USA verlagert beschlagnahmte FTX-Chainlink-Token im Wert von 768.000 $ zu Coinbase Prime
Eine Wallet der US-Regierung hat fast 99.000 LINK zu Coinbase Prime verschoben. Das wirft Fragen nach einem möglichen Verkauf auf, auch wenn die Marktwirkung wohl begrenzt bleibt.

Wichtigste Erkenntnisse
- Eine mit der US-Regierung verbundene Wallet hat 98.590 beschlagnahmte Chainlink-Token im Wert von rund 768.000 $ zu Coinbase Prime verschoben.
- Die Token stammen aus dem FTX- und Alameda-Fall; Coinbase Prime verwaltet seit Juli 2024 große digitale Assets für den US Marshals Service.
- Die verschobene LINK-Menge ist im Vergleich zu Handelsvolumen und Umlauf klein, deshalb dürfte ein direkter Verkauf nur begrenzte Markteffekte haben.
Eine Wallet, die mit der US-amerikanischen Regierung verbunden ist, hat am Mittwoch 98.590 Chainlink (LINK)-Token im Wert von rund 768.000 $ (665.600 €) zu Coinbase Prime verschoben. Diese Token wurden nach dem Zusammenbruch von FTX beschlagnahmt, und die Nachricht hat Spekulationen über einen möglichen Verkauf dieser Token ausgelöst.
Hintergrund der Token-Verschiebung
Die Token sind Teil von Vermögenswerten, die im November 2022 nach dem Konkurs von FTX und Alameda Research beschlagnahmt wurden. Ein Bundesrichter hat Sam Bankman-Fried dazu verurteilt, 11 Milliarden $ (9,5 Milliarden €) abzugeben, wobei die zurückgeholten Mittel zur Entschädigung der Opfer verwendet werden. Der US Marshals Service (USMS) hat Coinbase Prime im Juli 2024 als Partner ausgewählt, um große digitale Assets zu verwalten und zu handeln. Diese Wahl bedeutet, dass Verschiebungen zu Coinbase Prime oft Veränderungen bei der Verwahrung, OTC-Transaktionen oder Liquidationen vorausgehen.
Der USMS hat eine lange Geschichte beim Verwalten und Verkaufen beschlagnahmter Kryptowährungen, darunter eine bekannte Auktion von 30.000 Bitcoins aus dem Silk-Road-Fall im Jahr 2014. Auch wenn die Behörde in der Vergangenheit Kritik am Umgang mit digitalen Assets und an der Rechenschaftspflicht einstecken musste, bleibt sie ein wichtiger Akteur bei der Abwicklung solcher Fälle.
Auswirkungen auf den Chainlink-Markt und weitere Erwartungen
Die verschobene LINK-Menge entspricht weniger als 0,4 % des täglichen Handelsvolumens von 225 Millionen $ (195 Millionen €) und etwa 0,01 % des gesamten Umlaufs von 727 Millionen Token. Deshalb dürfte selbst ein direkter Verkauf nur wenig Einfluss auf die Marktliquidität haben. Der Chainlink-Kurs lag zuletzt bei rund 7,66 $ (7 €), mit einer Marktkapitalisierung von 5,57 Milliarden $ (4,8 Milliarden €), verzeichnete aber in den vergangenen Monat ein Minus von 27 % und im vergangenen Jahr fast 49 %.
Der Markt reagiert vorsichtig auf Signale neuer Angebotsströme, aber institutionelles Interesse, etwa über ETF-Zuflüsse, könnte die Wirkung eines begrenzten Verkaufs möglicherweise abfedern. Ob die Token tatsächlich verkauft werden oder nur den Verwahrer wechseln, dürfte sich in den kommenden Tagen anhand weiterer Transaktionen klarer zeigen.
Relevanz für europäische Kryptobelegger
Für europäische Kryptobelegger ist es wichtig zu verstehen, dass solche Verschiebungen beschlagnahmter Token durch Behörden oft Teil strukturierter Abwicklungen sind und nicht unbedingt direkten Verkaufsdruck bedeuten. Die Beteiligung großer Akteure wie Coinbase Prime deutet auf ein kontrolliertes Vorgehen hin, was für die Einschätzung von Marktbewegungen und das Bewerten von Risiken bei Token mit großen staatlichen Beständen relevant ist.