Robinhood berechnet auf Bitcoin-Transaktionen fast 2 % Spread
Die Kosten sind im Ausführungspreis enthalten, wodurch die Standardroute teurer ausfällt, als viele Trader erwarten. Robinhood nennt Smart Exchange Routing als günstigere Alternative.

Wichtigste Erkenntnisse
- Robinhood berechnet auf seiner Standardroute für Krypto-Orders beim Kauf und Verkauf von Bitcoin fast 2 % Spread.
- Die Kosten sind über Market-Maker-Routing im Ausführungspreis enthalten, nicht auf einer separaten Rechnung.
- Smart Exchange Routing kann günstiger sein, mit einer ausgewiesenen Gebühr zwischen 0 % und 0,95 % je nach Handelsvolumen.
Robinhood berechnet auf seiner Standardroute für Krypto-Orders fast 2 %, um Bitcoin zu kaufen und wieder zu verkaufen. Die Kosten sind im Preis selbst enthalten, nicht auf einer separaten Rechnung. Das macht die Route teurer, als viele Trader auf den ersten Blick erwarten.
Wie der Spread funktioniert
Die Diskussion entstand, nachdem Delphi-Digital-Gründer Tommy Shaughnessy diese Woche einen Screenshot mit einem Bitcoin-Spread von 1.426,03 $ (1.240 €) geteilt hatte. Auf Basis dieses Quotes lag der Geldkurs bei 75.361,72 $ (65.800 €) und der Briefkurs bei 76.787,76 $ (67.000 €), ein Unterschied von 1,87 %. Shaughnessy bezeichnete das als übertrieben für ein Asset dieser Größenordnung.
Bei Robinhood heißt die Standardeinstellung Market-Maker-Routing. Dabei gehen Krypto-Orders nicht direkt an eine Exchange, sondern an eine externe Handelsfirma. Robinhood Crypto erhält dafür 0,95 $ (0,83 €) pro 100 $ (87 €) Volumen. Dieser Betrag ist im Ausführungspreis enthalten, wodurch Käufer mehr zahlen und Verkäufer weniger erhalten.
Günstigere Alternative vorhanden
Robinhood verweist selbst auf Smart Exchange Routing als Alternative. Dabei liegt die ausgewiesene Gebühr zwischen 0 % und 0,95 %, abhängig vom 30-Tage-Handelsvolumen des Nutzers. Für aktive Trader kann dieser Unterschied groß sein, auch wenn die Standardroute die Option bleibt, die viele Nutzer wahrscheinlich zuerst sehen.
Johann Kerbrat, Senior Vice President und General Manager Crypto bei Robinhood, sagte außerdem, dass Kunden ihre Coins nicht erst verkaufen müssen, um sie von der Plattform abzuziehen. Seiner Aussage nach können BTC und andere unterstützte Krypto direkt an eine externe Krypto-Wallet gesendet werden.
Warum das relevant ist
Für europäische Krypto-Leser ist das vor allem relevant, weil es zeigt, wie groß der Unterschied zwischen einem scheinbar einfachen Kauf-Button und den tatsächlichen Ausführungskosten sein kann. Am Kryptomarkt sind transparente Gebühren oft genauso wichtig wie der sichtbare Kurs. Zum Vergleich: Auf großen Krypto-Exchanges liegen die Standard-Spot-Gebühren oft deutlich niedriger, was die Diskussion über Routing und Preisausführung zusätzlich verschärft.
Robinhood hat in diesem Jahr auch agentisches Trading für Krypto geöffnet, bei dem externe KI-Agents über ein separates Konto handeln können. Das Unternehmen erlaubt dabei allerdings Einschränkungen: Agents dürfen nicht übertragen, staken oder leihen. Diese Kombination aus KI-Zugang und begrenzter Funktionalität macht die Kostenstruktur für Nutzer, die über automatisierte Tools handeln wollen, besonders relevant.