätzlich verstärken kann.

Japan macht Krypto formeller

Parallel dazu hat das japanische Parlament am 15. Juli Änderungen am Financial Instruments and Exchange Act beschlossen. Dadurch wird Krypto künftig nicht mehr vor allem als Zahlungsmittel eingeordnet, sondern als Finanzprodukt neben Aktien und Anleihen. Der neue Rahmen sieht außerdem Regeln gegen Insiderhandel, strengere Offenlegungspflichten und Strafen von bis zu 10 Jahren Haft vor.

Hinzu kommt die Aussicht auf einen pauschalen Steuersatz von 20 Prozent ab Januar 2028. Bislang konnten die Steuersätze auf bis zu 55 Prozent steigen. Auch inländische Spot-Krypto-ETFs werden unter dem neuen Regelwerk rechtlich möglich, auch wenn eine tatsächliche Zulassung weiter offen bleibt. Marktteilnehmer zufolge könnten Börsen erste Notierungen möglicherweise ab 2027 prüfen.

Die Reform stuft Bitcoin und Ethereum nicht als Wertpapiere ein, rückt Krypto aber deutlich näher an regulierte Anlageinstrumente heran. Für europäische Leser ist das auch deshalb relevant, weil es zeigt, wie große Volkswirtschaften digitale Assets zunehmend als Teil des Kapitalmarkts und nicht mehr nur als Nischenthema behandeln.

Warum das für Krypto wichtig ist

Südkorea hatte bereits einige Tage zuvor mit dem National Asset Basic Act einen weiteren Schritt gemacht und digitale Assets als Bestandteil des Staatsvermögens neben Immobilien und geistigem Eigentum anerkannt. Das Gesetz betrifft rund 1.400 Billionen Won an öffentlichen Beteiligungen und ersetzt einen Rechtsrahmen aus dem Jahr 1950. Zur gleichen Agenda gehören auch tokenisierte Staatsanleihen und Security Tokens für staatliche Immobilien.

Für den Kryptomarkt ist vor allem das Timing interessant. In zwei Volkswirtschaften, die gleichzeitig mit Börsenstress und Konzentrationsrisiken umgehen müssen, wird die rechtliche Grundlage für Krypto gerade weiter ausgebaut. Ob daraus später auch mehr Nachfrage entsteht, bleibt offen, doch die politische Richtung ist klarer erkennbar. In einem breiteren Markt, der weiter unter Druck steht, suchen Analysten derweil nach Hinweisen auf einen möglichen Zyklusboden, wie Cantor sieht Bitcoin-Boden rund um Oktober im Bear Market beschreibt.


Haftungsausschluss: Dieser Inhalt dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine finanzielle, anlagebezogene, rechtliche oder steuerliche Beratung dar. Die bereitgestellten Informationen können unvollständig, ungenau oder veraltet sein und sollten nicht als solche herangezogen werden. Nichts auf dieser Website sollte als Empfehlung zum Kauf, Verkauf oder Halten von Kryptowährungen angesehen werden. Investitionen in Krypto-Assets sind mit Verlustrisiken verbunden.