Robinhood sieht Krypto-Event-Contracts schneller wachsen als Sport
Krypto-Event-Contracts legen bei Robinhood schnell zu und drängen Sport in den Hintergrund. Das Wachstum fällt mit juristischem Druck auf Kalshi und Polymarket in den USA zusammen.

Wichtigste Erkenntnisse
- Robinhood-Chef Vlad Tenev sagt, dass Krypto-Event-Contracts auf der Plattform schneller wachsen als Sportkontrakte.
- Laut Tenev werden Sportkontrakte innerhalb weniger Jahre innerhalb von Prediction Markets in der Minderheit sein.
- Robinhood baut weiter an einer eigenen Prediction-Market-Infrastruktur und hat im vergangenen Jahr rund neun Milliarden Event-Contracts verarbeitet.
Robinhood-Chef Vlad Tenev sagt, dass Krypto-Event-Contracts inzwischen schon einen auffallend großen Teil der Prediction-Markets-Aktivitäten auf der Plattform ausmachen. Seiner Einschätzung nach werden Sportkontrakte innerhalb weniger Jahre sogar in der Minderheit sein. Die Aussage unterstreicht, wie schnell dieser Markt in den USA wächst, während der Streit um sportbezogene Kontrakte weiter an Fahrt gewinnt.
Krypto gewinnt an Boden
Tenev sagte bei CNBC, dass Event-Contracts, also Ja-oder-Nein-Trades auf das Ergebnis eines zukünftigen Ereignisses, nicht einfach nur ein neuer Name für Sportwetten sind. Er sieht vor allem Krypto als eine Kategorie, die schneller wächst als Sport. "We’re already seeing other categories like crypto taking a disproportionate share. And I think within a few years, sports will actually be in the minority," sagte er.
Diese Verschiebung passt zu einem breiteren Wachstum der Prediction Markets. Im März 2026 stieg das gesamte Handelsvolumen auf 25,7 Milliarden Dollar (22,4 Milliarden Euro), ein Plus von 10,6 % gegenüber Februar. Analysten von Bernstein gehen zudem davon aus, dass die Volumina von Event-Contracts bis Ende 2026 auf rund 240 Milliarden Dollar (209 Milliarden Euro) steigen könnten, mit einem möglichen Markt von 1 Billion Dollar (0,9 Billionen Euro) im Jahr 2030. Das sind keine Gewissheiten, zeigen aber, wie schnell der Sektor reifer wird.
Juristischer Druck auf Sport
Sportkontrakte stehen derweil unter genauer Beobachtung. New York hat Kalshi im Juli verklagt und fordert mehr als 36 Milliarden Dollar (31,4 Milliarden Euro) Schadenersatz plus ein landesweites Verbot der Event-Contracts der Plattform. Baltimore reichte separat eine Klage gegen Kalshi und Polymarket ein, weil die Stadt diese Produkte als nicht lizenzierte Sportsbooks einstuft. Auch der Stadtrat von New York City prüft, wie Kalshi, Polymarket, Coinbase und Gemini Titan Prediction Contracts für Einwohner anbieten.
Krypto-bezogene Kontrakte sind bislang weitgehend von diesem speziellen Sportstreit verschont geblieben. Dadurch hat gerade diese Kategorie mehr Spielraum für Wachstum, während der juristische Konflikt um Sport weiterläuft. Das passt zur breiteren Unsicherheit rund um neue CFTC-Regeln, die entscheidend dafür werden könnten, wie weit Event-Contracts künftig gehen dürfen.
Robinhood baut weiter aus
Robinhood macht in diesem Markt auch selbst weitere Schritte. Das Unternehmen hat kürzlich ein Joint Venture mit dem Market Maker Susquehanna gegründet, um die Krypto-Exchange MIAXdx, früher LedgerX, zu übernehmen. Damit will es eine eigene Prediction-Market-Infrastruktur aufbauen. Robinhood bezeichnet Prediction Markets inzwischen als seine am schnellsten wachsende Umsatzlinie, mit rund neun Milliarden gehandelten Event-Contracts auf der Plattform im vergangenen Jahr.
Für europäische Krypto-Beobachter ist vor allem relevant, dass die Grenze zwischen traditionellen Derivaten und Krypto-Produkten weiter verschwimmt. Die CFTC sucht inzwischen mehr Klarheit und betont die bundesstaatliche Zuständigkeit für Prediction Markets, während Akteure wie Wintermute bereits auf beiden Seiten Liquidität bereitstellen. Das deutet darauf hin, dass dieser Markt nicht mehr nur von Retail-Tradern getragen wird, sondern auch zunehmend institutionelle Akteure anzieht.