Mehr als 11 Millionen Bitcoin bleiben in Wallets unsichtbar
Galaxy schätzt, dass 11,1 Millionen BTC auf Adressen ohne bekannten Eigentümer liegen. Das spricht für breite Self-Custody, aber auch für möglicherweise verlorene Coins und unsichtbare Custody-Strukturen.

Wichtigste Erkenntnisse
- Laut Galaxy liegen rund 11,1 Millionen BTC, also mehr als 55 % des Angebots, auf Adressen ohne bekannte Zuordnung.
- Das könnte auf private Halter, nicht identifizierte Institutionen, verlorene Wallets oder Coins hindeuten, die Galaxy nicht erkannt hat.
- Die Zahlen zeigen, dass Self-Custody weiterhin stark genutzt wird und ein großer Teil von Bitcoin außerhalb sichtbarer Exchanges und Fonds bleibt.
Bitcoin ist längst kein Nischen-Asset mehr, sondern ein Markt, der auch an der Wall Street zunehmend akzeptiert wird. Dennoch kann Blockchain-Daten weiterhin dem Großteil der BTC keinen bekannten Eigentümer zuordnen. Laut Galaxy standen in der Oktober-Snapshot rund 11,1 Millionen BTC, also mehr als 55 % des Angebots, auf Adressen ohne bekannte Zuordnung.
Was Galaxy sieht
Galaxy sagt, dass diese Coins privaten Haltern gehören könnten, Institutionen, die das Unternehmen nicht identifiziert hat, oder Wallets, deren Eigentümer den Zugriff verloren haben. Alex Thorn, Forschungsleiter bei Galaxy, sieht die Zahl vor allem als Beleg dafür, dass Self-Custody weiterhin breit genutzt wird. Dabei verwahren Menschen ihre eigenen Bitcoin-Keys, statt ihre Coins bei einer Exchange oder einem Fonds zu belassen.
Thorn schrieb, dass mehr als die Hälfte des gesamten BTC-Angebots in Adressen ohne bekannte Zuordnung liegt, trotz jahrelanger Institutionalisierung und Zentralisierung. Xapo Bank reagierte darauf mit der Aussage, dass die große Zahl unbekannter Wallets zeige, dass Privatanleger schon seit mehr als zehn Jahren in diesem Markt aktiv sind. Das passt zur breiteren Debatte darüber, wer Bitcoin heute tatsächlich hält, von Privatanlegern bis hin zu Fonds und Unternehmen.
Warum das nicht alles sagt
Die 55 % ohne Namen bedeuten nicht automatisch, dass all diese BTC in den Händen aktiver Privatanleger liegen. Ein Teil könnte dauerhaft verloren sein, etwa durch vergessene Passwörter, verlorene Hardware oder verstorbene Halter ohne Wiederherstellungsplan. Im Oktober 2026 galten rund 3,7 Millionen BTC, also 17,6 % des maximalen Angebots, als dauerhaft verloren.
Auch könnten einige Coins weiterhin bei Fonds, Unternehmen oder OTC-Desks liegen, die Galaxy nicht erkannt hat. Außerdem gibt es Custody-Strukturen, die Coins über viele Adressen verteilen, wodurch sie schwerer zu verfolgen sind. Das macht die Verteilung des Angebots weniger einfach, als die groben Zahlen auf den ersten Blick vermuten lassen.
Relevanz für europäische Leser
Für europäische Krypto-Anleger ist das relevant, weil es zeigt, wie wichtig Self-Custody bei Bitcoin weiterhin ist. Gleichzeitig unterstreicht es, dass ein großer Teil des Angebots außerhalb der sichtbaren Struktur von Exchanges und Fonds bleibt. Das kann erklären, warum Analysen zu Besitz, Liquidität und institutioneller Adoption oft zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen.