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Ethena sucht Yield in Equity-Perps nach sinkendem USDe-Angebot

Ethena will das sinkende USDe-Angebot mit Yield aus Equity-Perps stützen, wo die Funding-Raten auf Binance und Hyperliquid höher liegen als bei Bitcoin-Derivaten.

Ethena sucht Yield in Equity-Perps nach sinkendem USDe-Angebot

Wichtigste Erkenntnisse

  • Ethena will Equity-Perpetual-Futures als neue Yield-Quelle für USDe nutzen, da Krypto-Derivate weniger attraktiv geworden sind.
  • Das USDe-Angebot fiel von fast 15 Milliarden Dollar auf unter 5 Milliarden Dollar, wodurch Ethena nach neuen Einnahmequellen für die Absicherung sucht.
  • Ethena rechnet damit, innerhalb weniger Wochen erste Exchange-Partner anzukündigen, und sieht Real-World-Asset-Perpetuals langfristig als wichtiger für USDe an.

Ethena verlagert seinen Fokus auf Equity-Perpetual-Futures als neue Yield-Quelle für USDe. Das Krypto-Protokoll hinter dem 4 Milliarden Dollar (3,4 Milliarden Euro) schweren synthetischen Dollar will von der starken Nachfrage nach Hebel auf Aktien profitieren, nachdem die Erträge aus Krypto-Derivaten weniger attraktiv geworden sind.

Neuer Markt für Yield

Das Protokoll teilte am Freitag mit, dass es seinen Basis-Trade auf Equity-Perpetual-Futures ausweiten will. Das Open Interest in diesem Markt ist nach Angaben von Ethena auf 6,2 Milliarden Dollar (5,3 Milliarden Euro) gestiegen, von weniger als 1 Milliarde Dollar (0,9 Milliarden Euro) im März. Die Funding-Raten lagen in den vergangenen Monaten im Schnitt bei rund 14 % auf Hyperliquid und 17,5 % auf Binance, gegenüber niedrigen einstelligen Werten für Bitcoin im selben Zeitraum.

Ethena nutzt seit dem Start von USDe bereits eine ähnliche Strategie im Krypto-Bereich. Dabei hält das Protokoll ein Exposure zu einem Asset, während es die Perpetual-Kontrakte shortet, sodass es die Funding-Zahlungen erhält, die gehebelte Long-Trader leisten. Das wurde in diesem Jahr weniger lukrativ, als der Kryptomarkt abkühlte und die Funding-Raten auf Bitcoin bis zum 11. August auf 2,2 % zurückgingen, nach 11 % im Jahr 2024 und 4,9 % im Jahr 2025.

USDe sucht neue Absicherung

Die Ausweitung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem das USDe-Angebot auf unter 5 Milliarden Dollar (4,3 Milliarden Euro) gefallen ist, nach einem Höchststand von fast 15 Milliarden Dollar (12,9 Milliarden Euro). Ethena will deshalb neue Einnahmequellen für die Absicherung des Tokens erschließen. Bereits Anfang der Woche kündigte das Unternehmen außerdem eine größere Überarbeitung der ENA-Tokenomics an, bei der monatliche VC-Unlocks wegfallen und über den Einsatz von Einnahmen aus Ethena-Unternehmen für Token-Buybacks abgestimmt wird.

Co-Founder Guy Young sagte in einem X-Post, dass Aktien ein attraktiveres Funding-Profil haben als Krypto, weil Kurse langfristig oft steigen und dadurch strukturell Nachfrage nach gehebeltem Long-Exposure bleibt. Laut Ethena war die Funding auf Equity-Perps an 94 % der Tage auf Hyperliquid positiv und an 97 % der Tage auf Binance, sobald diese Märkte ausreichend groß waren. Die mediane Funding lag bei 13,9 %, gegenüber 3,9 % für Bitcoin.

Bedeutung für Europa

Für europäische Krypto-Nutzer zeigt dieser Schritt, wie schnell die Grenze zwischen Krypto und traditionellen Märkten verschwimmt. RWA-Perpetual-Futures, bei denen synthetisches Exposure auf Aktien gehandelt wird, ziehen zunehmend Volumen an, und große Exchanges wie Binance spielen dabei bereits eine wichtige Rolle. Das könnte für die breitere Debatte über 24/7-Handel, Tokenisierung traditioneller Assets und die Aufsicht über neue Derivatemärkte relevant sein.

Ethena erwartet, in den kommenden Wochen die ersten Exchange-Partner und den Rollout für die Aktienstrategie anzukündigen. Langfristig geht das Protokoll davon aus, dass Real-World-Asset-Perpetuals innerhalb von 12 bis 24 Monaten einen größeren Teil der USDe-Absicherung ausmachen könnten als Krypto-Derivate. Das Unternehmen wies außerdem darauf hin, dass der Gesamtwert globaler Aktien im Juli bei rund 166,5 Billionen Dollar (143 Billionen Euro) lag, gegenüber etwa 2,2 Billionen Dollar (1,9 Billionen Euro) für Krypto, auch wenn der Markt für Equity-Perps selbst noch deutlich kleiner ist als der für Krypto-Derivate.

Die Suche nach zusätzlicher Rendite passt in einen breiteren Trend rund um Stablecoins. Auch andere Anbieter bauen neue Yield- und Reserve-Strukturen auf, etwa die Kreditfazilität mit FalconX, mit der die USDe-Absicherung bereits früher über den klassischen Basis-Trade hinaus erweitert wurde.


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