Trump lässt die Tür für Bitcoin in Trump Accounts offen
Die steuerlich begünstigten Kinderkonten sind derzeit an einen S&P-500-ETF gekoppelt. Für Bitcoin wäre voraussichtlich zuerst neue Gesetzgebung nötig.

Wichtigste Erkenntnisse
- Trump hat angedeutet, dass Bitcoin später in Trump Accounts für Kinder aufgenommen werden könnte.
- Nach dem aktuellen Gesetz sind nur günstige US-Aktien-Indexfonds erlaubt, daher dürfte Bitcoin neue Gesetzgebung erfordern.
- Bitcoin zeigte am Montag zunächst kaum Bewegung und kletterte später wieder über die Marke von $62.000.
Präsident Donald Trump hat offen gelassen, ob Bitcoin eines Tages in die neuen Trump Accounts aufgenommen werden könnte. Dabei handelt es sich um steuerlich begünstigte Sparkonten für Kinder in den USA. Damit rückt Krypto erneut in den Fokus eines staatlich unterstützten Sparprodukts, auch wenn der rechtliche Rahmen dafür derzeit eng gesteckt ist.
Trump hält sich die Option offen
Auf die direkte Frage am Montag, ob Bitcoin Teil des Programms werden könne, sagte Trump, es könne „etwas passieren“. Geäußert hat er sich bei einer Veranstaltung zum Start der Trump Accounts, nur wenige Tage nachdem das Angebot landesweit für Familien freigeschaltet worden war.
Die Konten sind am 4. Juli im Rahmen des One Big Beautiful Bill Act gestartet. Kinder, die zwischen 2025 und 2028 geboren werden, erhalten dabei eine einmalige Einzahlung der Treasury in Höhe von $1.000 (€876). Eltern können zusätzlich jedes Jahr bis zu $5.000 (€4.380) einzahlen, solange das Kind noch nicht 18 Jahre alt ist.
Für die technische Umsetzung hat die Treasury Robinhood und BNY eingebunden. In der aktuellen Struktur fließt jede Einzahlung standardmäßig in den State Street SPDR Portfolio S&P 500 ETF. Außerdem hat die Treasury nur vier weitere Index-ETFs zugelassen. Ein Wechsel zwischen den Fonds ist bislang noch nicht live.
Gesetz bremst Bitcoin aus
Die zentrale Hürde liegt nicht in den Ausführungsregeln, sondern im Gesetz selbst. Der Kongress hat festgelegt, dass nur US-Aktien-Indexfonds mit Kosten von unter 0,1 Prozent infrage kommen. Die Treasury kann diese Vorgaben zwar strenger auslegen, sie aber nicht einfach auf andere Anlageklassen ausweiten.
Deshalb dürfte Bitcoin erst dann in einem Kinderkonto auftauchen, wenn der Gesetzgeber neue Regeln schafft. Trumps Aussage ist damit vor allem politisch bemerkenswert, praktisch aber noch nicht direkt umsetzbar.
Auch der steuerliche Rahmen ist relevant. Die IRS stuft digitale Assets wie Bitcoin für die bundesstaatliche Einkommensteuer als Eigentum ein. In der Praxis werden Krypto-Transaktionen damit ähnlich behandelt wie Aktien- oder Immobiliengeschäfte und unterliegen der Kapitalertragsteuer. Für politische Entscheidungsträger ist das wichtig, weil eine Ausweitung eines Regierungsprogramms auf Bitcoin unmittelbar mit bestehenden Steuer- und Meldevorschriften kollidieren würde.
Bedeutung für Europa
Für europäische Kryptonutzer zeigt sich daran vor allem, wie schnell Bitcoin in den USA auch jenseits des Spotmarkts und von ETFs Teil der politischen Debatte wird. Zugleich macht die Kombination aus Gesetzgebung, Steuerregeln und Bundesprogrammen deutlich, dass institutionelle Adoption nicht nur von Marktinteresse abhängt, sondern ebenso von klaren rechtlichen Grenzen.
Trump verknüpfte seine pro-Krypto-Haltung erneut mit dem Wettbewerb mit China. Er sagte, er sei zu einem „großen Krypto-Typen“ geworden, weil China sonst einen Vorteil hätte. Außerdem erklärte er, er habe das starke Wachstum der Branche beobachtet und die Kapitalzuflüsse hätten ihn überzeugt, dass Bitcoin noch erhebliches Potenzial haben dürfte.
Seine Begeisterung steht allerdings nicht losgelöst von seinen eigenen finanziellen Interessen. In seiner jüngsten Finanzoffenlegung wurden für 2025 mehr als $1 Milliarde (€0,9 Milliarden) an Einnahmen aus Krypto-Aktivitäten der Familie gemeldet. In der vergangenen Woche stellte er zudem die steuerliche Behandlung von Bitcoin infrage, während er diese Einnahmen verteidigte.
Bitcoin reagierte am Montag zunächst kaum auf die Aussagen und holte die Marke von $62.000 (€54.300) zurück, nachdem sie im Tagesverlauf zuvor unterschritten worden war. Zwar hat Trump frühere Krypto-Versprechen bereits umgesetzt, meist aber erst mit Verzögerung. Die Strategic Bitcoin Reserve kam erst Monate nach seinem Versprechen in Nashville zustande, und auch die Öffnung von Rentenplänen für alternative Assets zog sich durch einen langen Regulierungsprozess.