Wir haben ein Zombie-Problem im Kryptosektor!
Immer mehr Zombie-Blockchain-Protokolle belasten den Krypto-Sektor.

Immer mehr Zombie-Blockchain-Protokolle belasten den Krypto-Sektor. Wie man sie erkennt und wer die aktuellen Kandidaten sind?
Zombie-Unternehmen sind vor allem Unternehmen, die stark überschuldet sind, eine geringe Produktivität haben und hauptsächlich auf Fremdkapital angewiesen sind, um die laufenden Kosten zu decken. Besonders in Krisenzeiten oder wenn Finanzierungskosten steigen, stehen diese Unternehmen schnell am Rand des Abgrunds. Den Begriff können wir jedoch nicht nur auf Unternehmen anwenden, sondern auch auf Blockchain-Protokolle.
Zombie-Kryptowährungen: Worin unterscheiden sie sich?
Die ICO-Hype 2017 und die Kryptohype-Phase 2020/2021 haben viel Geld in Blockchain-Protokolle gespült. Die entscheidende Frage ist jetzt: Was geschieht mit dem Geld? Wird es verwendet, um die Protokolle weiterzuentwickeln oder verdienen die Gründer gut daran? Zieht das Protokoll auch Open-Source-Entwickler außerhalb des Unternehmens oder der Stiftung an, die nicht fest angestellt sind?
Neben mitrieken wie dem Anzahl der Transaktionen oder dem Gesamtwert, der in DeFi-Protokollen gebunden ist, gibt vor allem die Aktivität der Entwickler Aufschluss über das zukünftige Potenzial einer Kryptowährung. Da die überwiegende Mehrheit der Entwickler sich auf die führenden Smart-Contract-Protokolle verteilt, insbesondere Ethereum mit ca. 25 Prozent, ist klar, dass beim Großteil der Kryptowährungen wenig passiert. Das erkennt man an den Beiträgen der Entwickler auf GitHub durch sogenannte Commits. Sie geben eine gute Indikation, welche Protokolle viele eingereichte Commits haben und welche weniger oder gar nicht.
Ein Smart-Contract-Protokoll, bei dem kaum Transaktionen stattfinden und an dem praktisch keine Entwickler interessiert sind, ist praktisch totgeschrieben und damit auch die Investition der Tokeninhaber. Im Gegensatz zu einem Unternehmen wäre es daher angebracht, eine Kryptowährung ein Zombie-Protokoll zu nennen, auch wenn noch genügend Geld in der Stiftung oder bei den Anteilseignern feststeckt.
Kein Setup, sondern fehlende Fokussierung
Vor allem Projekte, die ihren ursprünglichen Fokus verloren haben, die schon durch ihr „Hochzeiten“ gegangen sind und jetzt nicht mehr wirklich wissen, auf welche Anwendungen sie sich konzentrieren wollen, laufen Gefahr. Statt ihrer USP herauszuarbeiten, springen sie von Trend zu Trend. Das hat sich etwa bei der Einführung von NFTs gezeigt, wo in kurzer Zeit viele Protokolle aus 2016, 2017 und 2018 mit uninteressanten und halbherzigen NFT-Anwendungen entstanden sind.
Wenn genug Geld in der Stiftung und interne Entwickler vorhanden sind, können Jahre vergehen, in denen kein wirklich ausgereiftes Produkt entsteht, aber am Monatsende jeder Mitarbeiter seinen Lohn erhält. Als Anleger kann man dann nur hoffen, dass es irgendwann eine große Durchbruch- oder Neuausrichtung gibt, die Früchte trägt.
Aktivitäten der Entwickler: Die Gewinner und Verlierer
Um eine Vorstellung von der Entwicklung der Entwicklungsaktivität zu bekommen, können Berichte wie jene von Outlier Ventures oder Electric Capital hilfreich sein. Die folgenden Protokolle können sich die höchste Anzahl eingereichter Commits sichern: Ethereum, Bitcoin, Polkadot, Cosmos und Solana. Die Protokolle Solana und Avalanche verzeichneten in den vergangenen Monaten ein besonders starkes Wachstum der Commits. Die Anzahl aktiver Entwickler korreliert oft mit der Anzahl der eingereichten Commits, wobei insbesondere Cardano auffällt.
Andererseits sinken folgende Kryptowährungen deutlich: Bitcoin Cash, Axie Infinity, THORChain, BitTorrent und Dogecoin. Außerdem fallen auch die bekannten Protokolle Tron und EOS negativ bei der Anzahl aktiver Entwickler auf. Bitcoin Cash führt jedoch die Rangliste der wenigsten aktiven Entwickler an.