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Gemini schrumpft weiter, doch Lizenzen ziehen Käufer an

Der Börsenwert sinkt stark, doch Geminis Lizenzen in den USA und Europa machen das Unternehmen für mögliche Käufer interessant. Vor allem Custody und regulatorischer Zugang scheinen schwerer zu wiegen als die Exchange-Umsätze.

Gemini schrumpft weiter, doch Lizenzen ziehen Käufer an

Wichtigste Erkenntnisse

  • Gemini Space Station hat seit dem Börsengang rund 80 % an Börsenwert verloren und kommt nun auf eine Marktkapitalisierung von etwa 753 Millionen Dollar.
  • Der Exchange-Umsatz sank im zweiten Quartal um 38 % auf 12,5 Millionen Dollar, während Spotvolumen und Assets auf der Plattform deutlich zurückgingen.
  • Käufer scheinen vor allem an Geminis Lizenzen und Custody-Infrastruktur interessiert zu sein, doch die Winklevoss-Zwillinge halten 94,5 % der Stimmrechte.

Gemini Space Station, das Kryptounternehmen hinter der Gemini Krypto-Exchange, sieht seinen Börsenwert weiter sinken, während die Frage lauter wird, ob die Lizenzen und die Custody-Infrastruktur des Unternehmens am Ende wertvoller sind als das Handelsgeschäft selbst. Seit dem Börsengang ist der Wert der Aktie um etwa 80 % gefallen, die Marktkapitalisierung liegt bei rund 753 Millionen Dollar (657 Millionen Euro).

Schwächere Zahlen bei Gemini

Der Rückgang kommt nicht überraschend. Im zweiten Quartal sank der Exchange-Umsatz im Jahresvergleich um 38 % auf 12,5 Millionen Dollar (10,9 Millionen Euro). Auch das Spotvolumen ging stark zurück, um 66 % auf 3,8 Milliarden Dollar (3,3 Milliarden Euro), während die Assets auf der Plattform auf 8,4 Milliarden Dollar (7,3 Milliarden Euro) zurückgingen, von zuvor 18,2 Milliarden Dollar (15,9 Milliarden Euro).

Damit gerät das Kerngeschäft von Gemini unter Druck. Ein Venture-Capital-Investor sagte gegenüber CoinDesk, dass die Exchange-Technologie selbst im Vergleich zu Wettbewerbern wenig unterscheidbar sei. Für einen möglichen Käufer geht es deshalb weniger um das Handelsvolumen und mehr um das, was im Hintergrund steckt.

Lizenzen als Kaufobjekt

Gemini verfügt über seine Tochtergesellschaften weiterhin über wichtige Lizenzen und Genehmigungen, die für Wettbewerber schwer und zeitaufwendig selbst aufzubauen sind. Laut der Quelle müssten Käufer abwägen, ob es günstiger ist, diese Einheiten zu kaufen, als dieselben Genehmigungen selbst zu erhalten, einschließlich der rechtlichen Kosten und der dafür nötigen Zeit.

Das passt zu einem breiteren Trend im Krypto-M&A, bei dem Käufer häufiger für regulatorischen Zugang, Vertrieb und bestehende Kundenbeziehungen zahlen als nur für Handelsvolumen. Zuvor kaufte Keyrock die Trading-Aktivitäten von BlockFills, um Lizenzen, Derivate-Know-how und institutionelle Kunden hinzuzufügen. Auch Ondo prüfte einen Deal über 500 Millionen Dollar (436 Millionen Euro), während LMAX und B2C2 strategische Transaktionen ausgelotet haben.

Gemini hat zudem seine regulatorische Präsenz außerhalb der USA ausgebaut, unter anderem in Irland, Italien, Griechenland, Frankreich und Malta. Dadurch kann das Unternehmen auch Derivate innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums anbieten. Für europäische Krypto-Beobachter ist das relevant, weil solche Lizenzen bei Übernahmen und beim Marktzugang immer häufiger eine entscheidende Rolle spielen.

Stimmrechte machen den Deal schwierig

Trotzdem ist eine Übernahme nicht einfach. Die Winklevoss-Zwillinge halten effektiv 94,5 % der Stimmrechte von Gemini. Das kann Verhandlungen zwar überschaubar machen, weil in der Praxis zwei Personen den Ausschlag geben, eine feindliche Übernahme macht es aber nahezu unmöglich.

Lorenzo Valente von ARK Invest hatte im vergangenen Monat auf X angedeutet, dass Hyperliquid Gemini kaufen und als regulierten US-Zugangspunkt für Perpetual Futures und Prediction Markets nutzen könnte. Es gibt keinen Hinweis darauf, dass Hyperliquid einen solchen Deal aktiv verfolgt, doch der Vorschlag unterstreicht, warum Gemini für manche Käufer interessanter sein könnte, als die aktuelle Börsenbewertung vermuten lässt.

Der Druck auf Gemini passt auch zu einer breiteren Schwäche bei börsennotierten Krypto-Plattformen. Das Krypto-Spotvolumen steigt im August um 19 % auf 510 Milliarden Dollar zeigte zwar, dass das Handelsvolumen an den großen Börsen wieder anzog, doch diese Erholung kommt nicht automatisch bei jeder einzelnen Exchange an.


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