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Bitcoin erhält Rückenwind, während Dollar und Renditen anders reagieren

Der schwächere Dollar und steigende Treasury-Renditen verändern die alten Korrelationen, während Bitcoin bei rund 77.700 Dollar Unterstützung findet. In Washington bleibt die CLARITY Act derweil ein wichtiger Faktor für den Sektor.

Bitcoin erhält Rückenwind, während Dollar und Renditen anders reagieren

Wichtigste Erkenntnisse

  • Die 10-jährige Rendite auf US-Staatsanleihen stieg in diesem Jahr auf 4,81%, während der Dollar Index mit 99,22 nahezu unverändert blieb.
  • Bitcoin handelte bei rund 77.700 Dollar, etwa 0,8% höher seit Mitternacht UTC, trotz der höheren Zinsen.
  • Der Markt blickt auch auf eine geplante Senatsabstimmung am 15. September über die CLARITY Act.

Die alte Marktlogik rund um höhere Anleiherenditen scheint weniger gut zu funktionieren, und das zeigt sich erneut bei Bitcoin. Während die 10-jährige Rendite auf US-Staatsanleihen in diesem Jahr auf 4,81% gestiegen ist, blieb der Dollar Index mit 99,22 nahezu unverändert. Bitcoin handelte derweil bei rund 77.700 Dollar (67.100 Euro), etwa 0,8% höher seit Mitternacht UTC.

Renditen und Dollar entwickeln sich auseinander

Lange Zeit galt, dass höhere Renditen in den USA und anderen entwickelten Märkten Geld in sichere Anleihen lenken, zulasten von Assets wie Bitcoin und Gold. Diese Logik ist weiterhin bekannt, doch der Markt scheint inzwischen weniger strikt darauf zu reagieren. Auch in Japan und Deutschland sind die Renditen in diesem Jahr gestiegen, ohne dass die Währungen dort automatisch stärker geworden wären.

Das passt zu einer breiteren Verschiebung darin, wie Anleger auf Zinsen schauen. Das US-Finanzministerium hat sein Rückkaufprogramm für langlaufende Staatsanleihen ausgeweitet, um die Renditen zu stabilisieren, während höhere Treasury-Renditen die Finanzierungskosten für Verbraucher, Unternehmen und Regierungen weiter erhöhen können. Damit geht es bei Zinsen nicht nur um Rendite, sondern auch um Druck auf die Wirtschaft und auf die US-Schuldenposition.

Was das für Bitcoin bedeutet

Für Bitcoin ist das relevant, weil höhere Zinsen nicht nur die Attraktivität risikofreier Anlagen verändern, sondern auch die Liquidität und die Erwartungen an die Politik der Federal Reserve. In diesem Zusammenhang wird Bitcoin häufiger als Hard Asset eingeordnet, ähnlich wie Gold, gerade wenn Anleger an der Kaufkraft von Währungen zweifeln.

Der schwächere Dollar gab dem Kryptomarkt heute bereits zusätzlichen Rückenwind. Neben Bitcoin zeigten auch kleinere Tokens starke Bewegungen, wobei ARB und LIT innerhalb von 24 Stunden um 20% beziehungsweise 12% stiegen. Gleichzeitig bleibt das breitere makroökonomische Umfeld volatil, zumal die 30-jährige Rendite bei rund 5,32% notiert, dem höchsten Stand seit 2007.

Regulierung bleibt ein Faktor

Neben den Makrofaktoren schaut der Markt auch nach Washington. SEC-Vorsitzender Paul Atkins sagte in einem Interview, dass der Senat am 15. September eine entscheidende Cloture-Abstimmung über einen Antrag plant, mit der CLARITY Act weiter voranzukommen. Für den Kryptomarkt ist das vor allem deshalb relevant, weil klarere Regeln für den Sektor den Ton in den USA verändern könnten, auch wenn eine solche Abstimmung für sich genommen noch nichts über den Ausgang des Gesetzgebungsverfahrens aussagt.


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