OpenReserve erhält erste OCC-Genehmigung für Bankcharter
Die vorläufige OCC-Lizenz bringt OpenReserve auf den Weg zu einer nationalen Bank mit Onchain-Settlement, Stablecoins und tokenisierten Einlagen. Der Schritt passt zum US-Trend hin zu streng regulierten Krypto-Banken.

Wichtigste Erkenntnisse
- OpenReserve Bank hat von der US-Aufsichtsbehörde OCC eine vorläufige Banklizenz erhalten.
- Die Blockchain-Bank will zu einer nationalen Full-Service-Bank mit Onchain-Settlement werden.
- OpenReserve richtet sich an institutionelle Kunden für Treasury Management, Stablecoin-Ausgabe und tokenisierte Einlagen.
OpenReserve Bank hat von der US-Aufsichtsbehörde OCC eine vorläufige Banklizenz erhalten. Die Blockchain-Bank, unterstützt unter anderem von Andreessen Horowitz, Jump Capital und Coinbase Ventures, will zu einer nationalen Full-Service-Bank mit in die Dienstleistungen integriertem Onchain-Settlement werden.
Full-Service-Bank mit Krypto-Investoren
Laut OpenReserve hat sich das Unternehmen bewusst für eine nationale Banklizenz statt für eine enger gefasste Struktur entschieden. CEO Dee Choubey sagte in einer Erklärung, dass Aufsicht, Sicherheit, Compliance und Vertrauen für Kunden die Grundlage dessen bilden, was das Unternehmen aufbaut.
Die Bank hat ihren Sitz in Salt Lake City, Utah, und benötigt noch die endgültige Genehmigung der OCC, bevor die Lizenz dauerhaft wird. OpenReserve reichte seinen Antrag im April ein. Neben a16z, Jump und Coinbase Ventures beteiligten sich auch Acrew, Wintermute Ventures, Clocktower, Quona, AAF Management und Zero Knowledge Ventures.
Stablecoins und tokenisierte Einlagen
OpenReserve sagt, dass sich das Unternehmen auf institutionelle Kunden für Treasury Management, Stablecoin-Ausgabe und tokenisierte Einlagen konzentriert. Dabei verweist das Unternehmen auch auf die Regeln des GENIUS Act, der in den Vereinigten Staaten einen bundesweiten Rahmen für Stablecoins schafft und unter anderem Reserveanforderungen festlegt.
Das Gesetz passt in die breitere Verschiebung, bei der US-Aufsichtsbehörden Krypto-nativen Banken offenbar mehr Spielraum geben. Die OCC genehmigte am selben Tag auch eine bedingte Banklizenz für das britische Fintech-Unternehmen Revolut, das von Connecticut aus Geschäfte machen will.
Die Entwicklung fügt sich in den breiteren Trend ein, dass Banken Blockchain-Infrastruktur in ihre Dienstleistungen aufnehmen. So hat Standard Chartered in Dubai kürzlich mit institutionellem Spot-Trading in Bitcoin und Ether über seine Bankplattform begonnen.
Bedeutung für Europa
Für europäische Krypto-Beobachter zeigt dieser Schritt, wie schnell sich der US-Markt in Richtung regulierter Krypto-Banken bewegt. Das ist relevant für Anbieter, die Stablecoins, tokenisierte Einlagen oder institutionelle Krypto-Dienstleistungen anbieten wollen, weil Banklizenzen dort immer wichtiger werden. Auch für niederländische und europäische Unternehmen, die mit US-Gegenparteien arbeiten, könnte das die Anforderungen an Compliance und Bankzugang weiter erhöhen.