Bitcoin fällt unter 63.000 US-Dollar nach Coldcard-Hack und schwacher Nachfrage
Der Rückgang folgt auf neue Meldungen über einen Coldcard-Wallet-Exploit, bei dem laut den Zahlen weiterhin Bitcoin-Adressen geleert werden. Trotz günstigerer makroökonomischer Rahmenbedingungen bleibt die Stimmung deshalb schwach.

Wichtigste Erkenntnisse
- Bitcoin rutschte am Montag von 63.600 $ auf 62.800 $, obwohl sich das makroökonomische Umfeld nach neuen Gesprächen zwischen den USA und Iran verbessert hatte.
- Ether gab um mehr als 1 % auf 1.858 $ nach, während auch XRP, Solana und Dogecoin unter Druck standen; nur BNB notierte unter den großen Coins im Plus.
- Ein neuer Coldcard-Wallet-Exploit, der 1.367 Bitcoin und fast 89 Millionen $ betrifft, belastete die Stimmung am Kryptomarkt zusätzlich.
Bitcoin und Ether schlossen am Montag schwächer, obwohl sich die makroökonomischen Rahmenbedingungen nach neuen Gesprächen zwischen den USA und Iran eigentlich aufgehellt hatten. Zusätzlichen Druck brachte ein neuer Coldcard-Wallet-Exploit, der laut den vorliegenden Zahlen offenbar weiterhin nicht eingedämmt ist.
Bitcoin bekommt vom Makrobild keinen Rückenwind
Bitcoin fiel vom Sonntagshoch bei 63.600 $ (55.400 €) auf 62.800 $ (54.700 €). Das entspricht einem Minus von 1 % an diesem Tag und 4 % auf Wochensicht. Ether verlor mehr als 1 % und notierte bei 1.858 $ (1.620 €), nachdem die Marke von 1.900 $ (1.650 €) seit vergangener Woche nicht mehr überschritten wurde. Auch XRP, Solana und Dogecoin gaben nach, während BNB als einzige große Münze im Plus blieb.
Eigentlich sprach das breitere Marktumfeld eher für mehr Risikofreude. Die Brent-Rohöl-Futures fielen deutlich, nachdem Präsident Donald Trump erklärt hatte, er habe einen Angriff auf Iran abgesagt und wolle am Montag neue Gespräche aufnehmen. Gleichzeitig gaben die Renditen von US-Anleihen nach, die Futures auf den Nasdaq 100 und in Europa legten zu, und Gold verteuerte sich leicht. Normalerweise dürfte eine solche Konstellation Krypto stützen, diesmal blieb die Reaktion jedoch aus.
Coldcard-Sorgen halten den Markt unter Druck
Die Schwäche dürfte vor allem mit den Sicherheitsmeldungen rund um Coldcard zusammenhängen. Nach früheren Berichten wurden in einer dritten Welle erneut Adressen geleert, die mit der Hardware Wallet erstellt worden waren. Betroffen sind demnach 1.367 Bitcoin im Wert von fast 89 Millionen $ (77,5 Millionen €) über 4.585 Adressen. Das spricht dafür, dass der Angreifer nicht nur größere Wallets ins Visier genommen hat, sondern später auch kleinere Bestände angegriffen haben könnte.
Der Vorfall reiht sich in eine Serie von Sicherheitsproblemen in der Krypto-Branche ein. Für Nutzer zeigt sich daran, dass Hardware-Wallets zwar ein wichtiger Baustein der Selbstverwahrung sind, aber keinen vollständigen Schutz bieten, wenn die Umgebung rund um die Wallet oder die Verwaltung der Schlüssel kompromittiert wird. Ein früherer Coldcard-Fehler hatte bereits gezeigt, wie schnell Hunderte Bitcoin abfließen können.
Bedeutung für Europa
Für europäische Krypto-Anleger ist das relevant, weil Sicherheitsvorfälle die Stimmung oft schneller belasten als Makrodaten. Gerade bei Bitcoin kann ein neues Sicherheitsproblem den Fokus von Zinsen, Öl und Geopolitik weglenken, während auch Altcoins indirekt unter Druck geraten können. Die Kombination aus schwacher Kursreaktion und anhaltenden Wallet-Sorgen zeigt, dass der Markt derzeit vor allem auf interne Risiken reagiert.