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Tinder hat die Metaverse weggewischt

Die große Liebesbeziehung zwischen der Dating-App Tinder und der Metaverse ist vorerst gescheitert.

Tinder hat die Metaverse weggewischt

Die große Liebesbeziehung zwischen der Dating-App Tinder und der Metaverse ist vorerst gescheitert. Schlechte Quartalszahlen sind der Grund für die Pause in der Beziehung.

Leider waren es nicht mehr als zwei Dates. Nachdem die Match Group (zu der Tinder gehört) im Oktober 2021 noch große Ambitionen hatte, die Dating-App in neue Sphären zu bringen, ist ein weiteres Date vorerst beendet.

Im Tinderversum war ursprünglich geplant, Liebessuchenden die Möglichkeit zu geben, sich virtuell kennenzulernen. Nun scheint es, dass die digitalen Dating-Pläne vorerst beendet sind. In der Börsenbrief an die Aktionäre geben CEO Bernard Kim und Gary Swidler, COO und CFO, Kommentaren zu den nächsten Schritten:

''Ich glaube, dass eine Metaverse-Dating-Erfahrung wichtig ist, um die neue Generation von Nutzern anzuziehen, und Hyperconnect hat an neuen Innovationen in diesem Bereich gearbeitet. Allerdings, aufgrund der Unsicherheit darüber, wie die Metaverse letztlich aussehen wird und was funktionieren wird bzw. nicht, sowie der herausfordernden operativen Umgebung, habe ich das Hyperconnect-Team angewiesen, weiterzuentwickeln, aber aktuell nicht stark in die Metaverse zu investieren''.

Hyperconnect ist ein koreanischer Entwickler von Chat-Apps, der im letzten Jahr von der Match Group für 1,73 Milliarden Dollar übernommen wurde. Hyperconnect hat die Apps Hakuna Live und Azar entwickelt. Beide Apps ermöglichen Live-Video-Chat. Das Unternehmen entwickelte auch eine leistungsstarke Peer-to-Peer-Verbindung, bei der Interaktionen zwischen Nutzern ohne Zwischenserver funktionieren.

Die "Swipe Nights"

Mit der übernommenen Innovation brachte Tinder das "Swipe-Night"-Projekt auf den Markt. Dabei handelt es sich um eine interaktive Video-Erzählung. Alle Tinder-Nutzer konnten im September 2020 und November 2021 auf die Videofunktion in der App klicken. Daraufhin begann ein Film zu laufen, der zunächst für alle Nutzer gleich startete.

An strategisch wichtigen Punkten stoppte das Video und ließ den Zuschauer entscheiden, wie die Handlung weitergehen sollte. Oft waren die Entscheidungen moralische Fragestellungen. Die Entscheidungen eines Nutzers waren anschließend sichtbar im öffentlichen Tinder-Profil.

Virtuelle Währung bei Tinder?

Mit der Tinder Coin gab es Pläne, eine virtuelle Währung in die Dating-App zu integrieren. Die Coin sollte nicht nur durch Aktivität auf der Plattform verdient werden können. Das Vervollständigen des Profils sollte ebenfalls mit Tinder Coins belohnt werden.

Während im Q3-Bericht 2021 noch festgehalten wurde, dass die virtuelle Coin einfach und effizient sei und höhere Einnahmen bringen würde, wird im aktuellen Bericht deutlich eine Kehrtwende gemacht.

''Nach dem Abwägen gemischter Ergebnisse beim Testen von Tinder Coins haben wir beschlossen, einen Schritt zurückzugehen und diese Initiative zu überdenken, damit sie effektiver zu den Tinder-Umsätzen beitragen kann''.

Ist eine Liebes-Comeback möglich?

Ob es eine endgültige Trennung zwischen Tinder und der Metaverse ist, bleibt abzuwarten. Wir werden diesen Bereich weiter sorgfältig beobachten und zu gegebener Zeit einen neuen Schritt erwägen, wenn wir mehr Klarheit über das generelle Potenzial haben und das Gefühl, dass wir einen Dienst haben, der gut positioniert ist, um zu gelingen.

Im Quartalsbericht möchten sie die Metaverse-Sparte noch nicht endgültig abschreiben. Es bleibt also spannend zu beobachten, wie sich die weltbeste Lifestyle-App laut Statista ab 2022 entwickeln wird.

Genauso wie andere Unternehmen nutzt Tinder den Begriff "Metaverse" für eindringliche, digitale Erlebnisse. Es bleibt abzuwarten, ob in Zukunft die Tinderverse und Tinder Coins auch auf einer Blockchain laufen werden.


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