SEC nimmt Krypto-Custody-Regeln nach gescheitertem Versuch 2023 erneut auf
Die Aufsichtsbehörde will klarer festlegen, wie investment advisers Kunden-Krypto verwahren dürfen, nachdem der Versuch unter Gary Gensler 2023 gescheitert ist.

Wichtigste Erkenntnisse
- Die SEC hat neue Krypto-Custody-Regeln erneut auf die Agenda gesetzt und das Thema an das Weiße Haus weitergeleitet.
- Die Aufsichtsbehörde will klarer machen, wie investment advisers crypto-assets von Kunden innerhalb bestehender Regeln verwahren müssen.
- Ein früherer Versuch aus 2023 scheiterte nach starkem Widerstand aus der Branche und wurde im vergangenen Jahr zurückgezogen.
Die amerikanische Securities and Exchange Commission (SEC) macht erneut einen Schritt in Richtung neuer Regeln für Krypto-Custody. Die Aufsichtsbehörde hat das Thema in dieser Woche an das Office of Budget and Management des Weißen Hauses weitergeleitet, ein früher Schritt, noch bevor überhaupt ein konkreter Vorschlag vorliegt. Damit versucht die SEC klarer zu machen, wie investment advisers die bestehenden Regeln für die Verwahrung von Krypto-Assets von Kunden einhalten sollen.
Neuer Versuch der SEC
Laut der aktuellen Beschreibung auf der öffentlichen Regelagenda will die SEC die Regeln rund um die Verwahrung von Kunden-Assets und Fonds-Assets modernisieren, einschließlich crypto assets. Die Aufsichtsbehörde sagt auch, dass veraltete Bestimmungen verschwinden könnten, wenn sie für den Anlegerschutz nicht mehr nötig sind, angesichts der Entwicklung der Märkte sowie der Handels- und Verwahrmethoden.
Die Formulierung ist noch vage, aber die Richtung ist klar: Die SEC will den Umgang mit Krypto in den USA weiter innerhalb des bestehenden Aufsichtsrahmens normalisieren. Wann der Vorschlag tatsächlich erscheint, ist noch nicht bekannt. Die Agenda nennt zwar einen möglichen Zeitpunkt im Oktober, aber solche Schätzungen verschieben sich oft.
Früherer Versuch scheiterte
Der vorige Versuch aus 2023 scheiterte nach starkem Widerstand aus der Branche. Der damalige Vorsitzende Gary Gensler warnte, dass investment advisers seiner Ansicht nach nicht einfach auf Krypto-Plattformen als qualified custodians vertrauen könnten. Der Vorschlag hätte Berater gezwungen, Kunden-Krypto bei einer kleinen Gruppe von Anbietern zu verwahren, etwa bei einer Bank, einer Trust Company, einem registrierten Broker-Dealer oder einem Futures Commission Merchant.
Gegen diesen Ansatz kam unter anderem von der Small Business Administration und der Investmentfirma a16z Widerstand. Sie hielten die Pläne für zu schwerfällig, rechtlich schwierig umsetzbar und riskant für kleinere Berater. Am Ende erhielt der Vorschlag keine endgültige Genehmigung, bevor Gensler ging, und wurde im vergangenen Jahr zurückgezogen.
Bedeutung für Europa
Für europäische Krypto-Beobachter ist das vor allem relevant, weil die USA weiterhin eine große Rolle dabei spielen, wie institutionelle Akteure Krypto verwahren und handeln. Wenn die SEC die Regeln tatsächlich weiter öffnet oder klarer fasst, könnte das Einfluss darauf haben, wie Banken, Trust Companies und Krypto-Unternehmen ihre Dienste im US-Markt aufstellen. Das ist auch interessant für Akteure, die in mehreren Märkten aktiv sind, darunter europäische Anbieter mit US-Ambitionen oder Kunden.
Unter Vorsitz von Paul Atkins klingt der Ton inzwischen freundlicher gegenüber Krypto. Seit dem letzten Versuch sind außerdem mehr bundesstaatliche Trust-Bank-Charter hinzugekommen, wodurch mehr Institute crypto assets verwahren können. Die SEC hat zudem einen separaten Vorschlag zur Krypto-Compliance für Broker-Dealer auf der Agenda, zusätzlich zu den breiteren Plänen rund um die Tokenisierung von Wertpapieren. Das passt zu der breiteren Verschiebung hin zu regulierten Anbietern, wie bei Zerohash, das erneut einen Antrag für eine OCC Trust Charter eingereicht hat.