Securitize plant nach Börsengang Übernahmen im Wert von 400 Millionen Dollar
Nach dem NYSE-Listing hat Securitize mehr als 400 Millionen Dollar für gezielte Übernahmen zur Verfügung. Der Tokenization-Anbieter will sich Richtung Aktien und ETFs ausweiten, zusätzlich zu Kunden wie BlackRock und Apollo.

Wichtigste Erkenntnisse
- Securitize will nach dem Börsengang Übernahmen angehen und hat dafür mehr als 400 Millionen Dollar an frischem Kapital zur Verfügung.
- Das Unternehmen sucht nicht nach direkten Wettbewerbern, sondern nach Firmen, die das institutionelle Tokenization-Angebot sinnvoll erweitern können.
- Securitize sieht tokenisierte Aktien und ETFs als nächste Wachstumsstufe neben tokenisierten Treasuries und will sich zu einem One-Stop-Shop entwickeln.
Securitize will seine Tokenization-Aktivitäten mit Zukäufen weiter ausbauen. Nach dem Börsengang stehen dem Unternehmen dafür mehr als 400 Millionen Dollar (350 Millionen Euro) an frischem Kapital zur Verfügung. CEO Carlos Domingo sagte, die neue Kapitalbasis verschaffe Spielraum für gezielte Übernahmen, ohne dass das Geld für den laufenden Betrieb benötigt werde.
Kapital nach NYSE-Listing
Das Krypto-Unternehmen startete am Donnerstag den Handel an der New York Stock Exchange, nachdem die SPAC-Fusion mit Cantor Equity Partners II abgeschlossen worden war. Dabei nahm Securitize mehr als 400 Millionen Dollar (350 Millionen Euro) ein und behielt rund 70 Prozent des SPAC-Trusts. Damit verfügt das Unternehmen über einen soliden finanziellen Puffer für die nächste Wachstumsphase.
Domingo stellte klar, dass Securitize nicht auf den Kauf direkter Rivalen aus sei. Aus seiner Sicht bringen Wettbewerber nur begrenzten zusätzlichen Nutzen für die Technologie, die bereits intern vorhanden ist. Der Fokus liege deshalb auf Unternehmen, die das institutionelle Tokenization-Angebot ergänzen und die Plattform für Kunden breiter aufstellen können.
Mehr als tokenisierte Treasuries
Securitize zählt inzwischen zu den größten Infrastruktur-Anbietern im Tokenization-Markt. Das Unternehmen unterstützt Vermögensverwalter dabei, traditionelle Wertpapiere über Blockchain-Rails auszugeben, und bietet dafür Dienstleistungen wie Issuance, Transfer Agency und Fund Administration an. Zu den Kunden gehören unter anderem BlackRock, Apollo, KKR, Hamilton Lane und VanEck.
Nach Angaben von RWA.xyz hat das Unternehmen rund 4,4 Milliarden Dollar (3,9 Milliarden Euro) an tokenisierten Assets ausgegeben. Dazu zählen BlackRocks tokenisierter U.S. Treasury Money Market Fund BUIDL mit einem Volumen von 2,2 Milliarden Dollar (1,9 Milliarden Euro) sowie fast 300 Millionen Dollar (263 Millionen Euro) an tokenisierten Securitize-Aktien. Damit ist Securitize der größte Emittent tokenisierter Assets, auch wenn sich der Markt laut Domingo zunehmend von Treasury-Fonds in Richtung Public Markets verschiebt.
Diese Entwicklung ist auch für europäische Krypto-Nutzer relevant, weil Tokenization immer häufiger mit Aktien und ETFs statt nur mit Anleihen oder Geldmarktfonds verbunden wird. Securitize arbeitet bereits mit Intercontinental Exchange an Infrastruktur für tokenisierte Aktien und mit den Transfer Agents Computershare und Continental daran, börsennotierten Unternehmen die direkte Ausgabe von Aktien über Blockchain-Rails zu ermöglichen. Auch Nasdaq und DTCC prüfen ähnliche Schritte. Das zeigt, dass die Diskussion über Onchain-Märkte näher an den traditionellen Kapitalmarkt heranrückt.
Aktien und ETFs als nächster Schritt
Domingo sieht vor allem tokenisierte Aktien als große Chance. Er verwies darauf, dass schon ein kleiner Anteil des weltweiten Aktienmarkts von rund 140 Billionen Dollar (123 Billionen Euro) onchain eine erhebliche Ausweitung des Sektors bedeuten würde. Auch tokenisierte ETFs könnten seiner Einschätzung nach eine wichtige Rolle spielen, weil es in der nächsten Phase weniger um den Aufbau neuer Infrastruktur geht und stärker darum, Emittenten davon zu überzeugen, ihre Assets direkt onchain zu bringen.
Damit verschiebt sich der Schwerpunkt von Securitize von reiner Infrastruktur hin zu einer breiteren Plattform für institutionelle Anlageinstrumente. Das Unternehmen will laut Domingo zu einer Art One-Stop-Shop für Kunden werden, die Tokenization nicht nur als technisches Experiment sehen, sondern als Bestandteil von Vertrieb und Verwaltung.