Justin Sun warnt vor KI- und Quantenrisiken für Bitcoin
Sun verweist auf möglichen Druck durch KI und Quantencomputing auf die Bitcoin-Kryptografie. Die Debatte betrifft auch ETF-Bestände und die Frage, wann Post-Quantum-Schutz nötig wird.

Wichtigste Erkenntnisse
- Justin Sun sagt, dass er wegen möglicher Risiken durch KI und Quantencomputing für die Kryptografie pessimistischer gegenüber Bitcoin geworden ist.
- Laut Sun haben Anleger, die Bitcoin über ETFs halten, diese langfristigen Risiken möglicherweise noch nicht vollständig eingepreist.
- Google und Coinbase verweisen auf Fortschritte und Vorbereitungen rund um Quantenbedrohungen, während TRON Post-Quantum-Signaturen ausrollen will.
TRON-Gründer Justin Sun sagt, dass er pessimistischer gegenüber Bitcoin geworden ist, weil er glaubt, dass KI und Quantencomputing die Kryptografie des Netzwerks auf längere Sicht unter Druck setzen könnten. Laut Sun haben Anleger, die Bitcoin über ETFs halten, diese Risiken möglicherweise noch nicht vollständig eingepreist. Damit dreht sich die Debatte nicht nur um Technologie, sondern auch darum, wie lange die aktuelle Sicherheit von Bitcoin Bestand hat.
Sun verweist auf Kryptorisiken
In einem Gespräch mit William Joy sagte Sun, er sei „etwas bearish“ geworden. Er erklärte, dass die Entwicklung von KI-Algorithmen und Quantencomputing zusammen neue Probleme für BTC verursachen könnten. Seiner Ansicht nach könnte es für Bitcoin schwierig werden, das vollständig unbeschadet zu überstehen.
Sun verwies dabei auf Forschung, die sich in den vergangenen Monaten beschleunigt hat. Im März 2026 schätzte Google Quantum AI, dass weniger als 500.000 physische Qubits ausreichen könnten, um Bitcoin-Kryptografie zu brechen. Das war ein deutlicher Rückgang gegenüber früheren Schätzungen.
Warum das jetzt relevant ist
Google meldete am 15. Oktober außerdem weitere Fortschritte mit seinem Willow-Chip. Forschende zeigten dort magic state cultivation, wodurch Fehler um etwa das 40-Fache reduziert wurden. Das Experiment erreichte eine Fidelität von 99,99 Prozent. Willow hat selbst erst 105 Qubits, aber das Ergebnis zeigt, dass die nötigen Maschinen für solche Angriffe kleiner werden könnten.
Auch der breitere Kryptosektor schaut inzwischen auf Schutz vor solchen Risiken. Im April 2026 sagte Sun bereits, dass TRON die erste große öffentliche Chain werden solle, die NIST-standardisierte Post-Quantum-Signaturschemata auf der Mainchain ausrollen will. Das passt zu einer breiteren Suche nach quantenresistenten Lösungen im Krypto-Bereich.
Für Bitcoin stellt sich dieselbe Frage auch anderswo in der Branche. Europol warnte zuvor, dass vor allem Wallets und exponierte öffentliche Schlüssel verwundbar werden könnten, wenn Quantencomputer weiter voranschreiten.
Was Anleger daraus mitnehmen können
Für europäische Kryptoinvestoren ist das vor allem relevant, weil Bitcoin immer häufiger über Anlageinstrumente wie ETFs gehalten wird. Wenn die Debatte über Quantenrisiken weiter an Fahrt gewinnt, könnte das beeinflussen, wie Marktteilnehmer auf die langfristige Sicherheit schauen. Gleichzeitig bleibt es vorerst ein technisches Thema, denn es gibt noch keine Maschine, die auch nur annähernd über eine solche Angriffskapazität verfügt.
Coinbase rief die Branche am 13. Oktober bereits dazu auf, sich rechtzeitig vorzubereiten, noch bevor ein kryptografisch relevanter Quantencomputer existiert. Suns Aussagen fügen sich damit in eine breitere Debatte darüber ein, wann Bitcoin und andere Netzwerke auf stärkeren Schutz umstellen müssen.