Ripple-CEO kritisiert JPMorgans Dimon wegen des Clarity Act
Garlinghouse setzt JPMorgan-Chef Dimon wegen des Clarity Act und von Stablecoin-Erträgen unter Druck. Der Streit zwischen Banken und Krypto könnte die US-Regulierung weiter verzögern.

Wichtigste Erkenntnisse
- Ripple-CEO Brad Garlinghouse kritisiert JPMorgan-Chef Jamie Dimon für seinen Widerstand gegen den US-Clarity Act.
- Der Clarity Act soll klarere Regeln für digitale Assets schaffen und enthält umstrittene Regelungen zu Stablecoin-Erträgen.
- Der Gesetzentwurf hat im Repräsentantenhaus Unterstützung, steckt im Senat aber wegen Uneinigkeit über Stablecoin-Erträge weiter fest.
Ripple-CEO Brad Garlinghouse hat sich gegen die Kritik von JPMorgan-Chef Jamie Dimon am Clarity Act gestellt, einem wichtigen US-Gesetzentwurf, der einen regulatorischen Rahmen für den Kryptomarkt schaffen soll. Garlinghouse sagt, Dimon müsse klarer sagen, warum er am Status quo festhält, der seiner Ansicht nach vor allem die Interessen traditioneller Banken schützt.
Kontroverse um den Clarity Act und Stablecoin-Erträge
Der Clarity Act, der im Mai 2025 eingebracht wurde, soll mehr Klarheit in die Regulierung digitaler Assets in den Vereinigten Staaten bringen. Einer der umstrittensten Punkte des Gesetzentwurfs ist die Möglichkeit für Kryptobörsen wie Coinbase, Stablecoin-Erträge anzubieten, also Belohnungen für Nutzer, die Stablecoins halten. Dimon hat sich scharf dagegen ausgesprochen und Coinbase-Mitgründer Brian Armstrong wegen seiner Unterstützung für diese Regelung sogar als "full of shit" bezeichnet.
Garlinghouse kritisiert Dimon, weil dieser seiner Ansicht nach fälschlich andeutet, der Clarity Act würde Compliance-Probleme verringern und es einfacher machen, schlechte Praktiken zu ermöglichen. Laut Garlinghouse ist das eine falsche Darstellung, und Dimon wolle vor allem seine eigenen profitablen Bankgeschäfte vor neuer Konkurrenz aus der Krypto-Welt schützen.
Auswirkungen auf den US- und europäischen Kryptomarkt
Der Clarity Act hat im Repräsentantenhaus bereits parteiübergreifende Unterstützung bekommen, wird im zuständigen Senatsausschuss aber wegen Uneinigkeit unter anderem über die Stablecoin-Erträge weiter verzögert. Diese Debatte zeigt die Spannungen zwischen dem etablierten Finanzsektor und der aufstrebenden Krypto-Industrie in den Vereinigten Staaten.
Für europäische Krypto-Anleger und -Unternehmen ist es relevant, diese Entwicklungen im Blick zu behalten, weil US-Regulierung oft Einfluss auf globale Marktpraktiken und Regeln hat. Das Ergebnis des Clarity Act könnte Hinweise darauf geben, wie sich die Regulierung von Stablecoins und Kryptobörsen weiterentwickelt, was auch Auswirkungen auf europäische Regulierung und den Marktzugang haben kann.
Das Gesetz muss noch vom Senat verabschiedet werden, wobei die Chance auf eine Unterzeichnung in diesem Jahr laut Marktprognosen bei rund 47% liegt, also etwas niedriger als zuvor erwartet. Die Debatte um den Clarity Act zeigt, wie komplex das Gleichgewicht zwischen Innovation, Verbraucherschutz und etablierten Interessen in der sich schnell verändernden Krypto-Branche ist.