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Keine einzige Transaktion wurde auf Ethereum zensiert

Ethereum sortiert Transaktionen nach den Richtlinien des US-Finanzministeriums – wie berechtigt ist die Kritik an der Abwicklung von Tornado Cash?

Keine einzige Transaktion wurde auf Ethereum zensiert

Ethereum sortiert Transaktionen nach den Richtlinien des US-Finanzministeriums – wie gerechtfertigt ist die Kritik an der Abwicklung von Tornado Cash?

Die Anschuldigung wiegt schwer: Übt Ethereum Zensur aus? Mehr als die Hälfte aller Transaktionen des umstrittenen Kryptomixers Tornado Cash werden von den Validatoren vermieden. Ethereum verspielt damit die Kerneigenschaften einer Blockchain: Dezentralisierung, Zensurresistenz, Neutralität – so die Kritik. Aber es ist komplizierter als das.

Trigger: Verbot von Tornado Cash

Einige Transaktionen sind auf einer Blockchain anonymer als andere – wenn sie durch einen Mixer laufen, der die Transaktionspfade verschleiert. Ideal für zweifelhafte Finanztransaktionen: laut Chainalysis stammte fast ein Viertel aller über Mixer verschlüsselten Transaktionen in der ersten Hälfte dieses Jahres von Adressen mit krimineller Vergangenheit.

Aus diesem Grund setzte das Office of Foreign Assets Control (OFAC) des US-Finanzministeriums Anfang August den Kryptomixer Tornado Cash auf die schwarze Liste. Seitdem ist die Nutzung des Protokolls illegal und kann verfolgt werden. Laut OFAC wurden seit 2019 mehr als sieben Milliarden US-Dollar via Tornado Cash gewaschen. Ein Großteil davon durch die nordkoreanische Hackinggruppe Lazarus.

Zensiert Ethereum Tornado Cash?

Der Kryptoraum ging daraufhin in Aufruhr. Coinbase und Coin Center klagen gegen die umstrittene Entscheidung des US-Finanzministeriums. Das Zensieren des Quellcodes von Open-Source-Software würde als Verletzung der Meinungsfreiheit gemäß US-Gesetzgebung gelten, so die Gegner des Verbots.

Ethereums Umgang mit OFAC-Richtlinien hat nun eine fundamentale Debatte in Gang gesetzt. 52 Prozent der Transaktionen, die über den Kryptomixer gesendet werden, gelangen derzeit nicht ins Netz. Die Kritik an dieser Praxis ist deutlich: Ethereum gefährdet damit seine Dezentralisierung, macht sich unglaubwürdig und wird zu einer Schachfigur offizieller Zensur. Doch der Teufel steckt im Detail.

"Keine einzige Transaktion ist gecensured op Ethereum".

CyberCapital-Gründer Justin Bons präsentiert nun seine Sicht: "Keine einzige Transaktion wurde auf Ethereum wegen OFAC zensiert!" Selbst mit "50 Prozent OFAC-Nachhalt” wird eine "nicht-konforme ETH-Transaktion innerhalb 30 Sekunden bestätigt", so Bons, der erläutert: "Es wird erst zensiert, wenn OFAC-konforme Blockproduzenten sich weigern, auf nicht-konformen Blöcken zu bauen."

Das eigentliche Problem, so Bons, hat mit Miner Extracted Value – MEV – zu tun. Blockproduzenten können prinzipiell entscheiden, welche Transaktionen sie verarbeiten. Ob es sich um Proof of Work oder Proof of Stake handelt. Transaktionen, die mehr Gewinn bringen, genießen Priorität.

In der Filterlogik

Miner Extracted Value ist der maximale Gewinn, der aus der Blockproduktion herausgeholt werden kann. Das setzt voraus, dass Transaktionen vorab ausgewählt werden. Laut Bons hat dieses System "zu verschiedenen Formen der Zentralisierung" geführt.

Die meisten Validatoren nutzen die MEV-Boost-Software von Flashbots, die die profitabelsten Blöcke herausfiltert, aber keine Transaktionen von sanktionierten Adressen weiterleitet. Also auch keine Tornado Cash-Transaktionen. Ungefähr 80 Prozent der MEV-Boost-Blöcke wurden von Flashbots weitergeleitet – eine entsprechend große Zahl Tornado Cash-Transaktionen fiel weg.

Der Vorwurf, dass Ethereum absichtlich Transaktionen zensiert, scheint daher übertrieben. Der Einfluss von Flashbots MEV-Boost ist problematisch, behindert die Dezentralisierung des Netzwerks jedoch nicht direkt. Justin Bons verweist auch auf Updates, die das Belohnungssystem weiter dezentralisieren würden. Die Debatte, die angestoßen wurde, wird diese Entwicklung vermutlich beschleunigen.


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