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MUFG testet Echtzeit-Blockchain-Abwicklung für japanische Staatsanleihen

MUFG untersucht die On-Chain-Abwicklung über das Canton Network, um Repos mit JGBs schneller und effizienter zu machen. Das Projekt reiht sich in breitere Tokenisierungs- und Settlement-Tests großer Banken ein.

MUFG testet Echtzeit-Blockchain-Abwicklung für japanische Staatsanleihen

Wichtigste Erkenntnisse

  • MUFG testet Blockchain für eine schnellere Abwicklung japanischer Staatsanleihen über einen Proof-of-Concept auf dem Canton Network.
  • Die Bank will mit Echtzeit-24/7-On-Chain-Settlement die operative und Kapitaleffizienz von Repo-Transaktionen verbessern.
  • MUFG sieht Blockchain als Teil eines breiteren Programms für regulierte Finanzdienstleistungen, einschließlich Stablecoin- und Tokenisierungsforschung.

Mitsubishi UFJ Financial Group (MUFG) will Blockchain einsetzen, um die Abwicklung japanischer Staatsanleihen zu beschleunigen. Die Bank bereitet einen Proof-of-Concept für On-Chain-JGB-Transaktionen über das Canton Network vor, in einem Schritt, der zeigt, wie traditionelle Banken Settlement-Prozesse weiter automatisieren wollen.

Schnellere Abwicklung

Laut MUFG dauert die Abwicklung von JGB-Transaktionen über traditionelle Systeme in der Regel 1 bis 3 Tage. Mit Echtzeit-24/7-On-Chain-Settlement will die Bank vor allem die operative und Kapitaleffizienz von Repo-Transaktionen verbessern. Bei Repos werden Wertpapiere als Sicherheiten für kurzfristige Finanzierung genutzt, wodurch Geschwindigkeit und Verfügbarkeit für Marktteilnehmer direkt relevant sind.

MUFG sagte am Mittwoch, dass JGBs wegen ihrer hohen Kreditwürdigkeit und Liquidität breit als Sicherheiten für Repo-Transaktionen genutzt werden, sowohl in Japan als auch außerhalb. Die Bank sieht deshalb wachsendes Interesse daran, diesen Markt on-chain zu bringen. Das Projekt passt in einen breiteren Trend, in dem Finanzinstitute Blockchain für Funktionen testen, die normalerweise über bestehende Marktinfrastruktur laufen.

Breitere Nutzung von Blockchain im regulierten Finanzumfeld

Das Canton Network wurde 2023 von einem Konsortium gestartet, zu dem unter anderem Goldman Sachs, BNP Paribas, Deutsche Börse und Microsoft gehören. Das Netzwerk ist für regulierte Finanzinstitute konzipiert und nutzt ein Datenschutzmodell, bei dem Transaktionsdaten nur für die beteiligten Parteien sichtbar sind. Das macht es geeignet für Transaktionen, bei denen Vertraulichkeit und Regelkonformität wichtig sind.

MUFG weist außerdem darauf hin, dass Banken in Europa und den Vereinigten Staaten schon länger Proof-of-Concept-Projekte für denselben Zweck durchführen. Ein bekanntes Beispiel ist JPMorgans Kinexys Network, das 2020 live ging und seit Jahren Intraday-Repos mit US-Staatsanleihen unterstützt. Im Dezember 2025 erhielt die Depository Trust & Clearing Corporation außerdem von der SEC einen No-Action Letter, um US-Treasury Securities auf Canton zu tokenisieren, was die Aufmerksamkeit für die On-Chain-Abwicklung von Staatsanleihen weiter erhöht hat.

Breiteres Blockchain-Programm

Der Test mit JGBs steht nicht für sich allein. MUFG arbeitet breiter an Anwendungen von Blockchain innerhalb traditioneller Finanzdienstleistungen. So kündigte die Bank kürzlich an, gemeinsam mit Sumitomo Mitsui Financial Group und Mizuho Financial Group zu prüfen, ob ein gemeinsam ausgegebener Stablecoin bis März 2027 notiert werden kann.

Für europäische Krypto-Leser ist vor allem relevant, dass solche Projekte zeigen, wie Blockchain immer häufiger in regulierter Marktinfrastruktur getestet wird, losgelöst vom spekulativen Handel mit Tokens. Wenn große Banken Settlement, Sicherheiten und Tokenisierung weiter integrieren, könnte das die Brücke zwischen traditioneller Finance und Krypto-Infrastruktur weiter verkleinern. Das passt zu dem breiteren institutionellen Wandel hin zu tokenisiertem Settlement, etwa bei tokenisierten Einlagen, wo Banken 24/7-Abwicklung mit bestehenden Einlagenstrukturen zu verbinden versuchen.


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