Liz Truss verweist auf steigende Zinsen und Bitcoin-Rally
Truss verknüpft die steigenden Gilts und US-Treasuries mit Schulden und Geldentwertung. Bitcoin bleibt als Teil der sogenannten Debasement Trade im Blick.

Wichtigste Erkenntnisse
- Liz Truss sagt, dass steigende globale Anleiherenditen auf hohe Staatsverschuldung und Geldentwertung hindeuten.
- Die britische 10-jährige Gilt-Rendite liegt über 5,2 %, während die 10-jährige US-Treasury-Rendite auf über 4,8 % gestiegen ist.
- Bitcoin stieg im Debasement Trade von etwa $64.000 auf fast $81.000 und liegt nun bei rund $76.500.
Die frühere britische Premierministerin Liz Truss sagt, dass die steigenden globalen Anleiherenditen vor allem zeigen, wie stark Regierungen sich verschuldet haben und wie Geldentwertung den Markt belastet. Ihrer Ansicht nach ist das Vereinigte Königreich eines der deutlichsten Beispiele, während auch die Vereinigten Staaten, Japan, Frankreich und Deutschland höhere Renditen sehen.
Britische Finanzierungskosten steigen
Truss sagte in einem Interview, dass die Bank of England Geld gedruckt und die Währung geschwächt habe. Die 10-jährige Gilt-Rendite im Vereinigten Königreich ist inzwischen auf über 5,2 % gestiegen, und die 30-jährige Rendite nähert sich 6 %. Das liegt deutlich über den 5,12 %, die galten, als Truss 2022 noch im Amt war.
Die Bewegung bleibt nicht auf London beschränkt. Auch in anderen großen Volkswirtschaften sind die Renditen in letzter Zeit stark gestiegen, was den Blick auf wachsende Staatsschulden, Inflationsrisiken und die Frage lenkt, wie tragfähig die öffentlichen Finanzen bleiben.
Weltweiter Druck auf Anleihen
Die 10-jährige US-Treasury-Rendite ist auf über 4,8 % gestiegen. Damit ist der Rückgang, der auf die Ankündigung eines Rückkaufprogramms für länger laufende Staatsanleihen durch Finanzminister Scott Bessent folgte, wieder vollständig verschwunden. Die Rendite fiel damals noch auf 4,62 %.
Den breiteren Marktbewegungen zufolge sind die höheren Renditen Teil eines weltweiten Trends. Einige große Volkswirtschaften sehen weiterhin deutliche Inflationssorgen, während Zentralbanken höhere Zinsen möglicherweise länger beibehalten. Das macht das Leihen für Haushalte, Unternehmen und Regierungen teurer.
Bitcoin bleibt über alten Niveaus
Im sogenannten Debasement Trade sind die jüngsten Höchststände teilweise wieder zurückgekommen. Gold stieg zuvor auf etwa $4.700 (€4.060) je Unze und fiel danach wieder auf rund $4.300 (€3.710). Bitcoin stieg von etwa $64.000 (€55.200) auf fast $81.000 (€69.900) und bewegte sich danach zurück auf rund $76.500 (€66.000).
Für europäische Krypto-Beobachter ist das relevant, weil Bitcoin in solchen Phasen oft neben Gold und Staatsanleihen als Reaktion auf Sorgen über Schulden und Geldentwertung gesehen wird. Das bedeutet nicht, dass sich der Kurs direkt weiter in dieselbe Richtung bewegen muss, zeigt aber, wie stark makroökonomische Nachrichten den Kryptomarkt weiterhin beeinflussen.
Auch der breitere Markt sieht Bitcoin zunehmend als Makro-Hedge. In einer Analyse zum Verhältnis zwischen Schulden und Zinsen wurde Bitcoin als Absicherung gegen US-Schulden genannt, gerade weil steigende Treasury-Renditen den Druck auf traditionelle sichere Häfen erhöhen.