Bitcoin wieder über 77.500 Dollar, während die Dollarabsicherung nachlässt
Institutionelle Anleger fahren ihre Dollarabsicherung auf den niedrigsten Stand seit 2015 zurück, während Bitcoin und große Altcoins mit Währungsströmen und der Stimmung mitlaufen.

Wichtigste Erkenntnisse
- Bitcoin handelte am Donnerstagmorgen in Asien knapp über 77.500 Dollar, rund 1% höher innerhalb von 24 Stunden und etwa 3% niedriger auf Wochensicht.
- BNB, XRP, Dogecoin, Tron, Solana, Zcash und Bitcoin legten um etwa 2% bis fast 3% zu, während Ether und Hyperliquid nahezu unverändert blieben.
- Institutionelle Anleger sicherten per 30. Juni noch 41% ihres Fremdwährungsrisikos ab, der niedrigste Stand seit mindestens 2015.
Bitcoin handelte am Donnerstagmorgen in Asien knapp über 77.500 Dollar (66.900 Euro). Damit lag die Kryptowährung rund 1% höher als vor 24 Stunden, auf Wochensicht aber immer noch etwa 3% im Minus. Gleichzeitig zeigten mehrere große Altcoins grüne Vorzeichen, während die Dollarabsicherung institutioneller Anleger weltweit auf den niedrigsten Stand seit Jahren sank.
Altcoins färben sich grün
BNB führte die Gewinner mit einem Plus von fast 3% an. XRP und Dogecoin legten jeweils um mehr als 2% zu. Tron, Solana, Zcash und Bitcoin kamen allesamt auf rund 2% Gewinn. Ether und Hyperliquid blieben nahezu unverändert.
Diese breite Erholung passt zu einem Markt, in dem Bitcoin in der vergangenen Woche klar mit den Währungsströmen mitlief. Wenn der Dollar schwächer wird, suchen Anleger mitunter wieder mehr Risiko, doch kurzfristig bleibt der Kryptomarkt vor allem anfällig für schnelle Verschiebungen beim Dollar und bei der Stimmung rund um große Coins.
Weniger Schutz vor dem Dollar
Laut Bloomberg hatten Pensionsfonds und Versicherer in Japan, Kanada, Taiwan und drei weiteren Märkten per 30. Juni nur noch 41% ihres Fremdwährungsrisikos abgesichert. Das ist der niedrigste Stand seit mindestens 2015. Hedging bedeutet, dass Anleger bezahlen, um einen Wechselkurs festzuschreiben, doch dieser Schutz ist weniger beliebt geworden, da der Dollar in unruhigen Märkten über Jahre als sicherer Hafen galt.
Ein ungesicherter Anleger, der den Dollar für weniger sicher hält, muss Dollar verkaufen, um das Engagement zu verringern. Dadurch werden die Währungsströme selbst für Krypto relevant, weil Bitcoin in der vergangenen Woche deutlich empfindlich auf Bewegungen im Dollar reagierte.
Warum das für Krypto zählt
Für europäische Krypto-Anleger ist das vor allem deshalb relevant, weil Bitcoin und große Altcoins immer häufiger mit breiteren Makroströmen mitlaufen und nicht nur mit Nachrichten aus dem Sektor selbst. Wenn große institutionelle Akteure ihre Dollarabsicherung weiter zurückfahren, könnte das die Aufmerksamkeit für Währungsbewegungen im Kryptomarkt erhöhen. Auch der Yen bleibt dabei ein wichtiges Signal, weil eine Bewegung in Richtung 160 laut Marktbeobachtern erstmals sichtbar machen könnte, wo sich dieser Abbau abzeichnet.
Die jüngste Kursbewegung passt zum breiteren Bild, dass Bitcoin wieder über 77.500 Dollar (66.900 Euro) zurückgekehrt ist, während XRP die großen Coins nach oben zog. Das fügt sich in einen Markt ein, in dem Makroerwartungen und Risikostimmung derzeit mindestens ebenso wichtig sind wie reine Kryptonachrichten.