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Nordkoreanische Hacker infizieren 30.000 Geräte und stehlen Krypto

WaterPlum, auch bekannt als Contagious Interview, täuschte Entwickler mit Fake-Stellenanzeigen und stahl so Wallet-Schlüssel und Browserdaten. Das FBI und die japanische Polizei ordnen der Kampagne mindestens 10,71 Millionen Dollar an Krypto zu.

Nordkoreanische Hacker infizieren 30.000 Geräte und stehlen Krypto

Wichtigste Erkenntnisse

  • Eine nordkoreanische Hackergruppe infizierte mehr als 30.000 Computer in über 100 Ländern und stahl Daten aus mehr als 7.000 Krypto-Wallets.
  • Zwischen Dezember 2025 und Juli 2026 landeten mindestens 10,71 Millionen Dollar an digitalen Assets auf Wallets, die die Gruppe kontrolliert.
  • Die Gruppe lockte Opfer über Fake-Stellenanzeigen und Malware an, was besonders gefährlich für Krypto-Nutzer und Entwickler ist.

Eine nordkoreanische Hackergruppe hat mehr als 30.000 Computer in über 100 Ländern infiziert und Daten aus mehr als 7.000 Krypto-Wallets erbeutet. Laut Japan’s National Police Agency und dem FBI landeten zwischen Dezember 2025 und Juli 2026 mindestens 10,71 Millionen Dollar (9,3 Millionen Euro) an digitalen Assets auf Wallets, die die Gruppe kontrolliert. Der Angriff zeigt, wie schnell gefälschte Bewerbungen und Malware weiterhin zu einem direkten Risiko für Krypto-Nutzer und Entwickler werden können.

Fake-Stellenanzeigen als Köder

Die Gruppe, die von den Behörden WaterPlum genannt wird und auch als Contagious Interview bekannt ist, gibt sich als Recruiter für Unternehmen aus dem Bereich KI, Krypto und NFTs aus. Über soziale Medien, Jobplattformen und Freelancer-Marktplätze spricht die Gruppe Softwareentwickler und IT-Fachkräfte mit scheinbar attraktiven Stellen an.

Anschließend erhalten die Opfer eine technische Interviewrunde oder einen Coding-Test. Sie werden gebeten, Dateien von Code-Sharing-Seiten herunterzuladen, angeblich weil ein Videogespräch defekt ist oder weil die Aufgabe das erfordert. In diesen Dateien steckt Malware, die Browser-Passwörter, Screenshots, Tastatureingaben und die geheimen Schlüssel einer Krypto-Wallet stehlen soll.

Die Behörden warnen, dass solche Angriffe besonders gefährlich sind, weil sich der Täter wie ein normaler Arbeitgeber verhält. Für die Opfer wirkt der Kontakt zunächst legitim, während der Schaden oft erst später sichtbar wird.

Größeres Muster nordkoreanischer Hacks

Der Fall passt in eine breitere Welle nordkoreanischer Cyberangriffe auf den Kryptosektor. Zuvor wurden nordkoreanische Hacker bereits mit großen Diebstählen in Verbindung gebracht, darunter der Angriff auf Bybit im Februar 2025. Nach früheren Schätzungen stahl Nordkorea im Jahr 2025 insgesamt 2,02 Milliarden Dollar (1,8 Milliarden Euro) an Krypto, was fast 60 % aller gemeldeten Kryptodiebstähle in diesem Jahr entsprach.

Das macht deutlich, warum Aufsichtsbehörden und Ermittlungsbehörden immer häufiger vor Social Engineering statt nur vor technischen Schwachstellen warnen. Die Angreifer zielen nicht nur auf Wallets, sondern auch auf Menschen mit Zugriff auf Code, Konten und Unternehmensnetzwerke.

Bedeutung für Europa

Für europäische Krypto-Nutzer und Unternehmen ist das vor allem relevant, weil der Angriff zeigt, wie international diese Kampagnen sind. Die Gruppe traf Opfer in mehr als 100 Ländern und nutzte auch japanische und internationale Rekrutierungskanäle. Für Entwickler und Teams in Europa bleibt besondere Vorsicht bei unaufgeforderten Bewerbungsgesprächen, Testdateien und Software aus externen Quellen wichtig. Auch eine frühere Infiltration bei MetaMask zeigte, wie weit nordkoreanische Akteure kommen können, wenn sie sich als legitime Entwickler oder Auftragnehmer ausgeben.


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