XRP erholt sich nach gescheiterter CLARITY-Act-Abstimmung in den USA
Die gescheiterte CLARITY-Act-Abstimmung und die Fed-Zinserhöhung setzten XRP kurzzeitig unter Druck, doch höhere Volumina und Whale-Aktivität sorgten für eine schnelle Erholung.

Wichtigste Erkenntnisse
- XRP legte innerhalb von 24 Stunden um mehr als 7 % auf rund 1,39 US-Dollar zu, nachdem der Kurs zuvor auf etwa 1,27 US-Dollar gefallen war.
- Die Verkaufswelle folgte auf das Scheitern der Cloture-Abstimmung zum CLARITY Act und eine Zinserhöhung der Federal Reserve um 25 Basispunkte.
- Das Handelsvolumen blieb hoch und Whales kehrten zurück, während XRP weiterhin 62 % unter seinem Allzeithoch liegt.
XRP erholte sich diese Woche deutlich nach einem doppelten Rückschlag in den Vereinigten Staaten. Der Token legte innerhalb von 24 Stunden um mehr als 7 % auf rund 1,39 US-Dollar (1,21 €) zu, nachdem der Kurs zuvor kurz auf etwa 1,27 US-Dollar (1,11 €) gefallen war. Die Bewegung folgte auf eine gescheiterte Abstimmung über den CLARITY Act und auf die erste Zinserhöhung der Federal Reserve seit 2023.
Gescheiterte Abstimmung setzte XRP unter Druck
Die Verkaufswelle begann, nachdem der US-Senat am 15. September die Cloture-Abstimmung über den CLARITY Act nicht erreichte. Für eine solche Abstimmung sind 60 Stimmen nötig, um die Debatte zu beenden und einen Gesetzentwurf in Richtung einer Schlussabstimmung zu bringen. Das Ergebnis von 50 zu 49 bedeutete, dass der Vorschlag für einen bundesweiten Rahmen für digitale Assets ins Stocken geriet.
XRP fiel daraufhin um mehr als 8 % und bewegte sich kurz um 1,27 US-Dollar (1,11 €) bis 1,28 US-Dollar (1,12 €). Einen Tag später kam zusätzlicher Druck hinzu, als die Fed den Leitzins um 25 Basispunkte auf eine Spanne von 3,75 % bis 4,00 % anhob. Solche Schritte belasten oft risikoreiche Anlagen, und das fiel mit der schwachen Stimmung rund um das Gesetz zusammen.
Handel und Whales ziehen an
Der Rückgang erwies sich jedoch als nur von kurzer Dauer. XRP notierte danach wieder bei rund 1,39 US-Dollar (1,21 €), während das Handelsvolumen bei fast 3,9 Milliarden US-Dollar (3,4 Milliarden €) lag, also ungefähr im Einklang mit dem 30-Tage-Durchschnitt. Das deutet darauf hin, dass die Erholung nicht nur auf dünnem Handel beruhte.
Auch größere Marktteilnehmer wurden wieder aktiver. Laut CryptoQuant erreichten Whale-Einzahlungen bei Binance den höchsten Stand seit sechs Monaten, während das offene Interesse bei Futures wieder über das Niveau vor der gescheiterten Abstimmung stieg. Gleichzeitig erholte sich der breitere Kryptomarkt mit: Bitcoin, Ethereum und Solana legten allesamt deutlich zu, und der gesamte Altcoin-Markt stieg auf 222 Milliarden US-Dollar (194 Milliarden €), den höchsten Stand seit acht Monaten.
Was das für XRP bedeutet
Für europäische Krypto-Beobachter zeigt das vor allem, wie empfindlich XRP weiterhin auf US-Regulierung reagiert. Die gescheiterte CLARITY-Act-Abstimmung rückte den Bedarf an einem klaren bundesweiten Rahmen erneut in den Fokus, während Aufsichtsbehörden wie die SEC und die CFTC nach der aktuellen Linie auch innerhalb ihrer bestehenden Befugnisse weiter handeln können. Damit bleibt das regulatorische Bild für XRP und andere Tokens vorerst wichtiger als ein einzelner Kurssprung.
Auf dem Chart achten Händler derzeit vor allem auf 1,41 US-Dollar (1,23 €) als Niveau, das gehalten werden sollte. Einige Analysten sehen zudem ein mögliches inverses Kopf-Schulter-Muster mit einer Nackenlinie bei rund 1,55 US-Dollar (1,35 €), doch das muss noch bestätigt werden. XRP liegt weiterhin 62 % unter seinem Allzeithoch, was zeigt, dass der Token trotz der Erholung noch weit von einer vollständigen Rückkehr entfernt ist.