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Ledger und Ex-Mt.-Gox-Chef geraten wegen Wallet-Skandal über 90 Millionen Dollar aneinander

Ledger und Mark Karpelès streiten über eine möglicherweise manipulierte Hardware Wallet und die Frage, ob frühere Warnungen den Schaden hätten begrenzen können.

Ledger und Ex-Mt.-Gox-Chef geraten wegen Wallet-Skandal über 90 Millionen Dollar aneinander

Wichtigste Erkenntnisse

  • Ledger-Chef Pascal Gauthier reagierte scharf auf Mark Karpelès’ Vorwurf zu einem Wallet-Skandal mit Verlusten von mehr als 90 Millionen Dollar.
  • Karpelès sagt, Ledger habe schon im März von Spy Implants in Hardware Wallets gewusst und früher sowie klarer warnen müssen.
  • Ledger räumt ein, dass Genuine Check ein Implantat nicht erkennt, wenn der originale Security Chip intakt bleibt, was die Risiken von Cold Storage unterstreicht.

Ledger-Chef Pascal Gauthier hat scharf auf die Vorwürfe des ehemaligen Mt.-Gox-Chefs Mark Karpelès zu einem Wallet-Skandal reagiert, der nach Karpelès’ Angaben Verluste von mehr als 90 Millionen Dollar (80 Millionen Euro) verursacht hat. Der Streit dreht sich um die Frage, ob Ledger schon im März von fortschrittlichen Spy Implants in Hardware Wallets wusste und früher sowie deutlicher davor hätte warnen müssen.

Vorwürfe zu früheren Warnungen

Karpelès sagt, Ledger sei bereits im März informiert gewesen über die Bedrohung. Er verweist dabei auf einen Security-Guide vom 6. März, in dem sowohl handgefertigte als auch massenproduzierte Spy Chips zu sehen waren. Die Seite wurde später im September aktualisiert, weshalb unklar bleibt, wann diese Bilder genau online gestellt wurden.

Der frühere Mt.-Gox-Chef sagt, klarere Warnungen hätten zu diesem Zeitpunkt möglicherweise mehr Schaden verhindern können. Seiner Ansicht nach kann ein Implantat die 24 Wörter einer Recovery Phrase abfangen und an Kriminelle weiterleiten. Wer diese Wörter hat, kann die Krypto in der Wallet übernehmen.

Ledger verteidigt sich scharf

Gauthier verteidigte zunächst die Reaktion von Ledger und forderte Karpelès auf, sich an die Fakten zu halten. Danach wurde der Ton persönlicher. Er sagte dem Ex-Mt.-Gox-Chef, er sei „no white knight“, und fügte hinzu: „Get real.“

Die Bemerkung bezog sich auf den Zusammenbruch von Mt. Gox im Jahr 2014, als unter Karpelès’ Leitung rund 850.000 Bitcoin verschwanden. Karpelès antwortete, dass gerade seine Erfahrung ihn besonders kritisch bei Sicherheit und Kommunikation mache.

Ledger räumt inzwischen ein, dass Genuine Check ein Implantat nicht erkennen kann, wenn der originale Security Chip noch intakt ist. Das macht die Debatte besonders heikel, weil eine Wallet von außen weiterhin echt aussehen kann, während intern etwas verändert wurde.

Warum das für Anleger relevant ist

Der Fall zeigt, wie anfällig Cold Storage sein kann, wenn ein Gerät schon vor der Nutzung manipuliert wurde. Für europäische Krypto-Besitzer ist das relevant, weil Hardware Wallets oft als eine der sichersten Möglichkeiten gelten, Coins offline aufzubewahren. Die Meldung, dass Ledger den Verkauf über CryptoBilis-Reseller gestoppt hat und dass Rivalen wie Trezor ihr Reseller-Netzwerk bereits verkleinert haben, unterstreicht, wie ernst die Branche dieses Risiko nimmt. Auch die breitere Diskussion über schwache oder manipulierte Schlüsselgenerierung spielt eine Rolle: eine frühere Wallet-Schwachstelle hat gezeigt, wie schnell ein Fehler in der Sicherheitskette zu großen Verlusten führen kann.


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