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TradFi umarmt Krypto, während große Banken den Zugang öffnen

Bitwise und Sygnum sehen einen strukturellen Wandel: Banken und Vermögensverwalter öffnen über Custody-, Trading- und Stablecoin-Dienste immer häufiger die Tür zu digitalen Assets.

TradFi umarmt Krypto, während große Banken den Zugang öffnen

Wichtigste Erkenntnisse

  • Zwei Finanzinstitute mit jeweils mehr als $1 Billion an Vermögen haben diesen Sommer Krypto-Produkte genehmigt.
  • Bitwise-Ceo Hunter Horsley sieht darin eine strukturelle Verschiebung: Große Banken bieten Kunden immer mehr Zugang zu Krypto.
  • Banken bewegen sich von Gegnern hin zu Anbietern von Custody, Tokenisierung und reguliertem Handel rund um digitale Assets.

Zwei Finanzinstitute, die jeweils mehr als $1 Billion (€0,9 Billionen) an Vermögen verwalten, haben diesen Sommer Krypto-Produkte genehmigt. Laut Bitwise-Ceo Hunter Horsley zeigt das, dass große Akteure selbst in einem Bear Market ihren Kunden mehr Zugang zu Krypto geben wollen.

Horsley sagte gegenüber CoinDesk, dass die Branche damit eine klare Kehrtwende vollzogen habe. Während Krypto früher oft als Gegenbewegung zu Banken dargestellt wurde, rücken große Finanzinstitute nun vielmehr in Richtung Distribution, Custody und anderer Dienste rund um digitale Assets.

Banken setzen auf Krypto

Horsley fasste diesen Wandel mit der Bemerkung zusammen, dass dieses Jahr jeder „das Krypto-Shirt angezogen“ habe. Bitwise nannte die beiden Institute nicht und wollte auch nicht sagen, welche Produkte genau genehmigt wurden oder wann Kunden sie nutzen können.

Nach Horsleys Einschätzung hätten Institute dieser Größenordnung in der Schwächephase von 2022 nicht so schnell zusätzlichen Zugang geöffnet. Dass die jüngsten Genehmigungen gerade in einem schwachen Markt erfolgen, macht sie aus seiner Sicht besonders bemerkenswert.

Von Widerstand zu Infrastruktur

Sygnum-CIO Fabian Dori sieht dieselbe Verschiebung. Er sagte, Banken hätten sich von Gegnern zu Akteuren entwickelt, die digitale Assets nun über Custody, Tokenisierung und regulierten Handel mit aufbauen, ermöglichen oder vertreiben. Dori bezeichnete diese Entwicklung als strukturell, nicht zyklisch, und verband sie mit Kundennachfrage und klareren Regeln.

Diese Bewegung passt in einen breiteren Trend. Die US-Aufsichtsbehörde OCC veröffentlichte im März 2025 ein Interpretationsschreiben, in dem Banken unter Aufsicht ohne vorherige Genehmigung bestimmte Krypto-Aktivitäten wie Custody ausführen durften. Später im Jahr 2025 arbeitete Citibank mit Coinbase an Stablecoin-Zahlungen für institutionelle Kunden zusammen, ein weiteres Signal dafür, dass traditionelle und digitale Finanzwelt immer näher zusammenrücken.

Was das für Krypto bedeutet

Für europäische Kryptonutzer ist vor allem relevant, dass die institutionelle Hürde weiter sinkt. Wenn große Banken und Vermögensverwalter Krypto über bestehende Kanäle anbieten, könnte das den Markt für Kunden zugänglicher machen, die lieber innerhalb regulierter Infrastruktur bleiben. Gleichzeitig bleibt Krypto laut Dori von Marktpreisen und Narrativen abhängig; mehr institutionelle Infrastruktur verändert diesen Charakter nicht automatisch.

Auch die Liste der frühen Einsteiger zeigt, wie schnell sich der Markt verschoben hat. Swissquote, DBS, BBVA, BNY Mellon, Nubank, LGT, St.Galler Kantonalbank, Santander, Zürcher Kantonalbank, Standard Chartered, Charles Schwab, SoFi und Morgan Stanley haben in den vergangenen Jahren bereits Schritte in Richtung Krypto-Dienste unternommen, von Trading bis Custody.


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