SEC legt mit Regulation Crypto ersten Krypto-Regelvorschlag vor
Die SEC will Krypto-Securities über zwei Ausnahmepfade regulieren, mit Berichtspflichten für Emissionen bis zu 75 Millionen Dollar. Der Vorschlag markiert eine Verschiebung von Durchsetzung hin zu einem festen US-Rahmen.

Wichtigste Erkenntnisse
- Die SEC hat Regulation Crypto vorgeschlagen, ihre erste große dauerhafte Krypto-Regel für digitale Assets.
- Der Vorschlag bietet zwei Ausnahmepfade für Krypto-Securities: bis zu 5 Millionen Dollar einmalig und bis zu 75 Millionen Dollar pro Jahr.
- Die SEC bittet nun um Stellungnahmen; eine endgültige Version folgt erst nach weiterer Prüfung.
Die amerikanische Securities and Exchange Commission hat erstmals eine große Krypto-Regel vorgeschlagen. Mit Regulation Crypto will die Aufsichtsbehörde einen Weg eröffnen, um Krypto-Securities auszugeben, ohne dass sofort alle bestehenden strengeren Regeln gelten.
Erste feste Krypto-Regel
Der Schritt ist bemerkenswert, weil die SEC damit erstmals auf dauerhaftes Rulemaking für digitale Assets setzt. Das passt zu einer breiteren Verschiebung von vor allem Durchsetzung hin zu mehr proaktiver Regulierung, während der Kongress bislang noch kein Marktstrukturgesetz für Krypto verabschiedet hat. Der neue Kurs knüpft an den früheren Vorstoß der Aufsichtsbehörde an, über Regulation Crypto bereits einen spezifischen Rahmen für digitale Assets zu skizzieren.
Auch das Timing war überraschend. Die Aufsichtsbehörde hatte am 14. August noch eine Sitzung abgesagt, die eigentlich dazu dienen sollte, über denselben Vorschlag abzustimmen, mit der Begründung eines unerwarteten Terminproblems.
Zwei Wege für Emissionen
Der Vorschlag enthält zwei Ausnahmepfade für Krypto-Securities. Der erste gilt für eine einmalige Emission bis zu 5 Millionen Dollar (4,3 Millionen Euro) innerhalb eines Zeitraums von vier Jahren. Der zweite Pfad betrifft Emissionen bis zu 75 Millionen Dollar (64,8 Millionen Euro) pro Jahr.
Laut SEC müssen Emittenten unter beiden Ausnahmen Anlegern grundlegende, narrative Informationen bereitstellen. Unter dem zweiten Pfad kommen Jahresabschlüsse und laufende Berichtspflichten hinzu. Die Aufsichtsbehörde will außerdem, dass bestimmte Krypto-Assets nicht mehr automatisch als Investment Contracts im Sinne des Wertpapierrechts eingestuft werden müssen.
SEC-Vorsitzender Paul Atkins sagte, der Vorschlag könne auch einen Safe Harbor bieten, sobald ein Emittent alle wesentlichen Managementaufgaben abgeschlossen hat oder endgültig eingestellt hat, die unter einem Investment Contract zugesagt worden waren.
Warum das relevant ist
Für europäische Krypto-Beobachter ist das vor allem relevant, weil die USA nun konkret in Richtung eines eigenen Regelwerks gehen, statt nur über einzelne Durchsetzungsmaßnahmen vorzugehen. Das könnte beeinflussen, wie internationale Kryptounternehmen ihr Angebot strukturieren, vor allem wenn die SEC am Ende eine endgültige Fassung der Regel festlegt.
Die Kommission bittet nun um Comment Letters aus dem Markt und der Öffentlichkeit. Danach folgen üblicherweise noch Monate der Prüfung, bevor eine endgültige Version ausgearbeitet wird. Atkins betonte dabei, dass Gesetzgebung seiner Ansicht nach weiterhin unverzichtbar bleibt, um Regeln zu schaffen, die später nicht wieder von einer nachfolgenden Aufsichtsbehörde zurückgenommen werden können.