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Coldcard-Fehler lässt 594 Bitcoin in 25 Minuten verschwinden

Block führt den Diebstahl auf einen Fehler in der Key Generation von Coldcard zurück. Vor allem ältere Single-Signature-Wallets waren offenbar anfällig.

Coldcard-Fehler lässt 594 Bitcoin in 25 Minuten verschwinden

Wichtigste Erkenntnisse

  • Rund 594 Bitcoin im Wert von etwa 38 $ Millionen wurden am Freitag aus ungefähr 500 Wallets gestohlen, nachdem ein Fehler in der Key Generation von Coldcard ausgenutzt wurde.
  • Der Angriff dauerte 25 Minuten und traf vor allem ältere Single-Signature-Wallets, die schon seit Jahren ungenutzt waren.
  • Block machte die Schwachstelle an Firmware 4.0.0 fest; nach der ersten Analyse scheinen Mk4, Q und Mk5 nicht betroffen zu sein.

Am Freitag wurden rund 594 Bitcoin im Gegenwert von etwa 38 $ Millionen (33,1 € Millionen) aus ungefähr 500 Wallets entwendet. Nach Angaben der Ermittler wurde dabei ein Fehler in der Key Generation von Coldcard-Hardware-Wallets ausgenutzt. Der Angriff lief innerhalb von 25 Minuten ab und betraf vor allem ältere Single-Signature-Wallets, die seit Jahren nicht mehr genutzt worden waren.

Wie der Angriff ablief

Laut einem Bericht der Bitcoin-Engineering- und Security-Teams von Block lag die Ursache in der Art, wie Coldcard seine Schlüssel erzeugte. Eine Build-Einstellung führte dazu, dass der Hardware-Randomness-Generator übersprungen wurde. Gleichzeitig prüfte eine Funktion in einer unterstützenden Library nur, ob diese Einstellung vorhanden war, nicht aber, ob sie tatsächlich aktiv war. Dadurch wich die Key Generation auf Software aus, die mit der Seriennummer des Chips und den Clock-Registern arbeitete, also mit Daten, die nicht geheim sind.

Block konnte die Änderung auf einen Commit vom 1. März 2021 zurückführen, der in Firmware 4.0.0 enthalten war. Die Schwachstelle betraf nicht nur Wallet-Seeds, sondern auch Private Keys von Paper Wallets, Seed-Splitting-Masks, Device-Cloning-Keys und Key-Teleport-Transaktionen. Insgesamt wurden 1.324 Bitcoin-Teile in 500 Transaktionen innerhalb von drei Blocks verschoben. Anschließend wurden 562 BTC in einer Adresse zusammengeführt und seitdem nicht mehr bewegt.

Warum das besonders heikel ist

Coldcard ist eine Hardware Wallet des kanadischen Unternehmens Coinkite und wird als Offline-Gerät zur Aufbewahrung von Bitcoin-Keys vermarktet. Das Unternehmen bietet mehrere Generationen von Mk2 bis Mk5 an und warnte, dass Nutzer, die einen Seed auf einem Mk3 mit Version 4.0.1 oder neuer erstellt haben, möglicherweise betroffen sind. Nach der ersten Analyse scheinen Mk4, Q und Mk5 nicht betroffen zu sein, auch wenn sowohl Coinkite als auch Block ihre Einschätzungen bislang nur als vorläufig einstufen.

Zusätzlich heikel ist der Zeitpunkt, weil sich die betroffenen Coins über den Zeitraum von 2021 bis 2026 verteilen. Damit decken sie fast die gesamte Laufzeit des Fehlers ab. Block erklärte, man habe die Erkenntnisse an Coinkite weitergegeben und sie trotz fehlender vollständiger Exploit-Tests veröffentlicht, weil der Angriff bereits im Gange war.

Folgen für Bitcoin-Nutzer

Für Bitcoin-Nutzer zeigt der Vorfall, dass die Sicherheit einer Hardware Wallet nicht allein von der Offline-Aufbewahrung abhängt, sondern auch davon, wie der Seed zu Beginn erzeugt wird. Coldcard setzt zwar auf ein air-gapped Design und nutzt microSD-Karten zum Signieren von Transaktionen. Das reduziert Online-Risiken, verhindert aber nicht automatisch Fehler in der Schlüsselgenerierung. Entsprechend dürfte der Fall für alle relevant sein, die Bitcoin selbst verwahren, vor allem wenn Wallets länger nicht überprüft wurden.

Auch insgesamt verlagern sich Krypto-Angriffe immer häufiger von Smart Contracts hin zu Schlüsseln und operativen Schwachstellen. Eine aktuelle Analyse zu private keys zeigt, dass Key Management inzwischen zu den größten Angriffsflächen zählt.


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