Haruko-Hack trifft 15 Kunden und legt Handelsdaten offen
Beim Londoner Anbieter für Portfolio- und Risikomanagement wurden Read-only-Exchange-APIs und Handelsdaten abgegriffen. Der Angriff reiht sich in eine breitere Welle von Hacks auf Krypto-Infrastruktur ein.

Wichtigste Erkenntnisse
- Haruko wurde von einem gezielten Cyberangriff getroffen, bei dem 15 Kunden betroffen waren.
- Angreifer erbeuteten Read-only-Exchange-API-Daten und Handelsdaten; bei einigen kleineren Hedgefonds wurde möglicherweise ein kleiner Betrag gestohlen.
- Haruko sagt, die Schwachstelle behoben und serverseitige Secrets erneuert zu haben.
Haruko ist von einem gezielten Cyberangriff betroffen, bei dem 15 Kunden getroffen wurden. Dabei wurden Read-only-Exchange-API-Daten und Handelsdaten abgegriffen, und laut Quellen könnte bei einigen kleineren Hedgefonds mit schwächerer Sicherheit ein kleiner Betrag an Geldern gestohlen worden sein.
Was abgegriffen wurde
Der Angriff traf Berichten zufolge alle nicht auf der Whitelist stehenden Kunden von Haruko. Eine Whitelist lässt nur vorab genehmigte Computer oder Websites zu, und genau diese zusätzliche Ebene fehlte bei den betroffenen Konten. Laut Mitteilungen an Kunden wurde eine Schwachstelle in einem Prozess von Haruko ausgenutzt, woraufhin ein User-Access-Token erbeutet wurde und Daten aus dem Speicher dieses Prozesses ausgelesen werden konnten.
Die Login-Daten der Kunden auf ihren eigenen Systemen sollen nicht kompromittiert worden sein. Über die Infrastruktur von Haruko konnten Angreifer jedoch auf Daten zugreifen, die unter anderem Exchange-API-Details und Handelsinformationen enthalten konnten. Haruko sagte, die Schwachstelle behoben und seine serverseitigen Secrets erneuert zu haben.
Warum das für den Kryptomarkt zählt
Der Hack passt in eine breitere Welle von Angriffen auf Kryptounternehmen. In der ersten Hälfte von 2026 ging es laut TRM Labs um eine Rekordzahl von 207 Angriffen, mit insgesamt 972 Millionen Dollar (848 Millionen Euro) an Verlusten. Das ist für europäische Krypto-Investoren relevant, weil institutionelle Akteure zunehmend auf externe Infrastruktur für Handel, Verwahrung und Risikomanagement angewiesen sind.
Haruko ist ein Londoner Kryptounternehmen, das Portfolio-, Risikomanagement- und Trade-Data-Infrastruktur für institutionelle Digital-Asset-Anbieter bereitstellt. Die Plattform verbindet sich mit Krypto-Exchanges, Custodians, Blockchains und DeFi-Protokollen, sodass ein Vorfall bei einem solchen Anbieter schnell mehrere Kunden treffen kann, ohne dass deren eigene Systeme direkt betroffen sind. Das macht diesen Vorfall vergleichbar mit anderen Infrastruktur-Leaks, etwa der Verschiebung hin zu Key- und Infrastrukturangriffen, die in diesem Jahr bereits häufiger zu beobachten war.
Breiteres Angriffsmuster
TRM Labs meldete, dass Infrastruktur- und operative Kompromittierungen für rund 76% des gestohlenen Geldes verantwortlich waren, obwohl sie nur 15% der Vorfälle ausmachten. Das deutet darauf hin, dass Angreifer sich immer häufiger auf Zugänge und Prozesse rund um Krypto-Infrastruktur konzentrieren, statt nur auf Smart Contracts oder einzelne Wallets.
Haruko sagt, weltweit mehr als 80 Kunden zu bedienen und an mehr als 100 zentrale Handelsplattformen, 30 Blockchains und 250 Onchain-Protokolle anzubinden. Das Unternehmen hat angekündigt, später eine vollständige technische Post-Mortem zu veröffentlichen.