Frankreich will Krypto vor dem Verkauf besteuern
Der Vorschlag betrifft auch Wallets und Stablecoin-Swaps, während Frankreich sich an strengere EU-Meldepflichten über DAC8 anpasst. Die Maßnahme ist noch Teil der Haushaltsdebatte für 2027.

Wichtigste Erkenntnisse
- Französische Gesetzgeber diskutieren einen Vorschlag, Krypto auf Buchgewinne zu besteuern, sobald ein Inhaber Frankreich verlässt, auch ohne Verkauf.
- Die Maßnahme würde für Bestände über 800.000 Euro gelten und auch persönliche Wallets sowie ausländische Wallets einbeziehen.
- Ein zweiter Vorschlag will Swaps von Bitcoin in an den Dollar gekoppelte Stablecoins ab Januar 2027 als Verkauf besteuern.
Französische Gesetzgeber diskutieren einen Vorschlag, Krypto auf Buchgewinne zu besteuern, sobald ein Inhaber das Land verlässt, auch wenn die Coins noch nicht verkauft wurden. Die Maßnahme würde für Bestände über 800.000 Euro gelten und ist Teil der Haushaltsdebatte für 2027. Der Plan ist noch nicht endgültig und könnte in der Debatte ab Dienstag noch scheitern.
Wie die Exit Tax funktioniert
Der Vorschlag stammt vom linken Abgeordneten Nicolas Sansu und wurde als Änderungsantrag zum französischen Haushalt für 2027 eingebracht. Laut einer Pariser Anwaltskanzlei hat die Finanzkommission der Nationalversammlung den Plan am 8. Oktober bereits angenommen. Frankreich erhebt bereits eine solche Wegzugssteuer auf Aktien für wohlhabende Einwohner, Krypto war bislang jedoch ausgenommen.
Die neue Regel würde sich auf realisierte Buchgewinne konzentrieren. Wer zum Beispiel Coins im Wert von 200.000 Euro kauft und sie später auf 1 Million Euro steigen sieht, hätte beim Wegzug einen steuerpflichtigen Gewinn von 800.000 Euro, auch ohne Verkauf. Die Steuer würde für Personen gelten, die in den vergangenen zehn Jahren mindestens sechs Jahre lang steuerlich in Frankreich ansässig waren.
Auch Wallets und Exchanges
Auffällig ist, dass die Maßnahme nicht nur Coins auf einer Krypto-Exchange betrifft. Auch Bestände in einer persönlichen Krypto-Wallet würden zählen, selbst wenn sich diese Wallet im Ausland befindet. Wegziehende Steuerpflichtige müssten außerdem alle ihre Krypto-Positionen in der Steuererklärung angeben.
Damit will der Gesetzgeber einen Unterschied zwischen Krypto-Anlegern und Aktionären mit vergleichbaren Vermögen beseitigen. Die Einreicher argumentieren, dass jemand, der mit Millionen an Krypto Frankreich verlässt, derzeit eine Steuer umgehen kann, die für Aktienbesitzer gilt.
Stablecoins rücken ebenfalls in den Fokus
Neben der Exit Tax liegt noch ein zweiter Vorschlag von Sansu auf dem Tisch. Er richtet sich an Stablecoins, Tokens, die an etwa den Dollar oder den Euro gekoppelt sind. Laut dem Vorschlag würde ein Swap von Bitcoin in einen an den Dollar gekoppelten Token ab Januar 2027 als Verkauf gelten und damit zum französischen Satz von 31,4% besteuert werden.
Für europäische Krypto-Beobachter ist vor allem relevant, dass Frankreich damit einem breiteren Trend zu strengerer steuerlicher Kontrolle folgt. Die EU führt ab 2026 die DAC8-Regeln ein, wodurch Krypto-Plattformen Kunden- und Transaktionsdaten erfassen und ab 2027 an die Steuerbehörden melden müssen. Gleichzeitig setzt der französische Haushalt für 2027 stark auf höhere Steuern, um die Staatsfinanzen wieder unter Kontrolle zu bringen. Auch in anderen europäischen Ländern wächst der Druck auf Krypto-Besitzer: Griechenland arbeitet zum Beispiel an einer Steuer auf Krypto-Gewinne.