Ripple gibt nach schwachem Juni 1 Milliarde XRP frei
Ripple hat 1 Milliarde XRP aus dem Escrow freigegeben, während sich der Token weiter von einem schwachen Juni erholt. Der Markt schaut dabei auf die Auswirkungen auf das Angebot und die Zuflüsse in US-Spot-XRP-ETFs.

Wichtigste Erkenntnisse
- Ripple hat am Mittwoch 1 Milliarde XRP aus dem Escrow freigegeben, verteilt auf drei Transaktionen über 200 Millionen, 300 Millionen und 500 Millionen.
- Der Unlock folgt auf einen schwachen Juni, in dem XRP auf rund $1,01 gefallen ist und damit den tiefsten Stand seit 19 Monaten erreicht hat.
- Laut dem Escrow-Mechanismus legt Ripple einen großen Teil der freigegebenen Token später meist wieder in Escrow zurück.
Ripple hat am Mittwoch 1 Milliarde XRP aus dem Escrow freigegeben. Die Summe wurde in drei Transaktionen aufgeteilt. Der Schritt kommt in einer Phase, in der XRP sich noch immer von einem schwachen Juni erholt, in dem der Token auf den tiefsten Stand seit 19 Monaten gefallen war. Damit rückt Ripples Umgang mit dem Angebot erneut stärker in den Blick.
Escrowmechanismus aus 2017
Die Freigabe ist Teil des Escrow-Systems, das Ripple 2017 eingeführt hat, um die Ausgabe von XRP besser planbar zu machen. Whale Alert meldete die Transfers am 1. Juli, die innerhalb kurzer Zeit am Vormittag ausgeführt wurden. Zunächst wurden 200 Millionen XRP bewegt, danach 300 Millionen und anschließend weitere 500 Millionen. Zusammen ergibt das genau 1 Milliarde Token im Gegenwert von rund $1,04 Milliarden (€0,9 Milliarden) zum aktuellen Kurs.
In der Regel wird ein großer Teil der freigegebenen Token schon nach kurzer Zeit wieder in Escrow gelegt, oft innerhalb von Stunden oder Tagen. Historisch verwendet Ripple monatlich etwa 100 Millionen bis 300 Millionen XRP für Betriebskosten, Partnerschaften und die Weiterentwicklung des Ökosystems. Der übrige Teil fließt meist in neue Escrow-Verträge zurück. Dadurch bleibt der Nettoanstieg des umlaufenden Angebots normalerweise begrenzt.
Markt schaut auf den Juni
Das Timing ist nicht unkritisch, denn XRP hat einen schwierigen Monat hinter sich. Am 25. Juni fiel der Token auf etwa $1,01 (€0,89) und damit auf den niedrigsten Stand seit 19 Monaten, bevor sich der Kurs leicht auf rund $1,04 (€0,91) erholte. Aus technischer Sicht blieb XRP dabei in einem fallenden Kanal. Der Widerstand lag bei etwa $1,18 (€1,04) bis $1,22 (€1,07), während die Unterstützung knapp unter $1,00 (€0,88) verläuft.
Auch die On-Chain-Daten zeichnen kein einheitliches Bild. Santiment verzeichnete im Juni rund 210 Millionen zusätzliche XRP in den Händen großer Halter. Gleichzeitig wurden die Exchange-Netflows negativ, weil Token in private Wallets verschoben wurden. Das spricht für Akkumulation, auch wenn die breitere Preisstruktur vorerst schwach bleibt.
Warum das relevant ist
Für europäische Krypto-Fans ist vor allem relevant, wie deutlich XRP zeigt, dass Tokenomics und Marktstimmung sich gegenseitig beeinflussen können. Ein planbarer Unlock von 1 Milliarde XRP ist für sich genommen keine Überraschung. In einer Phase mit niedrigeren Kursen und stärkerem Fokus auf das Angebot kann ein solcher Schritt aber zusätzliches Gewicht bekommen. Auch die anhaltenden Zuflüsse in US-Spot-XRP-ETFs machen deutlich, dass institutionelle Nachfrage nicht vollständig mit dem kurzfristigen Kursdruck zusammenfällt. Gleichzeitig bleibt Ripples breitere Strategie in Bewegung, etwa mit neuen Anwendungen rund um die XRP Ledger wie Onchain Lending, die dem Netzwerk auf längere Sicht zusätzlichen Nutzen bringen könnten.