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Worldcoin startet seine eigene Blockchain

Das Kryptoprojekt Worldcoin kündigt seine eigene Blockchain an.

Worldcoin startet seine eigene Blockchain

Das Kryptoprojekt Worldcoin kündigt seine eigene Blockchain an. Der Umstieg auf die World Chain wird im Sommer stattfinden. Der Hintergrund.

Kaum ein anderes Krypto-Projekt hat so von dem AI-Hype profitiert wie Worldcoin, das von OpenAI-Chef Sam Altman gesponsert wird. Es bot eine technische Antwort auf die Herausforderungen, die der Fortschritt der künstlichen Intelligenz mit sich brachte: Ein System, das zwischen Mensch und Maschine unterscheidet. Eine World ID, die als Ausweis und als Brieftasche dient – für die Kryptowährung Worldcoin. Bislang hat das Projekt auf der Ethereum-Blockchain, insbesondere der Layer-2-Blockchain Optimism, aufgebaut. Doch, wie das Deutsche BTC-ECHO zuvor berichtet hat, wird in diesem Sommer auf die kommende World Chain umgestellt. Das folgt ebenfalls dem Prinzip: Menschen zuerst.

Menschen gegen Bots

"World Chain ist eine neue Blockchain, die für Menschen entwickelt wurde", kündigt Worldcoin seine neue Blockchain an. Du fragst dich vielleicht: Für wen sonst? Aber ein Großteil des Krypto-Raums läuft jetzt automatisch, über Bots. Hier soll der Hebel angesetzt werden: "Verifizierte Menschen bekommen Vorrang vor Bots und erhalten ein Gas-Quotum für gelegentliche Transaktionen", sagt Worldcoin.

Bots werden tatsächlich zu einem immer größeren Problem. Die Kapazitäten einer Blockchain sind begrenzt. Wenn sie vollständig ausgelastet sind, steigen die Kosten. Worldcoin schätzt den Anteil von Bots an Blockchain-Transaktionen auf "bis zu 80 Prozent". Dazu gehören eine große Anzahl von "unproduktiven Bots", zum Beispiel für "Airdrop-Farming". Zukünftig erhalten Transaktionen von verifizierten Menschen Vorrang bei schnellerer Bestätigung über die World ID.

Veränderung im Sommer

Worldcoin läuft derzeit auf dem Optimism Network, einer skalierbaren Lösung für das Ethereum-Netzwerk. Aber der Raum wird knapp: "Transaktionen von Worldcoin-Nutzern machen derzeit etwa 44 Prozent der OP Mainnet-Aktivität aus und sind damit die größte Anwendung im Netzwerk", so Worldcoin. In Spitzenzeiten liegt der Anteil oft über 80 Prozent. Angesichts dieser Wachstumsrate ist es an der Zeit, auf ein dediziertes Netzwerk umzusteigen.

Das Projekt hat im Vorfeld nicht zu viele technische Details preisgegeben. "Das Netzwerk wird tief in das Worldcoin-Protokoll integriert, um das Wachstum zu beschleunigen und World ID's Proof of Personhood zu nutzen". Es ist auch durch Ethereum als L2 gesichert und neben dem Superchain-Ökosystem auf Skalierbarkeit ausgelegt. Worldcoin betont, dass die Blockchain offen und Open Source bleiben wird und letztlich von der Community unabhängig verwaltet wird. Der Starttermin wird diesen Sommer erwartet.

Blockchain, um der Nachfrage gerecht zu werden

Der Umstieg auf eine eigene Blockchain wird daher vor allem erwartet, um das Wachstum anzukurbeln. Durch die Erweiterung der Kapazitäten würden Nutzer von schnelleren und günstigeren Transaktionen profitieren. Die World Chain wird eine Vorreiterrolle beim Skalieren und Dezentralisieren des Layer-2-Paradigmas auf Ethereum neben dem Superchain-Ökosystem übernehmen, so Worldcoin.

Ziel ist es, Apps zu schaffen, die im Alltag nützlich sind. World Chain ist als Ökosystem dezentraler Finanz- und Identitäts-Apps konzipiert, die auf den Nutzen im Alltag abzielen. Das umfasst Transaktionen mit Worldcoin und Stablecoins, aber auch Funktionen wie Leihen und Tauschen.

Zehn Millionen Registrierungen

Dank der Medientribute rund um ChatGPT und seinen Mentor Sam Altman erlebte Worldcoin einen schnellen Start. Nach weniger als einem Jahr auf dem Markt haben laut Worldcoin mehr als zehn Millionen Menschen sich für eine World ID registriert. Sie fungiert als eine Art digitale Identitätskarte, die auch als Brieftasche genutzt wird. Es wurden inzwischen 75 Millionen Transaktionen durchgeführt. Fünf Millionen Nutzer haben die World ID "verifiziert mit einer Bol".

Die weltweite Erfassung biometrischer Daten bedeutete jedoch, dass das Projekt von Anfang an kritisiert wurde. Bedenken bezüglich Datenschutz führten dazu, dass das Projekt in einigen Ländern genauer geprüft wird. In Frankreich, Spanien, Argentinien, Kenia und Hongkong wird das Kryptoprojekt von OpenAI-CEO Sam Altman wegen Verstößen gegen Datenschutzgesetze geprüft. In Bayern wird eine Untersuchung durch das Landesamt für Datenschutzaufsicht geführt.

Worldcoin reagiert auf Kritik

Dies waren problematische Entwicklungen für die Außenwahrnehmung des Projekts. Die Druck steigt. Wahrscheinlich ist dies der Grund, warum Worldcoin kürzlich "eine Option eingeführt hat, die World ID zu entfernen", erklärt Tim Wybitul, Partner bei Latham & Watkins, der Worldcoin in Verhandlungen mit Datenschutzbehörden vertritt, gegenüber BTC-ECHO. Laut Wybitul ist dies "ein wichtiger Schritt in Richtung des bestmöglichen Datenschutzes und der sehr umfassenden Nutzerkontrolle".

Dies sei in Absprache mit Datenschutzbehörden wie dem Bayerischen Landesamt für Datenschutzaufsicht erfolgt. "Es spiegelt Worldcoins starkes Engagement wider, den Nutzern eine bessere Wahlfreiheit und Kontrolle über ihre Daten zu geben und die Einhaltung der EU-DSGVO sicherzustellen". Dazu gehört auch "die Option, den Iriscode dauerhaft zu entfernen".


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