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Südostasiatische Krypto-Finanzierungen erholen sich auf 680 Millionen Dollar

Die Erholung wird vor allem von größeren Runden getragen, mit Crypto.com als Ausreißer. Singapur bleibt der wichtigste Hub für Blockchain-Finanzierungen in der Region.

Südostasiatische Krypto-Finanzierungen erholen sich auf 680 Millionen Dollar

Wichtigste Erkenntnisse

  • Die Krypto-Finanzierungen in Südostasien erholten sich in diesem Jahr auf 680 Millionen Dollar, blieben aber stark auf eine kleine Zahl von Deals konzentriert.
  • Crypto.com sammelte mit einer Series D über 400 Millionen Dollar fast 60% des Gesamtvolumens ein, während Krypto-Finanzdienstleistungen der größte Sektor waren.
  • Singapur dominiert die regionale Blockchain-Finanzierung mit 82,5% des Gesamtvolumens, während der Markt noch unter dem Niveau der Finanzierungswelle von 2022 bleibt.

Die Krypto-Finanzierungen in Südostasien haben sich in diesem Jahr auf 680 Millionen Dollar (585 Millionen Euro) erholt, deutlich mehr als die 319 Millionen Dollar (274 Millionen Euro) im gesamten Jahr 2025. Dennoch stammt diese Erholung vor allem aus einer kleineren Zahl von Deals, wobei Investoren ihr Geld häufiger in Kryptounternehmen mit einem reiferen Angebot stecken als in junge Startups.

Weniger Deals, mehr Fokus

Laut einem neuen Bericht des Marktinformationsspezialisten Tracxn wurden bis jetzt im Jahr 2026 25 Finanzierungsrunden abgeschlossen, gegenüber 46 im Jahr 2025. Im Jahr 2022 waren es noch 206, was zeigt, wie stark sich der Markt inzwischen auf eine kleinere Zahl von Unternehmen verlagert hat, die das meiste Kapital anziehen.

Die größte Runde des Jahres war eine Series D über 400 Millionen Dollar (344 Millionen Euro) bei der Krypto-Exchange Crypto.com. Allein dieser Deal machte fast 60% des Gesamtvolumens im bisherigen Jahr 2026 aus. Das unterstreicht, wie konzentriert die Finanzierung derzeit ist.

Krypto-Finanzdienstleistungen waren mit 498 Millionen Dollar (428 Millionen Euro) in 19 Runden der größte Treiber, ein Anstieg von 48,4% im Jahresvergleich. Tokenisierungsplattformen sammelten 114 Millionen Dollar (98,1 Millionen Euro) ein, und Plattformen für die Entwicklung dezentraler Anwendungen kamen auf 77 Millionen Dollar (66,3 Millionen Euro).

Singapur bleibt klar dominant

Die Region insgesamt hat laut Tracxn inzwischen 6,2 Milliarden Dollar (5,3 Milliarden Euro) an Eigenkapitalfinanzierungen für Blockchain-Unternehmen hervorgebracht. Davon entfallen 82,5% auf Singapur, wo auch 2.285 der erfassten Unternehmen ansässig sind. Jakarta ist der nächste große Hub, kommt aber nur auf 3% des Gesamtvolumens.

Diese Dominanz passt zum breiteren Fintech-Bild in Singapur. In der ersten Hälfte von 2026 zog der Sektor dort in 53 Deals mehr als 499 Millionen Dollar (429 Millionen Euro) an, weniger als die rund 1,45 Milliarden Dollar (1,2 Milliarden Euro) im gleichen Zeitraum von 2025. Für europäische Leser zeigt das, dass Südostasien weiterhin eine wichtige Region für Krypto und Web3 bleibt, das Kapital dort aber selektiver eingesetzt wird.

Erholung ohne Boomjahr

Auch der Exit-Markt bleibt ungleich verteilt. Tracxn zählte 43 Übernahmen und nur vier Börsengänge in der Branche, darunter die Übernahme des singapurischen CoinHako durch die SBI Group und den Kauf von NOBI durch Bybit in diesem Jahr.

Die Zahlen deuten darauf hin, dass sich der Blockchain-Markt in Südostasien im Jahr 2026 zwar erholt hat, aber noch lange nicht wieder auf dem Niveau der Finanzierungswelle von 2022 ist. Das Kapital fließt vor allem in Finanzdienstleistungen und reifere Unternehmen, nicht in spekulative Frühphasenprojekte.

Das passt zu einer breiteren Verschiebung in der Branche: Auch anderswo sehen Investoren häufiger Chancen in bewährter Infrastruktur und Tokenisierung statt in frühen Experimenten. So beschrieb Truth Ventures kürzlich, wie sich Krypto-VCs zunehmend in Richtung späterer Wachstumsphasen bewegen.


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