Trump spricht live mit Jensen Huang über KI-Angst
Trump spielte KI-Sorgen in einem Live-Gespräch mit Nvidia-Chef Jensen Huang herunter, während Chipaktien und der iShares Semiconductor ETF weiter unter Druck standen.

Wichtigste Erkenntnisse
- Donald Trump telefonierte live mit Nvidia-Chef Jensen Huang und bezeichnete die Angst vor künstlicher Intelligenz als Hoax.
- Nvidia-Aktien fielen am Montag um etwa 3%, während auch Intel, AMD und der iShares Semiconductor ETF deutlich nachgaben.
- Die Schwäche bei Chips fiel mit Appellen von KI-Chefs zusammen, die Entwicklung leistungsfähigerer Modelle zu verlangsamen.
Präsident Donald Trump rief am Montag live auf der Bühne Nvidia-Chef Jensen Huang an und bezeichnete die Angst vor künstlicher Intelligenz als Hoax. Der Moment sorgte auf dem All-In Summit für viel Aufmerksamkeit, doch Nvidia-Aktien gaben dennoch nach, ebenso wie andere Chipfonds, die bereits schwach in den Tag gestartet waren.
Live-Telefonat auf der Bühne
Huang war mitten in einem Interview, als sein Telefon klingelte. Er stellte Trump auf Lautsprecher, woraufhin das Publikum das Gespräch hörte, in dem der amerikanische Präsident seine bekannte Linie zu KI wiederholte. Trump sagte, Rechenzentren seien gut für die Wirtschaft und KI sei größer als das Internet. Huang antwortete, Trump habe recht.
Das Timing fiel auf. Trump hatte an diesem Morgen auf sozialen Medien bereits Sicherheitswarnungen zu KI abgetan und erklärt, ein kompetenter Präsident sei die einzige echte Leitplanke. Damit setzte er die Debatte darüber erneut unter Druck, wie schnell KI-Unternehmen wachsen dürfen.
Chipsektor blieb schwach
Für Anleger drehte sich der Tag jedoch nicht um den Bühnenmoment, sondern um die Verkaufswelle bei Halbleitern. Nvidia wurde am Montagnachmittag bei rund $211,81 gehandelt, etwa 3% unter dem Schlusskurs vom Freitag von $218,29 (€189). Intel fiel um 7% und Advanced Micro Devices verlor 6%. Auch der iShares Semiconductor ETF gab um 6% nach.
Die Bewegung fiel zusammen mit einem Wochenend-Essay von Anthropic-Chef Dario Amodei, der Entwickler dazu aufrief, den nächsten Sprung bei der Modellkapazität zu bremsen. OpenAI-Chef Sam Altman und Elon Musk schlossen sich dem Appell an, die Entwicklung zu verlangsamen. Microsoft stellte zuvor bereits einen Humanist AI Code of Conduct vor, in dem menschliche Kontrolle im Mittelpunkt bleibt. Gleichzeitig hat sich China deutlich gegen Beschränkungen bei der KI-Entwicklung ausgesprochen und wirbt stattdessen für internationale Zusammenarbeit.
Auch die Frage, wie KI-Infrastruktur finanziert wird, spielt im Börsennarrativ immer häufiger eine Rolle. Nvidias Pläne für Finanzierungsplattformen zeigen, dass der Chipkonzern selbst auf einen breiteren Kapitalmarkt rund um Rechenzentren und Rechenleistung setzt.
Bedeutung für Europa
Für europäische Krypto- und Tech-Beobachter ist das relevant, weil sich KI-Aktien und Chipunternehmen immer häufiger mit der breiteren Stimmung rund um Rechenleistung, Rechenzentren und Infrastruktur bewegen. Nvidia bleibt dabei ein zentraler Name, auch weil das Unternehmen eine dominante Position bei GPUs hat, die häufig für KI-Systeme genutzt werden. Die Debatte über Tempo, Aufsicht und Geopolitik kann deshalb breiter darauf durchschlagen, wie Anleger auf die gesamte KI-Kette blicken.