Finst

Moody’s sieht Krypto-Crash als großes wirtschaftliches Risiko

Moody’s Analytics stuft einen Krypto-Crash kurz vor dem Zinsentscheid der Fed weit oben auf die Risikoliste. Vor allem gehebelte Positionen und die Verknüpfung mit Aktien und Anleihen geben Anlass zur Sorge.

Moody’s sieht Krypto-Crash als großes wirtschaftliches Risiko

Wichtigste Erkenntnisse

  • Moody’s Analytics sieht einen Krypto-Crash als einen der wahrscheinlichsten wirtschaftlichen Schocks in den kommenden 12 bis 18 Monaten.
  • Das Büro erwartet, dass der Schaden für die breitere Wirtschaft relativ begrenzt bleibt, trotz Risiken durch hohe Kreditkosten und gehebelte Positionen.
  • Moody’s nennt auch verschlechterte Risiken wie KI-Aktien, geopolitische Spannungen, Stress am Anleihemarkt und mögliche politische Fehler der Fed.

Moody’s Analytics zählt einen Krypto-Crash zu den wahrscheinlichsten wirtschaftlichen Schocks für die kommenden 12 bis 18 Monate. Die Warnung kommt zwei Tage vor dem Zinsentscheid der Federal Reserve am 28. Oktober, während Anleger bereits mit hartnäckiger Inflation und Unruhe an den Finanzmärkten rechnen.

Risikomatrix stuft Krypto hoch ein

Die wirtschaftliche Forschungseinheit von Moody’s nutzt Daten, Modelle und Expertenanalysen, um 27 mögliche Schocks nach Wahrscheinlichkeit und Wirkung zu ordnen. In dieser neuesten Risikomatrix, die Chefökonom Mark Zandi am Montag teilte, steht ein Krypto-Crash weit oben auf der Wahrscheinlichkeitsliste. Gleichzeitig sieht Moody’s den Schaden für die breitere Wirtschaft als relativ begrenzt an.

Der Bericht nennt keine genaue Wahrscheinlichkeit oder ein Kursziel. Moody’s weist aber darauf hin, dass hohe Kreditkosten spekulative Anlagen unter Druck setzen. Wenn Aktien weiter nachgeben, kann das auch Krypto treffen. Vor allem gehebelte Positionen können dann durch Zwangsverkäufe besonders schnell Verluste aufbauen.

Mehr Sorgen als nur Krypto

Moody’s nennt vier Risiken, die sich nach Einschätzung des Büros weiter verschlechtert haben: einen Ausverkauf bei KI-Aktien, einen eskalierenden Krieg zwischen Iran und anderen Parteien, Unruhe am Anleihemarkt und Fehler in der Zinspolitik der Fed. Diese Risiken könnten laut Moody’s größere wirtschaftliche Folgen haben als ein Krypto-Crash.

Der Anleihemarkt sendet bereits Signale von Anspannung. Die US-10-Jahres-Rendite stieg zuletzt auf 5,31 % und fiel am Montag wieder in Richtung 4,99 %. Zandi warnte, dass eine weitere Straffung der Geldpolitik diese Spannung verstärken könnte. Die Fed erhöhte den Leitzins im September auf 3,75 % bis 4 %, während die Inflation hoch bleibt.

Warum das für Krypto zählt

Für Krypto-Anleger ist vor allem das Timing relevant. Der Markt blickt diese Woche auf den Zinsentscheid der Fed, während aktuelle Inflationsdaten zeigen, dass der Preisdruck noch nicht verschwunden ist. Laut aktuellen Zinsmonitoren rechnet der Markt weiterhin nur mit einer geringen Wahrscheinlichkeit für eine weitere Zinserhöhung, doch das Ergebnis am Mittwoch könnte in einem ohnehin nervösen Kryptomarkt zusätzliche Volatilität auslösen.

Die Forschung weist außerdem auf einen weiteren Punkt hin, der für Krypto-Anleger wichtig ist: Digitale Münzen bewegen sich in Stressphasen am Markt oft gleichzeitig nach unten. Das macht ein breites Krypto-Portfolio weniger schützend, als manchmal angenommen wird. Auch bei früheren Marktspannungen zeigte sich, wie schnell sich die Stimmung drehen kann, etwa bei dem Ausverkauf nach der Eskalation rund um Iran.


Haftungsausschluss: Dieser Inhalt dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine finanzielle, anlagebezogene, rechtliche oder steuerliche Beratung dar. Die bereitgestellten Informationen können unvollständig, ungenau oder veraltet sein und sollten nicht als solche herangezogen werden. Nichts auf dieser Website sollte als Empfehlung zum Kauf, Verkauf oder Halten von Kryptowährungen angesehen werden. Investitionen in Krypto-Assets sind mit Verlustrisiken verbunden.