US-Finanzministerium erwägt mehr kurzfristige Schuldtitel, Bitcoin schaut mit
Citigroup erwartet, dass Washington mehr kurzfristige Schuldtitel ausgibt, da die Renditen 10- und 30-jähriger Anleihen hoch bleiben. Das könnte die Risikostimmung für Bitcoin und andere Krypto-Assets beeinflussen.

Wichtigste Erkenntnisse
- Citigroup erwartet, dass das US-amerikanische Finanzministerium über 20-jährige und 30-jährige Anleihen $3 Milliarden (€2,7 Milliarden) weniger einnimmt.
- Das Treasury könnte möglicherweise mehr kurzfristige Schuldtitel ausgeben; eine Ankündigung wird am 4. November erwartet.
- Höhere US-Zinsen belasten die Risikostimmung, während Bitcoin bei rund $84.030 notiert und in 24 Stunden 1,2% höher liegt.
Citigroup erwartet, dass das US-amerikanische Finanzministerium in Kürze bei jeder Auktion von 20-jährigen und 30-jährigen Anleihen $3 Milliarden (€2,7 Milliarden) weniger einnimmt und stärker auf kurzfristige Schuldtitel setzt. Laut der Bank könnte die Auktion der 20-jährigen Anleihe sogar gestrichen werden. Eine Ankündigung wird am 4. November erwartet, bestätigt hat das Treasury bislang aber nichts.
Warum Washington kürzer leihen will
Der Schritt passt zu einem breiteren Versuch, die Finanzierung der US-Staatsschuld zu steuern. Diese Schuld hat im August bereits die Marke von $40 Billionen (€35,7 Billionen) überschritten. Kurzfristige Bills sind derzeit günstiger als langfristige Papiere, laufen aber innerhalb eines Jahres aus. Deshalb muss die Regierung sie viel häufiger zu den Zinsen refinanzieren, die Anleger dann verlangen.
Der Druck am langen Ende des Marktes ist bereits sichtbar. Die 10-jährige Rendite schloss am 9. Oktober bei 5,24% und die 30-jährige Rendite bei 5,60%, wie Treasury-Daten zeigen. Am 1. Oktober erreichte die 10-jährige Rendite den höchsten Stand seit April 2002. Am selben Tag nutzte das Treasury auch den vollen Spielraum von $6 Milliarden (€5,4 Milliarden) für einen Rückkauf älterer langfristiger Schuldtitel.
Zinsen wirken auch auf Krypto
Höhere US-Zinsen wirken sich auf den gesamten Markt aus. Sie machen Kredite für Haushalte und Unternehmen teurer und verändern auch die Stimmung an risikoreichen Märkten. Für Krypto ist das relevant, weil ein schneller Zinsanstieg oft mit weniger Spielraum für Risikobereitschaft zusammenfällt.
Bitcoin hat diese Bewegung schon früher gespürt. Als die 10-jährige Rendite auf den höchsten Stand seit 2002 stieg, kühlte BTC ab. Inzwischen steht Bitcoin bei rund $84.030 (€75.000), 1,2% höher in 24 Stunden, auch nach jüngsten Äußerungen des US-Präsidenten Donald Trump.
Auch der breitere Anleihemarkt spielt bei dieser Stimmung mit: die Volatilität am US-Staatsanleihemarkt hatte zuvor bereits zugenommen, während Bitcoin und Aktien relativ ruhig blieben.
Nächste Signale vom Markt
In der kommenden Woche folgt eine neue Treasury-Umfrage unter Anleihehändlern. Danach kommt am 4. November das Refundung Statement, in dem klar werden dürfte, ob Washington tatsächlich mehr kurzfristig und weniger langfristig emittiert. Für Kryptonutzer ist vor allem relevant, wie die lange Rendite darauf reagiert, weil sie oft die breitere Risikostimmung mitprägt.