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Öl in der Spannungszone könnte Bitcoin und Aktien treffen

WTI nähert sich einem Ausbruchspunkt; ein höherer Ölpreis könnte über Inflation und Zinsen vor allem Bitcoin und Nasdaq-Aktien treffen.

Öl in der Spannungszone könnte Bitcoin und Aktien treffen

Wichtigste Erkenntnisse

  • WTI-Öl bewegt sich in einer engen Bandbreite um $102, mit wichtigen Marken bei $105,50 nach oben und $93 nach unten.
  • Ein höherer Ölpreis kann Inflation und Zinsen nach oben treiben, was für Bitcoin und andere riskante Assets ungünstig ist.
  • Bitcoin bewegt sich oft stärker im Gleichschritt mit Aktien als mit Öl; die 30-Tage-Korrelation mit dem Nasdaq 100 lag bei 0,64.

Bitcoin-Anleger schauen diese Woche nicht nur auf den Kryptomarkt, sondern auch auf Öl. Der WTI-Preis scheint an einem Wendepunkt zu stehen. Ein Ausbruch könnte deutliche Folgen haben und über die Inflation auch den breiteren Markt treffen. Das ist relevant für Bitcoin, weil sich die Münze in der Praxis oft stärker mit Aktien bewegt als mit dem Bild von digitalem Gold.

WTI steckt fest

Die Tagesgrafik von WTI zeigt eine immer engere Bewegung. Die breiten Schwankungen von März und April haben sich abgeflacht, und der Kurs bewegt sich nun in Richtung einer engen Spanne um $102 (€92). Händler nennen ein solches Muster oft eine Coil oder Pennant: Der Markt zieht sich zusammen, als stünde eine Feder unter Spannung.

Das sagt noch nichts über die Richtung aus. Ein Ausbruch kann sowohl nach oben als auch nach unten gehen, und genau deshalb achten Trader auf die Marken bei $105,50 (€95) auf der Oberseite und rund $93 (€84) auf der Unterseite. Oberhalb von $105,50 (€95) rückt der Bereich um $117 (€105) bis $119 (€107) in den Fokus, während ein Rückgang unter $93 (€84) wiederum Spielraum für niedrigere Ölpreise eröffnet.

Warum Bitcoin mit hinschaut

Ein höherer Ölpreis kann die Inflation anheizen und die Zinsen länger hoch halten. Das würde die Finanzierungsbedingungen für den gesamten Markt straffer machen, was oft ungünstig für riskante Assets wie Bitcoin und Tech-Aktien ist. Die Federal Reserve Bank of San Francisco hatte bereits zuvor gewarnt, dass unruhige Ölmärkte das wirtschaftliche Bild verzerren, während Vanguard hohe Ölpreise als mögliches Stagflationsrisiko sieht.

Auch die Federal Reserve Bank of Dallas wies darauf hin, dass der Krieg zwischen Iran und Israel über teureren Benzinpreis die Inflationserwartungen beeinflussen kann. Gleichzeitig ist die amerikanische Wirtschaft weniger ölabhängig als früher, wodurch die Auswirkungen von Preisschocks kleiner ausfallen könnten als in früheren Jahrzehnten. Für europäische Leser ist das relevant, weil Ölpreise nicht nur die Inflation in den USA beeinflussen, sondern auch den Ton für die weltweite Risikobereitschaft setzen.

Bitcoin folgt häufiger Aktien

Bitcoin wird oft als digitales Gold beschrieben, doch in der Praxis verhält sich die Münze regelmäßig eher wie eine Wachstumsaktie. Laut CoinDesk lag die 30-Tage-Korrelation mit dem Nasdaq 100 bei 0,64. Mit Öl lag diese Korrelation kurz vor dem Krieg zwischen Iran und Israel noch bei plus 0,18, seitdem aber bei minus 0,47.

Das macht den Ausbruch bei Öl für den Kryptomarkt besonders wichtig. Steigt Öl weiter, könnte das mit höheren Zinsen und schwächerer Nachfrage nach riskanten Assets zusammenfallen. Fällt Öl dagegen, nimmt ein Teil des Inflationsdrucks ab und das könnte dem Markt etwas Luft verschaffen.


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