Jeremy Grantham warnt vor möglichem 70-Prozent-Einbruch bei US-Aktien wegen KI-Blase
Grantham sieht US-Tech- und KI-Aktien als extrem teuer an; eine Korrektur könnte auch Bitcoin und Spot-ETFs treffen.

Wichtigste Erkenntnisse
- Jeremy Grantham warnt, dass eine KI-Blase US-Aktien auf Rekordbewertungen getrieben hat.
- Er hält einen Rückgang von bis zu 70% bei den größten Gewinnern des Marktes für möglich.
- Grantham rät Anlegern, US-Aktien zu meiden und auf ausländische Märkte zu schauen.
Jeremy Grantham, Mitgründer von GMO und seit Jahren für seine Warnungen vor Marktblasen bekannt, sieht in einer KI-Blase einen wesentlichen Treiber dafür, dass US-Aktien inzwischen auf historische Höchstbewertungen gestiegen sind. Für die größten Gewinner des Marktes hält er einen Rückgang von bis zu 70% für möglich. Anlegern rät Grantham deshalb, US-Aktien eher zu meiden und stattdessen auf Märkte außerhalb der USA zu schauen.
KI-Blase und historische Bewertungen
Nach Granthams Einschätzung liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis des Marktes seit 2010 im Durchschnitt mehr als 60% über dem Niveau des vorangegangenen Jahrhunderts. Diese Bewertungsprämie führt er vor allem auf die Jahre mit sehr lockerem Geld zurück. Zwar erkennt er an, dass KI eine tiefgreifende Technologie ist, zugleich warnt er aber davor, dass der fast flächendeckende Glaube an KI zu überzogenen Investitionen geführt haben könnte. Sein Blasenmodell deutet darauf hin, dass jede spekulative Spitze langfristig wieder zum Durchschnitt zurückkehrt, was in einer deutlichen Korrektur münden kann. Wann ein solcher Rückgang einsetzt, lässt sich laut Grantham kaum eingrenzen - er könne schon in wenigen Wochen beginnen, aber auch erst in bis zu zwei Jahren.
Auswirkungen auf Krypto und breitere Märkte
Eine so scharfe Korrektur dürfte sich nicht auf Aktien beschränken. Bitcoin (BTC) bewegt sich zunehmend wie eine Tech-Aktie und könnte in einer Risk-off-Phase deshalb besonders früh und besonders stark unter Druck geraten. Das zeigen auch die aktuellen Daten: US-amerikanische Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten in den 30 Tagen bis Mitte Juni einen Rekordabfluss von 6,35 Milliarden Dollar. Während des jüngsten Rückgangs lag Bitcoin bei rund 59.663 Dollar. Grantham bleibt bei Krypto skeptisch und bezeichnet Bitcoin als wertlos, mit einem Kurs, der seiner Ansicht nach möglicherweise in Richtung null gehen könnte.
Warum diese Warnung für europäische Anleger relevant ist
Für europäische Anleger ist Granthams Warnung vor allem deshalb relevant, weil ein deutlicher Rückgang bei US-Aktien und die damit verbundenen Effekte auf Bitcoin auch den europäischen Kryptomarkt und breitere Portfolios erfassen könnten. Die starke Abhängigkeit von KI-nahen Technologieunternehmen und die enge Verflechtung der globalen Märkte sprechen dafür, die Entwicklung rund um diese Blase genau im Blick zu behalten. Gleichzeitig könnte das auch auf Chancen bei nicht-amerikanischen Aktien, Anleihen und Edelmetallen als Alternative zum hoch bewerteten US-Markt hindeuten.