XRP Ledger stimmt über Datenschutz-Update für Assets im Wert von 530 Millionen Dollar ab
Confidential Transfers soll Salden und Übertragungen für MPTs verschlüsseln, während XRPL bereits mehr als 530 Millionen Dollar an tokenisierten Assets hostet. Die Abstimmung könnte das Ledger für Banken und Vermögensverwalter attraktiver machen.

Wichtigste Erkenntnisse
- Auf dem XRP Ledger steht Confidential Transfers zur Abstimmung. Die Funktion soll institutionellen Nutzern bei Token-Transfers mehr Privatsphäre geben.
- Das Update verschlüsselt Salden und Zahlungsbeträge, während Konten und der Token-Typ sichtbar bleiben und Transaktionen weiter überprüfbar sind.
- XRPL Version 3.3.0 bringt außerdem fünf weitere Verbesserungen mit. Amendments treten erst in Kraft, wenn sie zwei Wochen lang 80 % Unterstützung der Validatoren erreichen.
Auf dem XRP Ledger steht ein neues Privacy-Update für institutionelle Nutzer zur Abstimmung. Das Netzwerk hostet bereits mehr als 530 Millionen Dollar (459 € Millionen) an tokenisierten Real-World Assets. Die geplante Funktion soll Institutionen mehr Diskretion beim Bewegen von Tokens geben, ohne dass das Ledger die Kontrolle über Transaktionen verliert.
Confidential Transfers zur Abstimmung
XRPL Version 3.3.0 umfasst sechs vorgeschlagene Amendments, wobei Confidential Transfers besonders im Fokus steht. Das Update ist für Multi-Purpose Tokens gedacht, also das Format, das Ripple für Fonds, Anleihen und andere finanzielle Assets positioniert. Dabei werden Salden und Zahlungsbeträge verschlüsselt, während Konten und der Token-Typ weiterhin sichtbar bleiben.
Für Institutionen bedeutet das: Sie können Tokens bewegen, ohne die Höhe einzelner Positionen oder Übertragungen öffentlich offenzulegen. Gleichzeitig bleibt die Überprüfbarkeit des Netzwerks erhalten, weil kryptografische Beweise bestätigen können, dass eine Transaktion gültig ist, ohne die zugrunde liegenden Zahlen preiszugeben. Das passt zu einem breiteren Trend im Kryptomarkt, in dem öffentliche Blockchains zunehmend Privatsphäre und Compliance miteinander verbinden müssen, um für größere Marktteilnehmer interessant zu bleiben.
Mehr als nur Privatsphäre
Das Release enthält außerdem fünf weitere Vorschläge, die vor allem auf operative Verbesserungen abzielen. Batch kann bis zu acht Transaktionen bündeln, Sponsor ermöglicht es einem Konto, die Kosten und Reserveanforderungen eines anderen zu übernehmen, und Permission Delegation gibt einer dritten Partei begrenzte Transaktionsrechte, ohne die volle Kontrolle zu übertragen. Dynamic MPT macht es möglich, bestimmte Token-Eigenschaften nach der Ausgabe anzupassen.
Laut XRP Ledger Operations reduziert Version 3.3.0 außerdem den Speicherverbrauch um mindestens 10 % bis 15 % und sorgt dafür, dass Nodes schneller mit dem Netzwerk synchronisiert werden. Das ist für ein Ledger relevant, das zunehmend für Tokenized Finance genutzt wird. Parteien wie Aviva Investors, Ondo, VERT Capital, Archax und Societe Generale haben bereits Assets auf XRPL ausgegeben. Auch der breitere institutionelle Rollout erhält dadurch mehr Gewicht, etwa bei der Zusammenarbeit mit Aviva Investors rund um tokenisierte Fondsstrukturen auf XRPL.
Bedeutung für Europa
Für europäische Krypto-Nutzer ist das vor allem deshalb interessant, weil Privatsphäre und Aufsicht in regulierter tokenisierter Finance oft zusammen gedacht werden müssen. Sollte Confidential Transfers später aktiviert werden, könnte das XRPL für Banken, Asset Manager und andere Institutionen attraktiver werden, die zwar auf einer öffentlichen Blockchain arbeiten wollen, aber nicht jede Bilanz oder jeden Transfer offenlegen möchten.
Die Änderung ist allerdings noch nicht live. Amendments auf XRPL brauchen mindestens 80 % Unterstützung von vertrauenswürdigen Validatoren, und diese Unterstützung muss zwei Wochen lang ohne Unterbrechung bestehen, bevor sie in Kraft treten. Damit bleibt offen, ob institutionelle Parteien die neue Privacy-Schicht später tatsächlich nutzen werden.