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Trump Media verkauft erneut Bitcoin und startet Truth API

Trump Media baut seinen Bitcoin-Bestand weiter ab und schaltet gleichzeitig Truth API für institutionelle Kunden live. Der Start zieht nach Fragen von Warren und Schiff auch die Aufmerksamkeit der SEC auf sich.

Trump Media verkauft erneut Bitcoin und startet Truth API

Wichtigste Erkenntnisse

  • Trump Media hat erneut 2.628 Bitcoin verkauft, im Wert von rund 165 $ Millionen, wodurch die Verluste beim BTC-Bestand weiter steigen.
  • Das Unternehmen hat Truth API gestartet, einen kostenpflichtigen Datendienst für institutionelle Kunden mit Preisen von bis zu 100.000 $ pro Monat.
  • Die Senatoren Warren und Schiff haben die SEC um eine Untersuchung möglicher Verstöße gegen das Wertpapierrecht und möglicher Marktmanipulation gebeten.

Trump Media hat weitere 2.628 Bitcoin veräußert. Der Gegenwert liegt bei rund 165 $ Millionen (144 € Millionen). Parallel dazu hat das Unternehmen Truth API live geschaltet, einen kostenpflichtigen Datendienst für institutionelle Kunden. Mit dem Verkauf weitet sich der Verlust auf den Bitcoin-Bestand aus, den Trump Media bei höheren Kursen aufgebaut hat. Der neue Dienst soll zugleich zusätzliche Erlöse aus Truth Social erschließen.

Teuer eingestiegen, teuer abgebaut

Nach Angaben des On-Chain-Analysten Lookonchain summiert sich der Verkauf inzwischen auf 7.281 BTC. Trump Media hatte zunächst 11.542 BTC für rund 1,37 $ Milliarden (1,2 € Milliarden) erworben, zu einem durchschnittlichen Kaufpreis von 118.522 $ (103.200 €) je Coin. Im Quartalsbericht waren zum 31. März noch 9.542,16 BTC in der Bilanz ausgewiesen, zusätzlich waren 2.000 BTC als Sicherheit für Optionen hinterlegt.

Die jüngsten Transaktionen liegen damit klar unter dem damaligen Einstiegspreis. Lookonchain schätzt, dass sich realisierte und nicht realisierte Verluste zusammen auf rund 555 $ Millionen (483 € Millionen) belaufen. Hinzu kommt, dass 4.260,73 BTC laut derselben Einreichung für Convertible Notes verpfändet sind. Die entsprechenden Einschränkungen laufen spätestens am 29. Mai 2028 aus. Ein großer Teil der verbleibenden Position ist damit nicht frei verfügbar.

Truth API soll Geld bringen

Truth API wurde am 1. August für institutionelle Kunden freigeschaltet und ist das erste Data-Licensing-Produkt von Trump Media. Der Dienst bietet schnelleren Zugriff auf Beiträge von Truth Social. Die Preise reichen bis zu 100.000 $ (87.100 €) pro Monat und sinken bei einem Dreijahresvertrag auf 60.000 $ (52.200 €). Im ersten Quartal meldete das Unternehmen einen Umsatz von 871.200 $ (758.600 €), was einem Plus von 6 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Schon ein Abo zum Listenpreis würde damit rechnerisch schnell auf einen Jahresumsatz von 1,2 $ Millionen (1 € Million) hinauslaufen.

Kevin McGurn, der Interimschef von Trump Media, erklärte, dass sich Märkte bereits auf Truth-Social-Posts bewegten. Truth API liefere deshalb einen direkten, lizenzierten Echtzeit-Feed der marktbewegendsten Truths. Der Feed umfasst die 10 höchstplatzierten Truth-Social-Accounts und stellt Beiträge innerhalb von Millisekunden bereit.

Politischer Druck auf die SEC

Der Start fiel mit neuem politischen Druck in Washington zusammen. Die Senatoren Elizabeth Warren und Adam Schiff baten SEC-Chef Paul Atkins am 28. Juli um eine sofortige Prüfung, ob das Produkt gegen das Wertpapierrecht verstößt. In ihrem Schreiben sprachen sie von einem möglichen Missbrauch des Präsidentenamts zugunsten von Trump selbst und verwiesen auf Bedenken wegen Marktmanipulation und Anlegerschutz.

Für europäische Krypto-Follower ist vor allem interessant, dass hier zwei Entwicklungen zusammenkommen: ein börsennotiertes Medienunternehmen, das Bitcoin als Treasury-Asset einsetzt, und ein kostenpflichtiges Datenprodukt, das direkt auf politische und marktbewegende Informationen setzt. Damit geht es nicht nur um einen weiteren Bitcoin-Verkauf, sondern auch um Regulierung, Datenzugang und die Rolle der SEC.


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