Kasachstan beschränkt Coinbase und fünf weitere Krypto-Börsen
Die AFSA geht im AIFC gegen nicht lizenzierte Krypto-Dienste vor; die Maßnahme gilt nur für Nutzer in diesem Finanzzentrum, nicht landesweit.

Wichtigste Erkenntnisse
- Kasachstan hat Coinbase und fünf weitere Krypto-Börsen im AIFC wegen Diensten ohne Lizenz einschränken lassen.
- Die Maßnahme gilt nur für Nutzer im Astana International Financial Centre und ist kein landesweites Verbot.
- Die AFSA setzt im AIFC ein eigenes Lizenzsystem für digitale Asset-Dienste und die Verbreitung von Apps durch.
Kasachstan hat über das Gericht Coinbase und fünf weitere Krypto-Plattformen dazu bringen lassen, das Anbieten von Diensten ohne Lizenz innerhalb des Astana International Financial Centre (AIFC) einzuschränken. Die Maßnahme gilt für Nutzer in diesem Finanzzentrum in Astana und ist damit kein landesweites Verbot. Der Fall zeigt, wie streng die lokale Aufsichtsbehörde gegen nicht lizenzierte Krypto-Dienste in einem Teil des Landes vorgeht, in dem ein eigener regulatorischer Rahmen gilt.
Welche Plattformen betroffen sind
Die Astana Financial Services Authority (AFSA) sagte, dass die Anordnungen für BingX, Bitcoin.com, Huobi Global, auch bekannt als HTX, BitMart, Coinbase und WEEX gelten. Die Plattformen dürfen innerhalb des AIFC keine nicht lizenzierten digitalen Asset-Dienste anbieten oder bewerben und auch keine mobilen Apps für diese Dienste verbreiten.
Der Richter wies in einer Entscheidung vom 15. September darauf hin, dass die Beschränkungen nur für das AIFC und für Nutzer gelten, die sich dort aufhalten. Damit bleibt der Rest von Kasachstan von dieser speziellen Maßnahme unberührt.
Das AIFC hat eigene Regeln
Das AIFC ist ein Finanzzentrum in der kasachischen Hauptstadt, das einem eigenen rechtlichen Rahmen unterliegt. Dieser Rahmen basiert auf dem englischen Common Law und hat mit der AFSA eine eigene Aufsichtsbehörde. Krypto-Unternehmen müssen dort eine Lizenz haben, um innerhalb des Zentrums Dienste anzubieten.
Laut der AFSA begann die Durchsetzung bereits 2025 mit Warnungen an mehr als 20 Krypto-Plattformen. Danach folgten Anfang 2026 Gerichtsverfahren. LBank wurde in der ersten Klage ebenfalls genannt, verschwand aber aus dem Fall, nachdem die Plattform die Bedenken der Aufsichtsbehörde ausgeräumt und den Zugang in Kasachstan blockiert hatte.
Warum das relevant ist
Für europäische Krypto-Leser ist vor allem relevant, dass Kasachstan keinen einheitlichen Ansatz verfolgt, sondern mit einem separaten Regime für das AIFC arbeitet. Das macht deutlich, dass Krypto-Börsen in manchen Märkten nicht nur nationale Regeln beachten müssen, sondern auch lokale Zonen mit eigenen Lizenzanforderungen. Für Plattformen, die international aktiv sind, kann das bedeuten, dass der Zugang je nach Region stark variiert. Auch in anderen Märkten zeigt sich das bei den Aufsichtsbehörden: Südkorea blockiert KuCoin, BitMart und MEXC hatte zuvor bereits ähnliche Schritte gegen nicht registrierte ausländische Börsen unternommen.