Strategy stellt Bitcoin in den Kapitalvergleich mit JPMorgan
Strategy präsentiert seine Bitcoin-Treasury als stabiler als Bankeinlagen, finanziert mit 845.050 BTC über Perpetual Preferred Stock. Der Vergleich mit JPMorgan dreht sich vor allem um die eigene Kapitalstruktur.

Wichtigste Erkenntnisse
- Strategy stellt seine Bilanz als stabiler dar als die von JPMorgan, weil 91 % der Finanzierung nicht zurückgefordert werden können.
- Das Unternehmen besitzt 845.050 Bitcoin, finanziert unter anderem mit Perpetual Preferred Stock und ohne Verpflichtungen innerhalb von 12 Monaten.
- Der Wert von Strategy bleibt stark von Bitcoin abhängig, mit einem durchschnittlichen Kaufpreis von $75.415 und einer Dividendenverpflichtung von 11,25 % auf STRC.
Strategy, das frühere MicroStrategy, stellt seine Bilanz als ein deutlich stabileres Modell dar als das von JPMorgan. Nach Angaben des Unternehmens beruhen 91 % der Bilanz auf Geld, das nicht zurückgefordert werden kann, während Banken mit Einlagen arbeiten, die Kunden jederzeit abheben können. Strategy bezeichnet das als sichereres Design, doch der Vergleich soll vor allem die eigene Finanzierungsstruktur klar herausstellen.
Bilanz gegen Bankmodell
Die Behauptung stammt aus einer Folie, die Strategy Anlegern gezeigt hat. Darin setzt das Unternehmen seine kurzfristige Finanzierungslücke auf null und die von JPMorgan auf minus $1,2 Billionen (€1 Billion). Diese Zahlen beruhen auf Definitionen, die Strategy selbst gewählt hat, weshalb der Vergleich vor allem zeigt, wie das Unternehmen seine eigene Kapitalstruktur darstellen will.
Der Kern der Sache ist, dass Strategy keine Sparer hat, die Geld abziehen können. Das Unternehmen besitzt 845.050 Bitcoin und hat diese Position vor allem mit Perpetual Preferred Stock finanziert. Diese Aktien zahlen eine feste Dividende und laufen nicht aus. In der Einreichung vom 8. September steht außerdem, dass innerhalb von 12 Monaten nichts fällig ist.
Bitcoin bleibt der eigentliche Hebel
Während JPMorgan auf Einlagen und Aufsicht setzt, hängt Strategy vor allem am Bitcoin-Kurs. Das Unternehmen kaufte seine Coins im Schnitt für $75.415 (€64.700) pro Stück, während Bitcoin bei rund $78.498 (€67.400) notiert. Die gesamte Position von $66,8 Milliarden (€57,3 Milliarden) liegt damit nur noch begrenzt über den Anschaffungskosten.
Der neue Kontext ist, dass Strategy seine Bitcoin-Bestände nicht nur mit Aktien und wandelbaren Schuldtiteln aufgebaut hat, sondern auch mit Perpetual Preferred Stock wie der STRC-Serie. Nach den jüngsten Zahlen trägt diese Serie eine jährliche Dividendenverpflichtung von 11,25 %. Das macht den Cashflow wichtig, vor allem wenn der Bitcoin-Kurs unter den durchschnittlichen Kaufpreis fällt.
Bedeutung für Europa
Für europäische Krypto-Beobachter zeigt dieser Vergleich vor allem, wie groß börsennotierte Bitcoin-Treasuries inzwischen geworden sind. Strategy hält rund 845.050 BTC, was etwa 4 % des gesamten Angebots entspricht, und macht das Unternehmen zu einem der meistbeachteten institutionellen Akteure am Kryptomarkt. Für Anleger in Europa ist vor allem relevant, dass solche Konstruktionen nicht nur um Bitcoin selbst kreisen, sondern auch darum, wie Schulden, Aktien und Dividendenverpflichtungen zusammenkommen. Zuvor hatte die STRC-Preferred-Stock bereits gezeigt, wie Strategies Finanzierungsmix unter Druck geraten kann, wenn Anleger anderswo höhere Dividendenrenditen finden.