Ripple investiert in ZILO und Licuido, während XRP weiter festhängt
Ripple erweitert seine institutionelle Infrastruktur über ZILO, Licuido und FXRP-Sicherheiten in einem Pool von 280 Millionen Dollar. Dennoch bleibt der XRP-Kurs zurück, auch weil sich viel neue Aktivität um RLUSD dreht.

Wichtigste Erkenntnisse
- Ripple hat in ZILO und Licuido investiert, um institutionelle Workflows auf dem XRP Ledger zu unterstützen.
- FXRP wurde als Sicherheit in einem Kreditpool von 280 Millionen Dollar zugelassen, wodurch XRP hinterlegt werden kann, ohne direkt verkauft zu werden.
- Trotz mehr Unternehmensnachrichten und Übernahmen bleibt XRP bei rund 1 Dollar hängen und liegt mehr als 70 % unter dem vorherigen Hoch.
Ripple hat in die Infrastrukturunternehmen ZILO und Licuido investiert, während der XRP-Kurs bei rund 1 Dollar (0,87 Euro) festhängt. Gleichzeitig wurde gewickeltes XRP als Sicherheit in einem Kreditpool von 280 Millionen Dollar (243 Millionen Euro) zugelassen, und Mastercard hat die Übernahme des Zahlungspartners BVNK abgeschlossen. Für XRP-Anleger zeigt das erneut, wie groß der Unterschied zwischen Unternehmensnachrichten und dem Kurs der Münze selbst ist.
Was ZILO und Licuido beitragen
ZILO liefert Technologie für tokenisierte Investmentfonds. Licuido ist eine britisch regulierte Plattform für Sicherheiten in digitalen Assets. Ripple verknüpft beide Dienste mit dem XRP Ledger, mit dem Ziel, mehr der institutionellen Workflows auf einem einzigen Netzwerk abzuwickeln.
Damit richtet sich Ripple auf vier Schritte aus, die für professionelle Marktteilnehmer wichtig sind: die Emission von Fonds und anderen tokenisierten Assets, die Verwahrung unter Aufsicht durch eine regulierte Partei, Sicherheiten ohne Verkauf der zugrunde liegenden Position und die Abwicklung in RLUSD statt über Korrespondenzbanken. Das passt zur breiteren Strategie, das XRP Ledger für Parteien nutzbarer zu machen, die mehr wollen als nur eine Zahlungsinfrastruktur. Ripple setzt diese institutionelle Linie auch an anderer Stelle fort: In einem separaten Vorhaben arbeitet das Unternehmen mit Aviva Investors an tokenisierten Fondsstrukturen auf dem XRP Ledger.
Warum Sicherheiten den Unterschied machen
Die Zulassung von FXRP als Sicherheit ist die greifbarste Entwicklung im Gesamtbild. Der Pool hat ein Volumen von 280 Millionen Dollar (243 Millionen Euro) und macht es möglich, XRP für Kredite in RLUSD zu hinterlegen, ohne es direkt zu verkaufen. Für Inhaber kann das attraktiv sein, weil ihre Position bestehen bleibt und nicht sofort zusätzlicher Verkaufsdruck auf den Markt kommt.
Gleichzeitig birgt das ein klares Risiko. Wenn der Wert der Sicherheit stark fällt, können Positionen automatisch liquidiert werden. In einem großen Kreditpool kann das den Abwärtsdruck sogar verstärken, vor allem wenn viele Positionen gleichzeitig unter Wasser geraten.
Was das über XRP aussagt
Der breitere Kontext bleibt, dass Ripple als Unternehmen immer mehr Infrastruktur aufbaut, dieser Wachstumsschub aber nicht automatisch eins zu eins bei XRP ankommt. Der Rechtsstreit mit der Aufsichtsbehörde ist beendet, es kamen sieben ETFs, eine bedingte Banklizenz und Übernahmen im Wert von rund 4 Milliarden Dollar (3,5 Milliarden Euro) hinzu. Trotzdem liegt XRP weiterhin mehr als 70 % unter dem vorherigen Hoch.
Das liegt vor allem daran, dass sich ein großer Teil der neuen Aktivität um RLUSD dreht. Eine Zahlungsstrecke, die in Dollar abgerechnet wird, braucht nicht zwingend eine Brückenwährung wie XRP. Für europäische Krypto-Beobachter ist das relevant, weil es zeigt, dass sich der Wert eines Tokens und das Wachstum des Netzwerks nicht immer in dieselbe Richtung bewegen.