Trezor warnt nach neuem Phishing-Vorfall vor E-Mail-Anbieter
Die Phishing-Mail spielte auf eine angebliche STM32-Chip-Warnung an, während Trezor sagt, dass Wallets und Recovery-Backups nicht betroffen sind. Es ist bereits der dritte Vorfall rund um einen Zulieferer in vier Wochen.

Wichtigste Erkenntnisse
- Trezor meldete einen Phishing-Vorfall, nachdem Angreifer Zugriff auf einen Drittanbieter erhalten hatten, der E-Mails für das Unternehmen versendet.
- Kunden erhielten eine gefälschte Mail über eine kritische STM32-Chip-Warnung, während Wallets, Keys und Recovery-Backups nicht offengelegt wurden.
- Trezor warnt davor, nicht auf Links zu klicken und niemals eine Recovery Phrase oder einen Gerätecode einzugeben; wer das getan hat, sollte Gelder verschieben.
Trezor hat erneut einen Sicherheitsvorfall gemeldet, nachdem Angreifer Zugriff auf einen Drittanbieter erhalten hatten, der E-Mails für das Unternehmen versendet. Danach erhielten Kunden eine Phishing-Mail, die sich als kritische Warnung über einen STM32-Chip ausgab, während Trezor sagt, dass Wallets, Keys und Recovery-Backups nicht betroffen sind.
Drittanbieter erneut betroffen
Laut Trezor wurde die Domain hinter der Kampagne inzwischen offline genommen, und das Unternehmen untersucht, wie Angreifer an die legitime Domain gelangen konnten. Es ist der dritte Vorfall bei einem Dienstleister in vier Wochen für das Hardware-Wallet-Unternehmen, nach früheren Problemen bei ShipMonk, dem Dienstleister, der Trezor-Bestellungen verschickt.
Dieser frühere Einbruch begann am 10. August und führte später zu einem Update am 4. September, als die Zahl der betroffenen Kunden auf über 80.000 stieg. Die geleakten Daten bestanden aus Namen, Telefonnummern und Wohnadressen. Das erhöhte vor allem das Risiko gezielter Scams, während die Hardware Wallets selbst sicher blieben.
Warum die Mail glaubwürdig wirkt
Die gefälschte Mail verwies auf eine sogenannte STM32-Entropy-Schwachstelle. STM32 ist die Chipfamilie, die in Trezor-Geräten verbaut ist. Entropy ist die Zufälligkeit, die eine Wallet verwendet, um eine Recovery Phrase zu erstellen, und genau deshalb wirkt eine solche Warnung für viele Nutzer glaubwürdig.
Trezor warnte Kunden davor, nicht auf Links in unerwarteten E-Mails zu klicken, vor allem nicht, wenn darin STM32 oder Entropy erwähnt wird. Außerdem sagt das Unternehmen, dass Nutzer niemals eine Recovery Phrase oder einen Gerätecode auf einer Website eingeben sollten. Wer das doch getan hat, sollte die Gelder auf eine neue Wallet verschieben.
Was das für Nutzer bedeutet
Für europäische Krypto-Nutzer zeigt dieser Vorfall, dass das Risiko oft nicht in der Hardware Wallet selbst liegt, sondern in den Parteien darum herum. Frühere Meldungen hatten bereits gezeigt, dass Kunden nach Datenlecks auch Scam-Anrufe und physische Briefe erhielten. Das macht Kontaktdaten, Versanddaten und E-Mail-Adressen für Angreifer wertvoll, die es auf Wallet-Besitzer abgesehen haben.
Dieses Muster passt zu breiteren Sorgen in der Branche: Auch bei anderen Vorfällen erweisen sich gerade Lieferanten, Support-Kanäle und Identitätsdaten als attraktive Einstiegspunkte für Angreifer. So zeigt ein Datenleck bei einem Broker, wie schnell persönliche Daten für Phishing und andere gezielte Angriffe missbraucht werden können.
Trezor hat außerdem gesagt, an einer Anonymous-Delivery-Option zu arbeiten, damit Kunden künftig möglicherweise ohne die Weitergabe persönlicher Daten liefern lassen können. Für die EU wird die Einführung im September 2026 erwartet, für die USA bis Ende 2026.