Solana entgeht Netzwerk-Freeze nach Routingfehler
Ein Fehler beim Rechenzentrumsanbieter Teraswitch betraf Validatoren in Europa und Asien, während Solana laut Marinade knapp unter der Finality-Schwelle blieb.

Wichtigste Erkenntnisse
- Solana entging am Mittwochmorgen nur knapp einem Netzwerk-Freeze durch einen Routingfehler beim Rechenzentrumsanbieter Teraswitch.
- Rund 29 % der gestakten Tokens gingen kurz offline; die Finality kam gefährlich nahe an die Sicherheitsgrenze.
- Die Störung traf Validatoren in Europa und Asien, während Nordamerika online blieb und das Problem nach etwa 10 Minuten behoben war.
Solana kam am Mittwochmorgen gefährlich nahe an einen Netzwerk-Freeze, nachdem ein Routingfehler bei einem großen Rechenzentrumsanbieter fast 29 % der gestakten Tokens offline nahm, laut der Staking-Plattform Marinade Finance. Nach Angaben der Plattform lag die Blockchain etwa 20 Millionen Tokens unter der Grenze, ab der die Finality gefährdet ist, also dem Punkt, an dem Transaktionen endgültig werden.
Was schiefging
Die Störung begann mit einer fehlerhaften Internetroute von Teraswitch in Miami und breitete sich anschließend auf Rechenzentren in Europa und Asien aus. Dadurch waren Validatoren in London, Amsterdam, Frankfurt, Singapur und Tokio betroffen, während Nordamerika online blieb. Der Anbieter behob das Problem in etwa 10 Minuten, und der Datenverkehr lief gegen 4:16 Uhr UTC wieder normal.
Marinade sagte, dass etwa 90 Validatoren betroffen waren und zusammen 333 SOL an Belohnungen verpassten. Dieser Betrag ist relativ klein und wird über sogenannte Validator Bonds aufgefangen. Ein einzelner Netzwerkoperator, AS2032, kontrollierte zudem mehr als ein Viertel aller Tokens, die zur Absicherung des Netzwerks hinterlegt waren, also über der von Solana angesetzten Sicherheitsgrenze. Als diese Position gleichzeitig offline ging, kam das Netzwerk der Schwelle nahe, ab der die Finality für alle SOL-Inhaber wegfallen kann.
Solana bleibt anfällig
Solana gilt als eine der wichtigsten Smart-Contract-Blockchains und hat laut Marinade $4,3 Milliarden (€3,7 Milliarden) an Assets in DeFi-Protokollen auf dem Netzwerk gebunden. Die Chain ist dafür bekannt, schneller und günstiger als Ethereum zu sein, hatte in der Vergangenheit aber mehrere Störungen. Die Kombination aus hoher Durchsatzrate und niedrigen Transaktionskosten macht das Netzwerk attraktiv, kann es aber auch anfälliger für Überlastung und Ausfälle machen.
Die jüngste Beinahe-Störung passt in dieses Muster. Solana hatte bereits größere Vorfälle im September 2021, Januar 2022 und Februar 2024. Die Störung im Februar 2024 dauerte etwa fünf Stunden und wurde behoben, nachdem Validatoren das Netzwerk neu gestartet hatten. Marinade warnte in einer Stellungnahme, dass wenn mehr als ein Drittel der gestakten Tokens gleichzeitig wegfällt, niemand auf SOL mehr Finality erhält und es keine schnelle Lösung für den breiteren Schaden gibt, der dann entstehen kann. Das macht Upgrades, die die Finality beschleunigen sollen, besonders relevant, etwa Alpenglow, das die Zeit bis zur Finality deutlich verkürzen soll.
Warum das für Anleger zählt
Für europäische Krypto-Anleger ist das vor allem relevant, weil Solana eines der meistgenutzten Netzwerke für DeFi und andere Onchain-Anwendungen ist. Solche Vorfälle betreffen nicht nur die technische Ebene, sondern können auch das Vertrauen in die Zuverlässigkeit einer Chain unter Druck setzen. Die Geschichte zeigt, dass selbst kurze Störungen bei Solana schnell breit verfolgt werden, gerade weil das Netzwerk eine so große Rolle im Kryptomarkt spielt.