SBI kauft Beteiligung an Ajaib für JPYSC-Expansion in Asien
Mit Ajaib erhält SBI Zugang zum indonesischen Retailmarkt, während der japanische Konzern seine Yen-Stablecoin JPYSC und digitale Asset-Infrastruktur in ASEAN ausrollt.

Wichtigste Erkenntnisse
- SBI Holdings will für 270 Millionen Dollar eine Beteiligung an der Ajaib Group übernehmen, um JPYSC in Südostasien auszurollen.
- Ajaib verschafft SBI Zugang zu Indonesien, einem Retail-Anlagemarkt mit mehr als 20 Millionen Privatanlegern.
- SBI baut seine Präsenz in der Region über frühere Investitionen in Coinhako und DigiFT für digitale Asset-Infrastruktur aus.
SBI Holdings will für 270 Millionen Dollar (232 Millionen Euro) eine Beteiligung an der indonesischen Ajaib Group übernehmen und macht damit einen weiteren Schritt in seinem Plan, die Yen-Stablecoin JPYSC in Südostasien auszurollen. Der Deal soll bis Ende dieses Monats abgeschlossen sein und verschafft SBI direkten Zugang zu einem großen Retailmarkt in Indonesien.
Ajaib als Zugangstor
Ajaib ist ein großer Online-Broker in Indonesien und bietet dort unter anderem Brokerage, Forex-Margin-Trading, Krypto und Vermögensverwaltung an. Für SBI ist das interessant, weil Indonesien laut den zitierten Marktdaten ein Konsumentenmarkt von rund 375 Milliarden Dollar ist und zu den größten Retail-Anlagemärkten innerhalb von ASEAN gehört, mit mehr als 20 Millionen Privatanlegern.
SBI-Chef Yoshitaka Kitao sagte, dass im Zeitalter der Tokenisierung der Bedarf an globaler Infrastruktur für digitale Assets größer sei als je zuvor. Der japanische Konzern will diese Infrastruktur nicht nur über Ajaib aufbauen, sondern auch über frühere Schritte in der Region. In Japan nimmt unterdessen auch die praktische Nutzung von Yen-Stablecoins zu, etwa bei AZ-COM Maruwa wird japanische Stablecoin JPYC nutzen.
Regionale Expansion beschleunigt sich
Die Investition in Ajaib folgt kurz auf den Kauf der Coinhako Group durch SBI, einer Krypto-Exchange in Singapur, für rund 100 Millionen Dollar (85,9 Millionen Euro) im Juli. Außerdem hat SBI bereits in DigiFT investiert, einen Handelsplatz für digitale Wertpapiere in Singapur, wobei die beiden Parteien gemeinsam ein Joint Venture gegründet haben.
Laut SBI baut das Unternehmen damit ein regionales Netzwerk aus regulierter Krypto- und digitaler Wertpapierinfrastruktur in Südostasien auf. Dieses Netzwerk soll langfristig grenzüberschreitende Stablecoin-Zahlungen und den Handel mit tokenisierten Assets unterstützen.
Japanischer Markt hilft mit
Auch der breitere Kurs Japans in Richtung digitaler Assets spielt in der Strategie von SBI eine Rolle. Die japanische Regierung arbeitet an Blockchain-Infrastruktur für Aktien und Staatsanleihen, mit 24/7-Onchain-Abwicklung und einem Betrieb, der möglicherweise in den frühen 2030er-Jahren starten könnte.
Außerdem hat Tokio die Regeln rund um Krypto weiter angepasst, unter anderem indem Krypto-Assets anders als Finanzinstrumente behandelt werden und die Kapitalertragsteuer gesenkt wurde. Für SBI schafft das ein günstigeres Umfeld, um seine Pläne für digitale Assets weiter auszubauen, auch wenn die genaue Ausgestaltung je nach Markt und Produkt unterschiedlich bleibt.