Telegram zahlt Nutzern in Kryptowährungen
Telegram will die Social-M Media-Giganten einholen.

Telegram will die Social-Media-Giganten einholen. Um das zu erreichen, will es nun Nutzern einen Teil der Werbeeinnahmen geben - in Kryptowährung.
Telegram experimentiert seit Jahren im Kryptobereich. Jetzt schlägt die Messaging-Dienst einen nächsten Schritt vor: Er möchte Nutzern einen Teil der Werbeeinnahmen der Plattform zukommen lassen. Das Unternehmen kündigte dies in einem Blogbeitrag an. Die Telegram-ähnliche Blockchain Toncoin dient als Basis des Projekts. Aber worum geht es genau?
Die Telegram-Gemeinschaft hat lange darauf gewartet, doch nun ist es soweit. Der Messenger-Dienst wird in Zukunft Werbeeinnahmen mit seinen Nutzern teilen. CEO Pavel Durov hatte diesen Schritt Ende Februar bereits angekündigt.
Jeder, der Kanäle auf dem sozialen Netzwerk verwaltet, wird in Zukunft Werbung schalten können. Alle Kanäle mit mindestens 1.000 Abonnenten kommen in Frage. Die Kanal-Besitzer können dann spezielle Werbung über Toncoin schalten, wobei 50 Prozent der Einnahmen an sie zurückfließen.
Ursprünglich sollte die Funktion in fast 100 Ländern aktiviert werden. In der aktuellen Ankündigung sind einige Länder wie Russland, der Ukraine und Israel ausgeschlossen. TON-basierte Werbung wird in Deutschland ebenfalls noch nicht angezeigt.
Telegram will soziale Medial-Giganten einholen
Eines ist jedoch klar: Telegram verändert sein Geschäftsmodell radikal. Das Unternehmen hat sich zuvor überwiegend auf den Verkauf von Premium-Mitgliedschaften konzentriert. Im Jahr 2023 erzielte es einen Umsatz von rund 45 Millionen Dollar – nur ein Bruchteil dessen, was der Branchenriese Meta mit seinen Plattformen Facebook, Instagram und Co. verdiente. In derselben Periode verdiente die Unternehmensgruppe von Mark Zuckerberg fast 135 Milliarden Dollar.
Telegram sucht nach Wachstumschancen mit seinem neuen Konzept. Offenbar gibt es noch viel Spielraum für Verbesserungen im Bereich Werbung. Pavel Durov verwies in der Erklärung auch auf das Problem. Rundfunksender haben Zugangszahlen von einer Billion Views pro Monat. Aber nur zehn Prozent davon werden monetarisiert.
Abwicklung über die Toncoin-Blockchain
Blockchain-Technologie ist nun bereit, das Problem zu lösen. Genauer gesagt das von Toncoin (TON). Ursprünglich von Telegram entwickelt, löste sich das Projekt aufgrund regulatorischer Schwierigkeiten der SEC von seinen Machern. Heute können Apps aus dem TON-Ökosystem noch immer direkt als Bots auf Telegram integriert werden.
Die Beziehung wird nun durch das neue, ehrgeizige Projekt weiter vertieft. Der gesamte Zahlungs- und Abrechnungsprozess läuft nämlich über Toncoin. Kanalbetreiber, die am Telegram-Teilnahmeprogramm teilnehmen, werden in TON bezahlt, der Coin des Crypto-Projekts. Folglich löste die Nachricht einen Kursanstieg von TON aus. Seit Jahresbeginn ist der Coin um fast 120 Prozent gestiegen, erreichte ein Hoch von $5,41 und wurde zum Zeitpunkt der Berichterstattung bei $5,04 gehandelt.
Dieser Schritt markiert jedoch nicht nur einen "Wendepunkt" für Telegram, sondern kann auch einen wichtigen Impuls für die gesamte Kryptobranche bedeuten. Rund 800 Millionen Menschen nutzen den Messenger-Dienst jeden Monat. Nutzer, die zuvor kaum Kenntnisse zu Blockchain, Krypto und Ähnlichem hatten, werden durch das Teilnahmeprogramm wahrscheinlich damit vertraut werden und vielleicht die Vorteile der Technologie erkennen.