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Stablecoin-Markt verzeichnet stärksten Rückgang seit 2022 wegen USDT und USDC

USDT und USDC führten den Rückgang an, während die schrumpfende Marktkapitalisierung auf weniger Onchain-Liquidität hindeutet. Auch MiCA und neue Stablecoin-Emittenten verschieben die Marktstruktur.

Stablecoin-Markt verzeichnet stärksten Rückgang seit 2022 wegen USDT und USDC

Wichtigste Erkenntnisse

  • Der Stablecoin-Markt ist im Juni um 7,7 Milliarden Dollar geschrumpft, laut CoinDesk Data der stärkste Rückgang seit Jahren.
  • USDT fiel von rund 190 Milliarden Dollar auf 184 Milliarden Dollar und USDC von fast 80 Milliarden Dollar auf etwa 73 Milliarden Dollar.
  • Stablecoins spielen eine immer größere Rolle bei Trading, Zahlungen und Settlement, während Regulierung und Wettbewerb die Marktstruktur weiter verändern.

Der Stablecoin-Markt hat im Juni den stärksten Rückgang seit Jahren verzeichnet. Nach Daten von CoinDesk Data sank die Marktkapitalisierung um 7,7 Milliarden Dollar (6,7 Milliarden Euro), während der Kryptomarkt weiter nahe seiner Tiefststände von 2026 seitwärts lief. Der Rückgang fällt in eine Phase, in der Stablecoins als Gradmesser für Onchain-Liquidität besonders aufmerksam beobachtet werden.

USDT und USDC ziehen sich zurück

Getragen wurde die Entwicklung vor allem von den beiden größten Anbietern. Tethers USDT sank von rund 190 Milliarden Dollar (166 Milliarden Euro) im Mai auf etwa 184 Milliarden Dollar (161 Milliarden Euro), also um ungefähr 6 Milliarden Dollar (5,2 Milliarden Euro). Circles USDC ging von fast 80 Milliarden Dollar (70 Milliarden Euro) im März 2026 auf etwa 73 Milliarden Dollar (63,9 Milliarden Euro) zurück, was einem weiteren Minus von 7 Milliarden Dollar (6,1 Milliarden Euro) entspricht.

Auf Basis von RWA.xyz ist der Gesamtwert der Stablecoins seit dem Hoch im Mai um etwa 10 Milliarden Dollar (8,7 Milliarden Euro) gefallen. Das entspricht einem Rückgang von rund 3 Prozent und damit der stärksten Abwärtsbewegung seit 2023, auch wenn sie deutlich unter dem Einbruch von 2022 bleibt.

Weniger Liquidität im Markt

Stablecoins dienen im Krypto-Handel häufig als Quote Currency und werden zunehmend auch für Zahlungen und Settlement eingesetzt. Wenn das Angebot schrumpft, kann das darauf hindeuten, dass weniger Kapital in den Kryptomarkt fließt oder dort aktiv ist. Für Trader, die Liquidität und Risikobereitschaft im Markt im Blick behalten, ist der jüngste Rückgang deshalb relevant.

Der aktuelle Rückgang steht zudem nicht isoliert da. Zwischen Dezember 2025 und Februar 2026 schrumpfte das Stablecoin-Angebot bereits einmal um etwa 9 Milliarden Dollar (7,9 Milliarden Euro), bevor es später wieder auf ein Rekordniveau zurückkehrte. Damals fiel das mit einer deutlichen Korrektur bei Bitcoin zusammen, das von rund 95.000 Dollar (83.100 Euro) auf 60.000 Dollar (52.500 Euro) sank. Im selben Zeitraum wuchs auch die Aufmerksamkeit dafür, wie Stablecoins in der Praxis genutzt werden, unter anderem durch Rekordvolumen bei Zahlungen und Settlement.

Mehr Wettbewerb und neue Regeln

Gleichzeitig verschiebt sich die Marktstruktur weiter. Neue Stablecoin-Emittenten gewinnen an Bedeutung, weil die Regulierung in den USA mehr Klarheit schafft, während Europa mit MiCA strengere Anforderungen an Anbieter stellt. Das hat bei einigen Tokens, darunter USDT, zusätzlichen Druck auf die europäische Liquidität ausgeübt, weil nicht alle Plattformen dieselben Zugänge oder Listings anbieten.

Auch der Wettbewerb nimmt zu. Kleinere Stablecoins wie Global Dollar und USDGO sind in den vergangenen Monaten gewachsen, während neue Produkte wie OpenUSD auf den Markt kommen. Für europäische Krypto-Beobachter ist vor allem wichtig, dass Stablecoins nicht nur ein Handelsinstrument sind, sondern zunehmend auch als Infrastrukturschicht für Zahlungen und Settlement innerhalb von Krypto dienen.


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