Jupiter startet Lend v2 auf Solana mit doppelter Rendite
Die neue Version verbindet USDC, USDT, SOL und JupSOL mit Solana-Liquidität und kann neben Krediten auch Swap Fees sowie teils Staking Rewards einbringen.

Wichtigste Erkenntnisse
- Jupiter hat Lend v2 auf Solana gestartet. Dadurch kann derselbe Dollar Zinsen, Swap Fees und in einigen Fällen Staking Rewards generieren.
- Smart Collateral und Smart Debt verknüpfen Einlagen und Kredite optional mit Trading-Liquidität, klassisches Lending und Borrowing bleibt aber weiterhin möglich.
- Jupiter begrenzt Lend v2 auf korrelierte Paare und setzt auf Marktoracles, während volatile Assets außen vor bleiben.
Jupiter hat am Montag Lend v2 veröffentlicht, die neue Version seines Kreditprodukts auf Solana. Der Ansatz dahinter: Ein und derselbe Dollar kann gleichzeitig Zinsen, Swap Fees und in bestimmten Fällen auch Staking Rewards erwirtschaften. Das Update soll Einlagen und geliehene Positionen enger mit Trading-Liquidität verzahnen, ohne dass Nutzer auf klassisches Verleihen und Leihen verzichten müssen.
Wie Lend v2 funktioniert
Im Zentrum der neuen Version stehen zwei optionale Bausteine: Smart Collateral und Smart Debt. Bei Smart Collateral kann eine Einzahlung in USDC, USDT, SOL oder JupSOL automatisch mit einem passenden Liquidity Pool verbunden werden. Dadurch kann diese Position Erträge aus Krediten und Handelsgebühren erzielen, in einigen Fällen kommen zusätzlich Staking Rewards hinzu.
Smart Debt setzt an der anderen Seite an. Geliehene Assets können so eingesetzt werden, dass die Gebühren aus dieser Schuldposition einen Teil der Kreditkosten abfedern. Jupiter betont, dass Nutzer diese Funktionen nicht aktivieren müssen, wenn sie einfach beim klassischen Lending bleiben wollen.
Wie hoch die zusätzlichen Erträge ausfallen, hängt allerdings davon ab, wie viel Swap-Volumen tatsächlich durch diese Pools läuft. Das ist relevant, weil Jupiter nicht nur Solanas größten Swap Router betreibt, sondern auch eigene Pools unterhält, die auf diesen Handelsfluss angewiesen sind, um Rendite zu erzeugen. Gegenüber CoinDesk erklärte das Unternehmen, der Router bevorzuge seine eigenen Vaults nicht und leite Swaps an den besten verfügbaren Preis weiter.
Risiko und Liquidität
Laut Jupiter wird die Margin über primäre Marktoracles bewertet. So soll verhindert werden, dass eine kurzfristige Kursbewegung auf einer Exchange unmittelbar eine Liquidation auslöst. Überschreitet die Loan-to-Value-Ratio jedoch die festgelegte Grenze, greift der Liquidationsmechanismus ganz regulär.
Anders sieht es bei einem echten Depeg aus. Auf der Debt-Seite ist ein Borrower geschützt, weil der Pool auf das Asset umschichten kann, das seinen Wert hält, während die Schuld unverändert bleibt. Auf der Collateral-Seite gibt es diesen Schutz nicht. Dort trägt der Anbieter den Verlust, wenn sich eines der beiden Assets entkoppelt.
Genau deshalb beschränkt Jupiter das Modell auf korrelierte Paare, etwa Stablecoins untereinander oder SOL im Vergleich zu gestakten Varianten. Volatile Assets bleiben außen vor.
Bedeutung für Solana DeFi
Jupiter ist längst mehr als nur ein DEX-Aggregator und hat sein DeFi-Angebot um Lending, Perpetuals Trading und ein Token-Launchpad erweitert. Damit entwickelt sich das Unternehmen zunehmend zu einer breiteren DeFi-Infrastruktur auf Solana.
Für europäische Krypto-Interessierte ist vor allem interessant, dass solche Produkte zeigen, wie DeFi-Plattformen Lending und Liquidität enger miteinander verbinden wollen. Sollte Jupiter mehr Swap-Flow in die neuen Vaults lenken können, könnte das die Attraktivität des Produkts erhöhen. Entscheidend bleibt aber, wie stark das Angebot am Markt tatsächlich genutzt wird. Das passt zu einem breiteren Trend, bei dem Protokolle ihre Liquidität aktiver einsetzen wollen, wie bei ungenutzter Liquidität in DeFi.